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Ein Rücktritt sorgt für Wirbel in der Ski-Szene. © APA / EXPA/MICHAEL GRUBER

„Wie Dreck behandelt“: Frustriertes Ski-Ass macht Schluss

Dieses Karriereende hat es in sich: Anfang dieser Woche hat eine Skirennfahrerin ihre Laufbahn für beendet erklärt – und dabei zum Rundumschlag ausgeholt.

Magdalena Fjällström zählte einst zu den großen Ski-Hoffnungen Schwedens. 2013 holte sie sich bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Quebec die Slalom-Goldmedaille, ein Jahr zuvor hatte sie bereits bei den Olympischen Jugendwinterspielen in der Super-Kombination gesiegt. Doch im Weltcup konnte sich die heute 27-Jährige nie richtig durchsetzen: Zwar stehen ihr 64 Einsätze in der Ski-Königsklasse zu Buche, mehr als ein 10. Platz war nicht drin. Das hat auch damit zu tun, dass sie von Verletzungen oft zurückgeworfen wurde. Und, wie sie selbst sagt bzw. schreibt, weil sie vom Verband im Stich gelassen wurde. Nun hat Fjällström ihre Karriere beendet.


„Vor zwei Jahren hatte ich einen Top-10-Platz geholt und lag am Ende der Saison auf dem 17. Platz der Slalom-Wertung. Dann aber kam die nächste schwere Verletzung und ich musste mich 16 Monate lang durch eine harte Reha schlagen. Ich war sehr motiviert zurückzukommen, doch das wurde mir erschwert“, schreibt Fjällström auf Social Media. „Der schwedische Verband machte es mir schwer, zurückzukommen und bot mir keinerlei Unterstützung an. Vier Monate nachdem ich wieder auf Skiern stand haben sie mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Mir war es nicht mehr erlaubt, mit der Mannschaft zu trainieren oder Rennen im Europa- und Weltcup zu fahren.“

„Mein Feuer ist erloschen.“ Magdalena Fjällström

Das war für Fjällström ein harter Schlag, von dem sie sich nicht mehr erholte. „Ich tat mein Bestes, um aus dieser Situation herauszukommen, aber mein Feuer ist erloschen. Ich habe diesen schlechten Führungsstil, diese Lügen, diesen Verband, der Athleten wie Dreck behandelt, einfach satt. Es macht keinen Spaß mehr und ist es nicht wert, weiter Zeit zu investieren. Ich hoffe, hier kommt irgendwann ein Wandel, denn ich liebe diesen Sport nach wie vor aus tiefstem Herzen und ich möchte, dass die künftigen Generationen nicht mit diesen Problemen klarkommen müssen.“
Der Verband wehrt sich
Das sind harte Worte von Magdalena Fjällström, die in Schweden für viel Wirbel sorgen. Lars Melin, der Manager der Nationalmannschaft, erklärt gegenüber Expressen seine Sichtweise. „Ich teile dieses Bild nicht wirklich. Wir haben ihr die Unterstützung gegeben, die sie braucht. Ich habe viermal versucht, sie telefonisch zu erreichen und eine Nachricht zu hinterlassen. Ich dachte, ich würde gerne mit ihr darüber sprechen, was ihrer Meinung nach fehlt. Es ist sehr traurig, dass sie ihre Karriere beendet.“

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