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Frank Hora jubelt: Seine Grazer haben das erste Finale gewonnen. © APA / ERWIN SCHERIAU

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Frank Hora jubelt: Seine Grazer haben das erste Finale gewonnen. © APA / ERWIN SCHERIAU

Klatsche in Graz: Pustertals bitterer Final-Auftakt

Der 15. April 2026 ist ein historischer Tag: Der HC Falkensteiner Pustertal bestritt im Merkur Eisstadion von Graz sein erstes Finalspiel in der ICE-Geschichte. Allerdings setzte es für die Wölfe eine deutliche Pleite.

Es war der Abend, auf den das Pustertal, auf den Eishockey-Südtirol, seit Tagen hingefiebert hat. Ob in der Bar, ob am Busbahnhof, ob im Supermarkt – das anstehende Pusterer Finale war überall Gesprächsthema. Doch im ersten Wölfe-Endspiel in der Geschichte der ICE Hockey League setzte es eine derbe Pleite: Die Graz99ers waren an diesem Abend eine Nummer zu groß und gewannen mit 5:1.


Die wichtigste Pusterer Erkenntnis an diesem Abend brachte Kapitän Raphael Andergassen nur Sekunden nach Spielende im ORF-Interview auf den Punkt: „Das war nur ein Spiel heute! Am Freitag geht’s weiter!“ Dann übersiedelt die Finalserie nämlich in die schon jetzt restlos ausverkaufte Intercable Arena, in der die Wölfe ab 19.45 Uhr (SportNews-Liveticker) zurückschlagen wollen.

Graz auch ohne Stammgoalie zu stark

Dann wissen die Pusterer – die am Mittwoch ohne Alan Lobis auskommen mussten – auch definitiv, mit was und mit wem sie es hier zu tun haben. Die Graz99ers zeigten im ersten Finalspiel auch ohne ihren verletzten Stammgoalie Maxime Lagacé (er wurde vom tadellosen Nicolas Wieser ersetzt) eine dominante Vorstellung. Vor allem Doppeltorschütze Lukas Haudum war von der bisher so sicheren Pusterer Defensive (nur 13 Gegentore in den zuvor neun Playoff-Spielen) nie zu halten.

Der Rhythmus und die Intensität, die die Steirer vor allem im ersten Drittel aufboten, waren beeindruckend. Die Pusterer wirkten phasenweise überrumpelt und kassierten im Laufe des Matches zu viele Strafen. Das ist gegen ein Team wie Graz fatal: Zwei ihrer fünf Treffer erzielten die Steirer im Powerplay, während Pustertal keine Sekunde in Überzahl randurfte.

Graz ist nicht unbezwingbar

Dennoch wurde an diesem Abend auch klar: Unbezwingbar sind die Grazer nicht. Im zweiten Abschnitt brachten die Wölfe die Steirer Defensive um den wiedergenesenen Ex-NHL-Star Korbinian Holzer mächtig in Bredouille. Der Anschlusstreffer von Austin Rueschhoff (25.) war die Folge, und der Ausgleich wäre zu jenem Zeitpunkt hochverdient gewesen. Doch die Pusterer gingen mit ihren teils hochkarätigen Chancen zu fahrlässig um. Am Ende war es ein gebrauchter Abend, aber auf keinen Fall ein Beinbruch.

Die Highlights

Entfesselte GrazerDie Hausherren brennen im ersten Drittel ein regelrechtes Feuerwerk ab, die Pusterer wirken regelrecht überrumpelt. Die Folge? Eine 2:0-Führung der Steirer. Zuerst gibt Goalie Pasquale bei Haudums Schuss aus spitzem Winkel nicht die beste Figur ab (9.), dann klärt der HCP-Schlussmann zwei Mal grandios, ist beim dritten Versuch gegen Currie aber machtlos (17.).
Großes Wölfe-HerzNach der Pause kommen die Wölfe wie von der Tarantel gestochen aus der Kabine und beißen sich zurück ins Spiel! Rueschhoff gelingt der erste Pusterer Finaltreffer der Historie: Im zweiten Versuch chippt er die Scheibe aus kürzester Distanz über Goalie Wieser in den Kasten (25.).
AbgestraftPustertal ist endlich im Spiel, bringt Graz mehrmals in Bredouille, hat hochkarätige Chancen – doch der Ausgleich will nicht gelingen. Im Gegenteil: Graz erhöht im Powerplay auf 3:1. Glira sitzt draußen, der Puck kommt nach einem Klärungsversuch zu Hora, der mit einem Blueliner unter die Latte trifft (34.).
Abgestraft II35 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels führt Graz die Entscheidung herbei: Haudum trifft im Powerplay mit einem Hammer aus der Distanz zum 4:1 (41.). Bitter für Pustertal, weil Bowlbys Strafe mehr als fragwürdig war. Für den Schlusspunkt sorgt Bailen, dessen Schuss noch von Zanattas Schlittschuh entscheidend abgefälscht wird (44.).

Graz99ers – HC Pustertal 5:1

G99: Wieser (Grascher); Kotkansalo-Holzer, Brunner-Bailen, Stapelfeldt-Hora, Feldner-Zündel; Roy-Currie-Conley, Huber-Haudum-Swaney, Ganahl-Schiechl-Collins, Moosbrugger-Vela-Harnisch
Coach: Laxroix

HCP: Pasquale (Rabanser); Almquist-Blum, Lauridsen-DiTomaso, Zanatta-Osmanski, Glira-Zandegiacomo; Bowlby-Ticar-Purdeller, Saracino-Bardreau-Rueschhoff, Ierullo-Frycklund-Lipon, Mantinger-Andergassen-Deluca
Coach: Jaspers

Tore: 1:0 Lukas Haudum (8.58), 2:0 Josh Currie (16.25), 2:1 Austin Rueschhoff (24.44), 3:1 Frank Hora (33.49), 4:1 Lukas Haudum (40.35), 5:1 Nick Bailen (43.20)

Zuschauer: 4.126

Stand in der Best-of-7-Serie: 1:0

Weitere Spieltermine: 17.4., 19.4., 22.4.; evtl. 24.4., 26.4., 29.4.

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