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Alexander Zverev beschwerte sich lautstark beim Schiedsrichter. © APA/afp / MARTIN KEEP

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Alexander Zverev beschwerte sich lautstark beim Schiedsrichter. © APA/afp / MARTIN KEEP

„Ihr schützt die Zwei“: Zverev tobt nach Alcaraz-Verletzung

Nach der nächsten bitteren Niederlage im längsten Spiel seiner Karriere verließ Alexander Zverev mit gesenktem Kopf und völlig entkräftet die Rod Laver Arena. Zuvor hatte er wegen Carlos Alcaraz' Verletzung heftig getobt.

In einem Tennis-Drama musste sich der 28-jährige Deutsche in Melbourne in einem epischen Halbfinale dem Spanier Carlos Alcaraz mit 4:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), 5:7 geschlagen geben und verpasste damit den erneuten Einzug ins Finale der Australian Open.


Dabei hatte der Weltranglisten-Erste ab Ende des dritten Satzes mit großen körperlichen Problemen zu kämpfen. Zwar waren die Temperaturen in Melbourne mit etwas mehr als 30 Grad deutlich angenehmer als an den großen Hitzetagen mit bis zu 45 Grad zuvor. Dafür war es sehr schwül, was Alcaraz offensichtlich große Probleme bereitete.

„Es war das körperlich schwerste Spiel meiner Karriere“ Carlos Alcaraz

Zverev schlug im längsten Halbfinale in der Geschichte der Australian Open im fünften Satz zum Matchgewinn auf, brachte den Sieg aber nicht ins Ziel. Nach 5:27 Stunden verwandelte Alcaraz seinen ersten Matchball. Danach ließ sich der Spanier völlig erschöpft auf den Rücken fallen.

„Es war das körperlich schwerste Spiel meiner Karriere“, sagte Alcaraz und ergänzte: „Entscheidend war, dass ich immer daran geglaubt habe.“ Der Spanier steht erstmals bei den Australian Open im Finale. Dort trifft er am Sonntag entweder auf Titelverteidiger Jannik Sinner oder Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic.

Carlos Alcaraz war körperlich arg angeschlagen. © ANSA / JOEL CARRETT

Carlos Alcaraz war körperlich arg angeschlagen. © ANSA / JOEL CARRETT


Zverevs Traum vom ersten Grand-Slam-Titel platzte dagegen auf bittere Art und Weise. „Es war ein unglaublicher Kampf. Am Ende hatte ich einfach nichts mehr im Tank“, sagte der 28-Jährige. Ob die Niederlage bitterer gewesen sei als jene im Endspiel vor einem Jahr? „Das kann ich jetzt nicht sagen. Ich bin zu müde für Emotionen“, sagte Zverev, der 2025 im Endspiel gegen Sinner in drei Sätzen verloren hatte.

Alcaraz holt sich clevere Auszeit

Gegen Alcaraz war Zverev fast drei Sätze lang nahezu chancenlos, ehe der Spanier plötzlich große körperliche Probleme bekam. Beim Stand von 4:4 im dritten Satz hatte Alcaraz auf einmal mit Krämpfen zu kämpfen. Nachdem der Spanier seinen Aufschlag mit Mühe durchgebracht hatte, ließ er sich beim Seitenwechsel behandeln und nahm eine medizinische Auszeit.
„Ich bin zu müde für Emotionen“ Alexander Zverev

Sehr zum Unmut von Zverev. „Das ist unglaublich. Das gibt es nicht. Das kann nicht euer Ernst sein. Ihr schützt die Zwei“, sagte Zverev zum Oberschiedsrichter in Anspielung auf eine mögliches Finale Alcaraz-Sinner. „Das ist Schwachsinn. Der hat Krämpfe. Das ist absoluter Schwachsinn, der kann doch kein Medical nehmen“, schimpfte Zverev. Behandlungen sind eigentlich nur bei Verletzungen gestattet, nicht aber bei Krämpfen. Alcaraz hatte aber wohl angegeben, dass er einen Stich im Oberschenkel gespürt hatte.

Auch nach der Partie wiederholte Zverev, dass er die Entscheidung nicht nachvollziehen könne. Allerdings wollte er das Thema nicht weiter befeuern. „Ich will jetzt nicht darüber reden, weil ich denke, das war einer der größten Kämpfe, die es hier in Australien je gegeben hat. Das verdient jetzt nicht, das Thema zu sein“, sagte Zverev.

Alcaraz kann kaum laufen

Alcaraz hatte ab Ende des dritten Satzes deutlich Probleme, sich zu bewegen. Doch Zverev konnte daraus zunächst kein Kapital schlagen. Dem 28-Jährigen unterliefen ein paar leichte Fehler, sodass sich der Spanier in den Tiebreak rettete. Dort endlich nutzte Zverev die körperlichen Schwierigkeiten seines Gegners aus und ließ Alcaraz laufen. Nach 3:03 Stunden Gesamtspielzeit holte er sich den dritten Satz.

Ein fairer Abschluss: Carlos Alcaraz und Alexander Zverev beim Shakehands. © APA/afp / MARTIN KEEP

Ein fairer Abschluss: Carlos Alcaraz und Alexander Zverev beim Shakehands. © APA/afp / MARTIN KEEP


Alcaraz ließ sich auch danach massieren und war nach wie vor weit von seiner normalen Fitness entfernt. Zverev schien der strauchelnde Gegner aber eher zu irritieren. Die deutsche Nummer eins versäumte es weiter, Druck auf Alcaraz auszuüben. Dennoch schaffte er nach 4:07 Stunden den Satzausgleich. Auf einmal war in der Rod Laver Arena wieder alles offen.

Im fünften Satz hatte sich Alcaraz dann weitgehend wieder erholt. Doch Zverev spielte nun großes Tennis und schaffte ein frühes Break. Das Drama nahm weiter seinen Lauf. Beim 5:4 schlug Zverev zum Matchgewinn auf, kassierte aber das Break. Alcaraz ließ sich von den Zuschauern feiern und nutzte die Emotionen, um das Spiel doch noch zu drehen.

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