
Andreas Bernard hat genug vom aktiven Eishockeysport.
Am finalen Höhepunkt: Andy Bernard beendet seine Karriere
Er war über ein Jahrzehnt lang Italiens bester Torhüter, ein Musterprofi und Weltenbummler zugleich. Jetzt verlässt Andreas Bernard die große Eishockeybühne – nach einem allerletzten Tanz mit seinem HC Meran.
10. April 2026

Von:
Alexander Foppa
Wenn am Samstag das Finale der Alps Hockey League beginnt, startet auch die Abschiedstour von Andy Bernard. Nach der Endspielserie gegen Gröden wird der Kalterer die Schlittschuhe an den Nagel hängen. Das steht fest.
In zwei Jahrzehnten sechs Länder, zehn Ligen und mehr als 16 Klubs. Von Auer bis nach Budapest, von Mannheim in die skandinavische Provinz – unzählige Stationen, große Siege, bittere Momente und prägende Erfahrungen. Bernard war Stammtorhüter 2017 bei der WM in Köln, hat Titel, Aufstiege und Auszeichnungen eingefahren, zugleich aber auch Ausbootungen und Niederlagen erlebt.
Das Karriere-Highlight: Andreas Bernard spielte die A-WM in Deutschland vor 19.000 Fans. © AFP / PATRIK STOLLARZ
Besonders geprägt hat ihn ein Land. „Finnland!“, strahlt er, „Ich bin als 19-jähriger Junge in den hohen Norden, musste erst mal kochen und bügeln lernen. Ich war viel alleine, das war schon hart.“ Doch er hat sich durchgebissen, gewann den Zweitliga-Titel in Finnland und stieg zwischenzeitlich zu einem der besten Goalies der Top-Liga auf – und das in einem Land, das traditionell gute Torhüter ausbildet.
„Mein Sohn ist zum Glück kein Torhüter“ Andreas Bernard
„Anfangs war ich ein Exot“, erinnert sich Bernard. Doch das sollte sich rasch ändern. Binnen kurzer Zeit lernte er fließend Finnisch. „Das war der Türöffner – plötzlich war ich einer von ihnen.“ Der Kalterer wurde in seiner Wahlheimat Lappeenranta, unweit der Grenze zu Russland, sesshaft, wurde zwei Mal Vater. Das Familienglück hielt zwar nicht, doch zu seinen Kindern Mila und Max – heute zehn und sieben Jahre alt – hat er noch immer engen Kontakt. „Wann immer es ausgeht, besuche ich sie oder sie kommen zu mir, zu Oma und Opa, nach Kaltern.“ Der Sohnemann ist selbst schon leidenschaftlicher Eishockeyspieler, „aber zum Glück kein Torhüter“, lacht der stolze Papa.
Neue Ziele in neuer Funktion
Seinen Lebensmittelpunkt wird Bernard in Kürze wieder verlegen, wenngleich über kürzere Distanz. Den früheren HCP-Spieler zieht es von seinem Bauernhof im Überetsch zurück ins Pustertal, wo seine Lebensgefährtin im elterlichen Hotelbetrieb tätig ist. Er selbst sieht sich gerade nach einer Arbeitsstelle um, zeitgleich möchte er als Trainer, Ausbilder oder Funktionär im Eishockey tätig bleiben. „Um etwas vorwärtszubringen, mein Gelerntes weiterzugeben“, denn es gebe durchaus Dinge, die nicht gut liefen. „Mit der Entwicklung in diesem Sport und auch ich mit meinem Abschied aus dem Nationalteam bin ich nicht glücklich“, so Bernard, der „fehlende Kommunikation und Gradlinigkeit“ bemängelt.Andreas Bernard hat mit seinem HC Meran noch eine Titelmission. © BK Photo
Die private Neuausrichtung des langjährigen Profis ist nicht der einzige Grund für sein Karriereende. „Ich habe vieles erlebt die vergangenen Jahre, aber diese Saison ist so anstrengend wie keine andere – auf und abseits des Eises. Das hat an den Nerven gezehrt, an der Motivation gekratzt“, sagt Bernard, der in seiner Karriere weit mehr als 500 Profispiele bestritten hat, 36 davon in Italiens Nationalteam.
„Lasst uns noch ein großes, gemeinsames Eishockeyfest feiern“ Andreas Bernard
Gerade jetzt, auf der Zielgeraden seiner Karriere, ist das Feuer aber noch einmal richtig entfacht. Mit einer Fangquote von fast 92 Prozent hat er seine lange Zeit wackligen Meraner zu einem ungeahnten Höhenflug verholfen. Dieser soll mit dem Meistertitel gekrönt werden. „Es wäre der absolute Wahnsinn!“, sagt der HCM-Star nach dem Halbfinalcoup gegen Sisak und fügt hinzu: „Ich wünsche mir noch eines zum Abschluss meiner Karriere: eine volle Halle! Die MeranArena soll brodeln, richtig kochen – lasst uns noch ein großes, gemeinsames Eishockeyfest feiern.“
Das Finale der Alps Hockey League
HC Meran – HC GherdëinaSpiel 1: Samstag (20 Uhr), in Meran
Weitere Termine: 14., 16., 18. April, eventuell 21., 23., 25. April
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