
Die Meraner Spieler erwartet in Kroatien ein Spießrutenlauf. © Facebook/KHL Sisak
„Bitte ohne Hass“: Sorge vor Merans Showdown
Der HC Meran spielt am Donnerstag das alles entscheidende Duell um den sensationellen Einzug ins Finale der Alps Hockey League. Im Vorfeld schlagen aber Geschehnisse abseits der Eisfläche hohe Wellen. Jetzt schaltet sich sogar die Liga ein.
08. April 2026

Von:
Alexander Foppa
„Feindseligkeit und verbaler Missbrauch (…) haben keinen Platz in unserer Gesellschaft oder in unserem geliebten Sport“, so lautet es in einem Statement, das die Alps Hockey League an die Fans des HC Meran und von KHL Sisak richtet. Es soll fair bleiben, wenn sich die beiden Teams am Donnerstag (19.30 Uhr) ums zweite Finalticket duellieren.
Doch warum dieser Aufruf? Wir rekapitulieren kurz: In Sisak ist man angefressen, weil der Serienstart aufgrund mehrerer Krankheitsfälle bei Meran verschoben wurde. Daraufhin wurde der Bus der Meraner bei den beiden Gastspielen in Kroatien jeweils von Unbekannten beschädigt. Außerdem sollen Spieler, Funktionäre und Fans der Südtiroler beschimpft und bedrängt worden sein.
Bus beschädigt, Spieler bedrängt
Ähnliches wiederholte sich nun nach Spiel sechs in Meran, wo der Mannschaftsbus von Sisak von HCM-Anhängern kurzzeitig aufgehalten und mit Bierbechern beworfen wurde. Außerdem gab es eine Rangelei mit einer Handvoll Sisak-Fans vor der Meraner Stadionbar.Die Sisak-Spieler können im Entscheidungsspiel auf den Support ihrer Fans bauen. © Facebook/KHL Sisak
„Diese Eskalation verurteilen wir aufs Schärfste“, sagt Merans Klubpräsident Stefan Kobler gegenüber SportNews, „nicht weniger schlimm ist aber die Welle von Hass, die durchs Netz schwappt. Uns werden übelste Nachrichten geschickt, gleichzeitig sind wir rund um die Uhr damit beschäftigt, Kommentare zu löschen.“ Das Spiel am Dienstag ließ alles aus dem Ruder laufen. Zunächst traf Sisak nach Ertönen der Drittelsirene zum 3:3, später soll den Gästen ein regulärer Treffer nicht gegeben worden sein. „Das rechtfertigt allerdings nicht das Verhalten einiger Fans“, so Kobler.
„Die Spieler wissen, was sie in Sisak erwartet“ HCM-Präsident Stefan Kobler
Fest steht: Den HC Meran erwartet am Donnerstag in der mit fast 3.000 Fans restlos gefüllten „Arena Ledena Dvorana Zibel“ in Sisak ein wahres Inferno. Aus Sicherheitsgründen hat der HCM in Absprache mit der Liga entschieden, keinen Fanbus zu organisieren. „Was zählt, ist auf dem Eis! Die Spieler wissen, was sie in Sisak erwartet. Sie gehen total professionell mit der Situation um, sind fokussiert aufs Spiel“, weiß der Klubboss, der am Donnerstagmorgen gegen 7.30 Uhr mit in den Mannschaftsbus steigen und die rund achtstündige Fahrt nach Zentralkroatien auf sich nehmen wird.
Drei Ausfälle drohen
Wer alles mit Kobler, Trainer Christian Borgatello und Co. auf Reisen geht, ist übrigens noch nicht klar. Alexander Egger wird fehlen, seine Sturmkollegen Reid Stefanson und Pascal Brunner sind fraglich. Sie fielen bereits zuletzt wegen einer Oberkörperverletzung aus und dürften wohl erst in einem eventuellen Finale zur Verfügung stehen. Dort könnte es zum Südtiroler Traumduell kommen, da Gröden bereits am Dienstag völlig überraschend in die letzte Runde eingezogen ist. „Das wäre der absolute Wahnsinn“, so Kobler, „doch daran wollen wir nicht denken. Wir müssen in Sisak bestehen, darum geht's jetzt.“Das Halbfinale der Alps Hockey League:
KHL Sisak – HC MeranBest-of-7-Serie: 3:3
Nächster Spieltermin: Donnerstag, 19.30 Uhr
EK Zell am See – HC Gherdeina
Endstand Best-of-7-Serie: 2:4
Finaltermine: 11., 14., 16., 18. April, eventuell 21., 23., 25. April
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