
Eddie Pasquale & Co. feierten einen unglaublichen Sieg, der das Halbfinale bedeutete. © I. Foppa / HC Pustertal
106-minütiger Thriller: Pusterer Märchen ist perfekt
Was für ein Abend, was für eine unglaubliche Geschichte: Einem sagenhaften HC Falkensteiner Pustertal ist es am Dienstag gelungen, den vierfachen amtierenden Meister Red Bull Salzburg nach einem wahren Drama in den Urlaub zu schicken. Das Halbfinale in der ICE Hockey League (ICEHL) kann kommen.
18. März 2026
Aus der Intercable Arena
Von:
Leo Holzknecht
Eines vorneweg: Mal abgesehen vom fantastischen 2:1-Endresultat nach Verlängerung werden jene Fans, die an diesem Abend das Drehkreuz der Intercable Arena passierten, den Nachhauseweg adrenalingeladen antreten. Einerseits, weil über 106 Minuten erneut Eishockey der Extraklasse mit Tempo, Härte, schönen Kombinationen und Dramatik geboten wurde. Andererseits, weil die Wölfe den Brunecker Hexenkessel so zum Kochen brachten, wie noch nie zuvor in dieser Saison.
Dafür verantwortlich waren die altbekannten Tugenden der Schwarz-Gelben. Einmal mehr ließen sie sich nicht von einem Rückstand unterkriegen. Einmal mehr legten sie unheimlich viel Herz und Leidenschaft an den Tag. Und einmal mehr machten sie den Bullen über die gesamte Spieldauer vor, was Eingeschworenheit und Teamgeist bedeuten. Das waren aber nicht die einzigen Parallelen im Vergleich zu den ersten drei Partien.
Die Superlativen sind nicht genug
Wenn die Wölfe unter Druck gerieten, was gegen ein solches Star-Ensemble unvermeidlich ist, war Eddie Pasquale der gewohnte Fels in der Brandung. Mit stoischer Ruhe wehrte er die Versuche der Salzburger ab – darunter zwei Alleingänge von Mario Huber und Troy Bourke. Zugleich schafften es der überragende Tommy Purdeller und seine Teamkollegen immer wieder, den gegnerischen Abwehrriegel zu durchbrechen. So erspielten sie sich ab dem zweiten Drittel ein klares Chancenplus. David Kickert, der Atte Tolvanen im Tor ersetzte, verhinderte aus Salzburger Sicht (zunächst) jedoch Schlimmeres – und damit auch das vorzeitige Saisonaus.Schlussendlich kam es, wie es die Dramaturgie wollte – also zu einer Verlängerung. Quatsch: Zu gleich drei (!). In diesen hatten die 3100 Fans bei den Hochkarätern von Austin Osmanski, Austin Rueschhoff und Cole Bardreau schon den Torjubel auf den Lippen. Das 2:1 schien jedoch wie verhext, da sowohl gegen Nick Saracino als auch JC Lipon der Pfosten eine Hauptrolle spielte. In der 106. Minute brach jedoch der Bann, als ausgerechnet der Kapitän, Raphael Andergassen, für ungebremsten Jubel sorgte und einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte festmachte.
Für die Wölfe gilt es nun, Energien wiederzugewinnen und die anderen Serien abzuwarten. Noch ist der Halbfinalgegner nämlich nicht bekannt. Der HC Bozen kassierte unterdessen eine krachende 0:4-Niederlage bei Olimpija Ljubljana, was das 1:3 in der Serie bedeutete.
Die Höhepunkte
| Pustertal mit Problemen | Der Start gehört den Hausherren, die durch Auers Fehlschuss bei leerem Kasten die Führung verpassen. Noch vor Drittelende ist diese aber durch Schneiders schöne Bewegung Tatsache. |
| Die Probleme sind weg | Wie immer in dieser Serie ist Pustertal im zweiten Drittel besser. Der vor dem Tor völlig alleingelassene Zanatta verpasst aber wie Mantinger (in Unterzahl) und Lobis aus kurzer Distanz den verdienten Ausgleich. |
| Überfälliges 1:1 | Nachdem Pasquale einen Huber-Alleingang hält, klingelt’s im Salzburger Tor. Zanatta versucht's von der blauen Linie, Purdeller fälscht ab und versetzt die Fans in Ekstase. |
| Das Glück fehlt | Die Chancen häufen sich, doch das 2:1 will nicht fallen: Kickert bleibt gegen DiTomaso und Purdeller jeweils Sieger, zudem steht ihm zwei Minuten vor Schluss der Pfosten zur Seite, als Almquist aus der Distanz abschließt. |
| Unglaubliches Drama | Die Wölfe lassen in der Overtime unzählige Chancen auf den Halbfinaleinzug liegen. Saracino und Lipon etwa treffen nur die Stange. Besser macht’s Andergassen, der einen von der Bande kommenden Puck ins leere Tor schiebt. |
HC Pustertal – Red Bull Salzburg 2:1 n.V.
HCP: Pasquale (Rabanser); Lauridsen-DiTomaso, Blum-Almquist, Glira-Osmanski, Zanatta; Bowlby-Ticar-Purdeller, Saracino-Bardreau-Rueschhoff, Lobis-Frycklund-Lipon, Mantinger-Andergassen-Deluca.Trainer: Jaspers
RBS: Kickert (Tolvanen); Robertson-Corcoran, Nienhuis-Krygier, Stephens-Lewington, Rebernig; Bourke-Nissner-Schneider, Michael Raffl-St. Denis-Thaler, Thomas Raffl-Baltram-Huber, Kraus-Auer-Coe, Schreier.
Coach: Viveiros
Tore: 0:1 Schneider (17.29), 1:1 Purdeller (36.42), 2:1 Andergassen (105.38)
Zuschauer: 3104
Endstand in der Serie: 4:0
ICE Hockey League:
AV Fehervar – Klagenfurter AC 2:1Tore: 0:1 Witting (4.48), 1:1 Mihaly (24.43), 2:1 Erdely (28.05)
Zuschauer: 3193
Stand in der Serie: 1:1
Villacher SV – Graz 99ers 2:6
Tore: 0:1 Haudum (4.36), 0:2 Collins (6.14), 0:3 Swaney (6.25), 0:4 Conley (7.45), 0:5 Kotkansalo (12.19), 0:6 Conley (15.18), 1:6 Helewka (28.17), 2:6 Budgell (39.26)
Zuschauer: 3287
Endstand in der Serie: 0:4
Olimpija Ljubljana – HC Bozen 4:0
Tore: 1:0 Quince (21.09), 2:0 Drozg (36.14), 3:0 Kapel (39.16), 4:0 Pance (56.11)
Zuschauer: 4005
Stand in der Serie: 3:1
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