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So sehen Medaillengewinner aus, von links: Verena Hofer, Emanuel Rieder, Simon Kainzwaldner, Dominik Fischnaller, Andrea Vötter und Marion Oberhofer. © APA/afp / FRANCK FIFE

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So sehen Medaillengewinner aus, von links: Verena Hofer, Emanuel Rieder, Simon Kainzwaldner, Dominik Fischnaller, Andrea Vötter und Marion Oberhofer. © APA/afp / FRANCK FIFE

Alle für eine: Die rührende Geschichte hinter Rodel-Bronze

Es war die Krönung einer völlig verrückten Rodelwoche: In der Team Staffel haben die Südtiroler Kufenflitzer die Bronzemedaille geholt. Anschließend offenbarten unsere Rodel-Stars eine rührende Story.

Aus Cortina d'Ampezzo

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Sie lachten, sie scherzten, sie neckten sich, sie jubelten ganz laut: Ja, die Südtiroler Rodler und Rodlerinnen versprühten am Donnerstagabend ganz viel gute Laune. Nach dem Team-Event, nach der Bronzemedaille zum Abschluss ihrer grandiosen Olympischen Spiele, konnte man die lockere Stimmung, die große Erleichterung, die erwärmende Freude trotz der klirrenden Kälte in der Mixed Zone des Sliding Centers förmlich spüren.


Die Erwartungen hatten die Südtiroler Rodler bereits am Mittwoch übertroffen, als sich Andrea Vötter und Marion Oberhofer sowie Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner zu Olympiasiegern kürten – und nach der Bronzenen von Dominik Fischnaller die Edelmetalle zwei und drei einheimsten.

Verena Hofers Daumen zeigt nach oben: Die Rodlerin aus Feldthurns hat ihre Medaille. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'

Verena Hofers Daumen zeigt nach oben: Die Rodlerin aus Feldthurns hat ihre Medaille. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'


Am Donnerstag folgte zum Abschluss der Rodelrennen die Zugabe: Bronze im Team-Event. Wobei Zugabe das falsche Wort ist. Denn Fischnaller, Vötter/Oberhofer und Rieder/Kainzwaldner hatten an diesem Abend ein großes Ziel: ihrer Teamkollegin Verena Hofer noch eine Medaille zu bescheren.

Bronze knapp verpasst

Die 24-Jährige aus Feldthurns war in dieser Woche zur tragischen Figur geworden, als sie die Bronzemedaille im Einsitzer als Vierte nur hauchdünn um 0,064 Sekunden verpasste – und danach bittere Tränen weinte.
„Wir wollten uns für Verena noch mal richtig ins Zeug legen.“ Simon Kainzwaldner

„Verena hat die Medaille so knapp verpasst, deshalb haben wir gesagt: Wir müssen uns für sie noch einmal voll ins Zeug legen“, so Simon Kainzwaldner. Dem pflichtete Dominik Fischnaller bei: „Jetzt hat Verena ihre Medaille – und somit gewann fast jeder aus unserer Mannschaft ein Edelmetall. Das ist schon besonders“, meinte der Meransener Paraderodler.

Die Südtiroler holten die vierte und letzte Medaille. © APA/afp / FRANCK FIFE

Die Südtiroler holten die vierte und letzte Medaille. © APA/afp / FRANCK FIFE


Und Verena Hofer? Die war nach ihrer ersehnten Olympia-Medaille überglücklich. „Ich kann es kaum in Worte fassen, dass es jetzt endlich geklappt hat. Es machte mich so glücklich, mit der Mannschaft fahren zu dürfen. Diese Woche war einfach mega. Ich habe gezittert, ich habe mitgefiebert, es hat so viele Emotionen gegeben. Diese Tage werden noch ganz lange in Erinnerung bleiben.“

Die angeschlagenen Stimmbänder

Bei Dominik Fischnaller war die Freude nicht nur erkennbar, sondern auch hörbar. Seine Stimme war nämlich ziemlich angeschlagen. „Ich habe in dieser Woche so viel geschrien“, sagt der 32-Jährige mit einem Lachen. „Erst nach meiner Bronzemedaille, dann beim Rennen der Doppelsitzer, und nun mit dem Team. Es war eine unvergessliche Zeit“, so der beste Rodler Italiens. Seine Bilanz fällt großartig aus. „Unser Trainer Armin (Zöggeler, Anm. d. Red.) hat gesagt, dass er drei Medaillen will. Jetzt sind es vier“, lacht Fischnaller.

Der Jubel war nach der Bronzenen riesig. © APA/afp / FRANCK FIFE

Der Jubel war nach der Bronzenen riesig. © APA/afp / FRANCK FIFE


Seine Bronzemedaille im ersten Rennen war ein Dosenöffner. „Es hat sicher geholfen, etwas Druck rauszunehmen und den anderen eine Extraportion Motivation mitzugeben. Von schlaflosen Nächten bis hin zu großen Emotionen – es war in diesen Tagen alles dabei.“

Jetzt kann endlich gefeiert werden

Nach ihren großartigen Erfolgen stand für die Südtiroler Rodel-Stars in den letzten Tagen immer ein straffes Programm an. Schnell in die Casa Italia, schnell zum Staatspräsidenten, schnell zur Dopingkontrolle – und dann möglichst schnell zurück ins Olympische Dorf, weil ja noch Wettkämpfe anstanden. Das ist nun vorbei.
„Man wird es kaum glauben, aber Marion ist unsere Partymaus.“ Verena Hofer

„Heute können wir endlich mal feiern gehen“, gibt Kainzwaldner die Marschrichtung für den Party-Abend vor, der in der Casa Italia beginnen sollte. Bleibt also nur noch eine Frage: Wer ist denn das Partybiest in der Mannschaft? „Man wird es nicht glauben“, sagt Verena Hofer mit einem breiten Grinsen, „aber die Marion ist unsere Partymaus. Sie kann ordentlich Gas geben.“ Bei diesen Sätzen muss auch Marion Oberhofer schmunzeln – dann verabschieden sich die Rodler und Rodlerinnen hinaus in ihren letzten Olympischen Abend! Sie sind in diesen Tagen zu wahrhaftigen Helden geworden.

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