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Kimi Antonelli ist der erste italienischen Monza-Sieger seit 60 Jahren. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

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Kimi Antonelli ist der erste italienischen Monza-Sieger seit 60 Jahren. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Spektakel und Tränen: Kimi Antonelli verzaubert Monza

Was war das für ein Motorsport-Nachmittag? Beim Ferrari-Frustrennen in Monza hat Kimi Antonelli den Tifosi doch noch ganz große Formel-1-Emotionen verschafft – und das mit einer irren Aufholjagd!

Vor zahlreichen Superstars aus Show, Sport, Politik und Wirtschaft – darunter auch Dorothea Wierer und Jannik Sinner – raste der italienische Mercedes-Jungstar von Startplatz 19 zum Sieg. Sein hilfloser Silberpfeil-Kollegen George Russell musste sich auf den Schlussrunden geschlagen geben. Damit kommt Antonelli dem WM-Titel immer näher.


Für Ferrari dagegen platzte die Hoffnung auf rote Festspiele früh, Charles Leclerc schied nach einem kapitalen Unfall aus. Lewis Hamilton wurde nur Sechster und fiel in der WM-Gesamtwertung weiter zurück. Hinter dem Mercedes-Duo holte sich Max Verstappen den dritten Podiumsplatz.

Kimi Antonelli raste zum umjubelten Heimsieg. © ANSA / Daniel Dal Zennaro

Kimi Antonelli raste zum umjubelten Heimsieg. © ANSA / Daniel Dal Zennaro


Im WM-Klassement hat Antonelli jetzt 66 Punkte Vorsprung auf Russell. Hamilton liegt schon 76 Zähler zurück. Dieser hatte noch vor dem Rennen Beim Blick ins Autodromo Nazionale, in dem sich über das Wochenende 404.000 Zuschauer drängten, gemeint: „Das ist absolut verrückt, überall dieses Rot. Die Energie ist so stark wie nirgendwo anders.“

Die Tifosi sorgten vor, während und nach dem Rennen für eine einzigartige Atmosphäre. © ANSA / ANNA SZILAGYI

Die Tifosi sorgten vor, während und nach dem Rennen für eine einzigartige Atmosphäre. © ANSA / ANNA SZILAGYI


Die Scuderia hatte mit der Erinnerung an Michael Schumacher noch zusätzlich für große Gefühle im Königlichen Park gesorgt. Beide Ferrari starteten mit Sonderlackierungen, die Fahrer mit Rennanzügen, die „Schumi“ gewidmet waren.

Leclerc schießt Hamilton ab – und crasht dann selbst

Auf die Nostalgie folgte schon bald das Entsetzen. Am Start kam es zum harten Duell zwischen Hamilton und Teamgefährte Charles Leclerc, der Brite geriet neben die Strecke und fiel ins Mittelfeld zurück. Wenig später kam es noch schlimmer, als Leclerc in der berühmten Parabolica-Kurve die Kontrolle über sein Auto verlor und heftig seitlich in die Streckenbegrenzung krachte.

Anscheinend unter Schmerzen kauerte der Monegasse danach am Rand der Piste, die Rennleitung unterbrach den Grand Prix. So manchem Ferrari-Fan liefen Tränen über die Wangen. Immerhin meldete das Team bald: „Charles hat die Streckenklinik verlassen. Er ist okay.“

Charles Leclerc flog in der Parabolica von der Strecke. © ANSA / FRAME TRATTO DA SKY SPORT/NPK

Charles Leclerc flog in der Parabolica von der Strecke. © ANSA / FRAME TRATTO DA SKY SPORT/NPK


Nach einer halben Stunde Pause für die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle gab es den Neustart. Ganz vorn war nun Russell, der den überraschenden Pole-Position-Fahrer Pierre Gasly vor dem Crash von der Spitze verdrängt hatte. Nach wenigen Metern überholte auch Verstappen den Alpine-Fahrer, der in der Folge durchgereicht wurde.

Erster italienischer Monza-Sieger seit 1966

Dagegen ging es für Antonelli rasant nach vorn. Schon vor der Renn-Unterbrechung war er von Startplatz 19 auf 12 gerast. Nach dem Neustart zog er unwiderstehlich in Richtung Podium, nach 13 Runden war Antonelli Dritter – und dabei auch schon vorbei an WM-Rivale Hamilton. In Runde 18 übernahm der Italiener sogar die Führung.
Die Statistiker kamen beim Zählen der Überholmanöver im Feld kaum noch hinterher. Mehrfach tauschten Antonelli und Russell Platz eins. Mercedes-Teamchef Toto Wolff geriet in der Garage ins Schwitzen angesichts des harten Zweikampfs – und ließ irgendwann die beiden Streithähne zur Ordnung rufen.

Als Lance Stroll seinen defekten Aston Martin abstellen musste, nutzten Antonelli und Verstappen ein virtuelles Safety-Car zum zeitsparenden Boxenstopp. Russell mühte sich vorn, sein Polster zu sichern. Doch Antonelli kam unwiderstehlich näher. Beim ersten Überholversuch rutschte der Italiener noch in den Kies und beschwerte sich kurz. Am Ende aber ließ er sich nicht mehr aufhalten. Der Jungspund aus Bologna sicherte sich somit den ersten italienischen Sieg in Monza seit exakt 60 Jahren (!).


Formula 1/X

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