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Nicola Pietrangeli (rechts) lässt sich von den Fans feiern. © DLife

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Nicola Pietrangeli (rechts) lässt sich von den Fans feiern. © DLife

Rauschende FCS-Party: „Das haben wir uns verdient“

Es war eine rauschende Party, die nach dem dramatischen Klassenerhalt des FC Südtirol im Drususstadion losbrach. Trainer Fabrizio Castori versuchte, nach dem Schlusspfiff seine Gefühlswelt einzuordnen.

Aus dem Drususstadion

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Trieststraße in Bozen, kurz vor 23 Uhr. Es herrscht der absolute Ausnahmezustand. Hupende Autos und Motorräder fahren durch die Gassen. Hunderte Fans skandieren immer wieder den einen Song: „Schalalalala, oh Südtirol“. Und der ohrenbetäubende Beat der Partyboxen, der lässt die urigen Gemäuer geradezu erzittern. Ja, das Drususstadion verwandelte sich am Freitagabend in ein Tollhaus, das man in dieser Form lange nicht mehr gesehen hat.


Der FCS hat in einem unfassbar spannenden, ja dramatischen Playout gegen Bari den Klassenerhalt in der Serie B perfekt gemacht. 0:0 im Hinspiel, 0:0 im Rückspiel – das reichte, um für die Saison 2026/27 das heißbegehrte Zweitligaticket zu buchen. Bari, der ach so große Traditionsklub aus Süditalien, muss dagegen den Gang in die dritte Liga antreten.

Silvio Merkaj heizte die Bude ein. © DLife

Silvio Merkaj heizte die Bude ein. © DLife



Im Bauch des Drususstadions betritt um kurz vor 23 Uhr FCS-Trainer Fabrizio Castori den Presseraum. Der 71-Jährige strahlt vor Freude, die pure Erleichterung, sie ist ihm in jeder Faser seines Gesichtes anzusehen. „Wir haben uns verdient gerettet“, ist einer der ersten Sätze, die der Fußballlehrer vor versammelter Presse spricht. „Wir haben nach dem letzten Meisterschaftsspiel den Reset-Knopf gedrückt und wir spielen verdient weiterhin in der Serie B!“

Aberkanntes Tor erzürnt Castori

Dann kommt Castori aber auch schnell auf das Match zu sprechen – und auf eine Szene, die ihn auch im Freudentaumel über den Klassenerhalt erzürnt. In der 62. Minute wurde nämlich ein Treffer von Emanuele Pecorino aberkannt: Einen körperbetonten Zweikampf an der Mittellinie, der dem Tor vorausging, stufte Schiedsrichter Federico La Penna am VAR-Monitor als regelwidrig ein. Eine höchst umstrittene Entscheidung, aufgrund derer der FCS in der Schlussphase noch einmal mächtig zittern musste.
„Wenn Adamonis nicht diese Riesen-Parade macht, steigen wir ab.“ Fabrizio Castori

„Ich will nicht polemisch sein, aber so ein Tor wie heute, das darfst du einfach nicht aberkennen. Wenn unser Keeper Adamonis danach nicht diese Riesen-Parade macht, dann steigen wir ab! Dieses Tor wurde absurderweise aberkannt, so eine Entscheidung darfst du nicht treffen“, polterte Castori.

Ein großes Lob an Mannschaft und Fans

Dann sprach der Fußballlehrer seinem Team aber ein dickes Lob aus. „Wir sind gerannt, wir haben so hart gearbeitet. Wir sind eine echte, gesunde, eine wahre Mannschaft“, so Castori. „Wir hatten heuer auch viele Verletzte, viel Pech. Muskelverletzungen gehören dazu, doch wir hatten gleich vier Spieler, die operiert werden mussten. Das haben wir als echtes Team weggesteckt“, so Castori, der auch den vielen FCS-Fans dankte: „Es hat mir sehr gefallen, dass heute so viele Fans da waren. Die Mannschaft hat sich das verdient!“

Während vor dem Drususstadion die Party längst im Gang war, verabschiedet sich Castori mit folgenden Worten: „Ich habe immer an den Klassenerhalt geglaubt. Denn ich bin eine Person, die nach einem klaren Prinzip lebt: Ich mache keine Sachen, an die ich nicht glaube.“

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