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Italiens Sportdirektor Klaus Höllrigl fand klare Worte. © ANSA / PIERRE TEYSSOT

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Italiens Sportdirektor Klaus Höllrigl fand klare Worte. © ANSA / PIERRE TEYSSOT

Italiens Biathlon-Chef: „Das war respektlos!“

Es ist das alles überlagernde Thema an diesem Olympia-Tag in Antholz: die Kehrtwende in der Doping-Causa um Rebecca Passler. Im Gespräch mit SportNews ließ Italiens Biathlon-Chef Klaus Höllrigl ordentlich Dampf ab.

Aus Antholz

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Es war unmittelbar vor Beginn des Männer-Sprints, als Klaus Höllrigl in den Medienbereich der Antholzer Biathlon-Arena trat – und prompt wurde er von der internationalen Presse belagert. Alle wollten seine Einschätzung zum Freispruch von Rebecca Passler hören und zugleich wissen, ob sie denn nun einen Olympia-Einsatz erhält.


Höllrigl gab dann deutlich zu Protokoll:„Rebecca wird am Montag zum Team stoßen und zwei Tage lang mittrainieren, danach werden wir entscheiden, ob wir sie für die Staffel am Mittwoch aufbieten. Wir müssen sehen, wie sie körperlich und mental drauf ist.“ Eine Entscheidung über Passlers Auftritt bei Olympia daheim in Antholz soll am Dienstag fallen.

„Rebecca wird zwei Tage mittrainieren, danach werden wir über einen Staffel-Einsatz entscheiden“ Biathlon-Sportdirektor Klaus Höllrigl

Die Staffel ist übrigens die einzige mögliche Olympia-Chance der 24-jährigen Südtirolerin, für den Massenstart am abschließenden Wochenende hat sie sich sportlich nicht qualifiziert. So drängt sich also die Frage auf, weshalb die nominell drittbeste Azzurra nicht schon an diesem Samstag im Sprint startet. „Wir haben heute Morgen um 8 Uhr vom Freispruch erfahren. Eine hastige Nominierung wäre in der Kürze der Zeit nicht vertretbar gewesen, weder für Rebecca noch für die vier Athletinnen, die allesamt fit sind und seit Tagen auf den Olympia-Loipen trainieren“, so der Sportfunktionär aus Latsch.

Zur Erinnerung: Italien hat im Sprint vier Startplätze – und diese mit Dorothea Wierer, Lisa Vittozzi, Hannah Auchentaller und Michela Carrara besetzt.

Rebecca Passler könnte doch noch zu einem Olympia-Einsatz kommen. © Teyssot / Pierre TEYSSOT

Rebecca Passler könnte doch noch zu einem Olympia-Einsatz kommen. © Teyssot / Pierre TEYSSOT


Was bei allen Entscheidungen des Sportdirektors und der Trainer miteinfließen dürfte, ist der Umstand, dass die Doping-Causa noch nicht komplett abgeschlossen ist. Die WADA könnte den Freispruch von Italiens Anti-Doping-Agentur NADO immer noch anfechten. „Auch wir wissen nicht, wie es die nächsten Tage weitergeht. Der aktuelle Stand ist: Rebecca steht ab Montag zu Verfügung. Und so planen wir auch.“

Was macht die WADA?

Bevor sich Höllrigl im Zielraum von der Traube an Reportern losriss, wollte er jedoch noch eines loswerden. „Ich finde es respektlos, wie mit Rebecca umgegangen wurde! Die Meldung von ihrer Suspendierung hat sie über einen Instagram-Post erfahren. Die Medien haben darüber berichtet, bevor wir überhaupt erst in Kenntnis gesetzt wurden. Hier haben einige vergessen, dass es hier nicht nur um eine Sportlerin, sondern auch um einen jungen Menschen geht.“

Demzufolge wollte Höllrigl auch die Spekulationen um eine mögliche Kontaminierung über ein Nutella-Glas nicht befeuern. „Davon wissen wir absolut nichts! Ich bitte auch diesbezüglich um eine respektvolle Berichterstattung“, sagt der Biathlon-Boss aus dem Vinschgau. Danach eilte er schnellen Schrittes in Richtung Loipe, wo gerade die ersten Starter des Männer-Sprints in Aktion traten. Jetzt sollte auch für Höllrigl wieder das Sportliche in den Vordergrund rücken – endlich.

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