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Werden Bozen verlassen: Goran Carapina und Nikola Milos (von links)

Zerbricht der SSV Loacker Bozen am Erfolg?

Eigentlich müsste beim Handballmeister und Pokalsieger eitel Sonnenschein herrschen. Doch nach dem Feiermarathon zeigt sich, dass es trotz der Erfolge im Verein brodelt.

Bei den Weiß-Roten rumort es. Nicht so sehr, dass man um den Zusammenbruch des Vereins bangen muss. Dass der Spielbetrieb gefährdet ist. Aber immerhin so sehr, dass Spieler und Funktionäre immer öfter ihrem Unmut freien Lauf lassen.

Seit Freitag ist der SSV Loacker Bozen ohne offizielle Führung, denn Stefan Laimer ist als Sektionsleiter zurückgetreten. Zwar steht mit Andreas Eccel schon sein Nachfolger so gut wie fest, doch nicht alle Vorstandsmitglieder sind mit diesem abgekarteten Spiel einverstanden. „Wir haben mit der Mannschaft einen Riesenschritt nach vorne gemacht, sind sehr professionell geworden. Diese Entwicklung vermisse ich bei der Vereinsführung“, äußerte sich jüngst ein Vorstandsmitglied kritisch.

Doch nicht nur in der Leitung des Vereins knistert es. Auch unter den Spielern haben sich zwei Lager gebildet. Da gibt es die einheimischen Spieler, die nicht verstehen können, warum Erfolgstrainer Nikola Milos nach zwei Titeln in einer Saison seine Segel streichen muss.


Coach von Spielern verabschiedet

Am Freitagabend trafen sich der Coach, sein Assistent Andrea Menini und einige Spieler, um den Abschied des Kroaten zu begießen. Wie SportNews jetzt in Erfahrung bringen konnte, stand Milos schon im Jänner vor dem Abschuss. Nur durch das beherzte Eingreifen der Spieler aus Bozen konnte die Entlassung des Übungsleiters verhindert werden. Am Ende führte Milos das Team zu beiden nationalen Titeln – seine Entlassung konnte das aber nicht verhindern.

Denn auf der anderen Seite stehen die auswärtigen Spieler, die im vergangenen Sommer neu zu Bozen dazukamen und nie einen Hehl daraus gemacht haben, dass sie mit Milos nicht können. Ihrem Unmut sollen sie bei einigen Unterredungen mit Stefano Podini Luft verschafft haben. Der Manager des Klubs stand bis vor wenigen Monaten immer wie ein Fels hinter dem kroatischen Übungsleiter, ehe sich Podini in letzter Zeit immer mehr von Milos distanzierte und ihm nach dem Meisterschaftsgewinn plötzlich gar keine Rückendeckung mehr gab. Schon da standen die Weichen auf Abschied.

Dass in Bozen die Nachfolger von Milos Schlange stehen, das ist ein offenes Geheimnis. Man darf gespannt sein, wer zu Saisonbeginn das Training in der Gasteiner-Halle leiten wird. Nikola Milos ist es mit Sicherheit nicht. Und auch Andrea Menini, Milos‘ Assistent und die gute Seele in der Mannschaft, wird sein Amt abgeben und sich wieder voll und ganz seinem Studium widmen.


Carapina wird nicht mehr im Bozner Tor stehen

Was die Spieler angeht, so wird „Übertormann“ Goran Carapina Indiskretionen aus dem Vereinsumfeld zufolge nach seinem Heimaturlaub in Kroatien – er wird dort übrigens auch heiraten – nicht mehr nach Südtirol zurückkehren. Weil der Verband jüngst entschieden hat, dass pro Klub nur mehr ein Ausländer auflaufen darf, soll sich die Führung der Weiß-Roten für Spielmacher Mario Sporcic und gegen den Schlussmann entschieden haben, der mit seinen Paraden maßgeblich am Meistertitel beteiligt war.

Als Nachfolger Carapinas zwischen den Pfosten wollen die Talferstädter Armin Michaeler holen. Der wird derzeit aber auch von Brixens neuem Coach Riccardo Trillini heiß umworben, der ihn zum Rücktritt vom Rücktritt bewegen will.

Noch nicht geklärt ist auch, wie Bozen in der Champions-League-Quali auftreten wird. Dort darf mit vier Ausländern gespielt werden. Vermutlich dürften beim SSV Leihspieler zum Einsatz kommen, die nach den Partien auf europäischer Ebene wieder zu ihren Vereinen zurückkehren.

Ruhe in den Verein bringen -das dürfte wohl die erste Aufgabe des neu gewählten Sektionsleiters sein, der an diesem Sonntag bestimmt wird.Und auch danach hat der neue Handball-Boss beim Traditionsklub aus der Talferstadt sicher alle Hände voll zu tun, damit eskünftig ruhig bleibt.

Autor: sportnews

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