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Der HC Bozen war in Laibach auf verlorenem Posten. © Filip Barbalic

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Der HC Bozen war in Laibach auf verlorenem Posten. © Filip Barbalic

Der HC Bozen schlittert leblos ins Verderben

Der Bozner Titeltraum wird immer mehr zum Albtraum. Am Dienstagabend kassierte der HCB Südtirol Alperia auswärts gegen Olimpija Ljubljana die nächste Abfuhr. Jetzt droht dem vermeintlichen Meisterkandidaten das Aus.

„Arrivederci...Auf Wiedersehen“ sangen 4.000 begeisterte slowenische Eishockeyfans am Dienstagabend in der Hala Tivoli. Ihr HK Olimpija Ljubljana fertigte den HC Bozen mit 4:0 ab. Zwar ist das Viertelfinale damit noch nicht entschieden, allerdings: Gewinnt Olimpija nur eines der möglichen drei verbliebenen Spiele, sind die Foxes raus.


Das Eishockeyherz der Bozner Anhänger dagegen blutet – und das nicht nur wegen des 1:3-Rückstands in der Best-of-seven-Serie. Der Auftritt der HCB-Cracks war der glorreichen Geschichte dieses Vereins erneut unwürdig. Mit Playoff-Hockey hat das nichts zu tun, was die Mannen in Weiß und Rot aufs Eis brachten.

DiPerna und Gennaro fliegen aus dem Lineup

Bozen war ohne Biss, ohne Zugriff, ohne Ideen – und vor allem: ohne jegliche Reaktion auf die Gegentore. Der Offensivdrang des Paradeblocks wurde von Ljubljana dieses Mal geschickt eingedämmt, die zweite Linie mit dem enttäuschenden Brett Pollock war neuerlich ein Totalausfall. Und hinten war nur Torhüter Sam Harvey hellwach.

Zwar ließ Trainer Doug Shedden seinen Worten Taten folgen und verdonnerte Dylan DiPerna und Matteo Gennaro auf die Tribüne, dafür holte er Enrico Miglioranzi und Pascal Brunner ins Lineup. Doch in der Folge schaute der HCB-Coach mit seinem Assistenten Fabio Armani erneut reaktionslos zu, wie seine Schützlinge Tor um Tor kassierten.

Bozens Untergang im Detail

Samuelsson schläft einMit den ersten Defensivpatzern gerät das HCB-Konstrukt ins Wanken. In Unterzahl (DiGiacinto saß draußen) bekommt Valentine Quince nicht unter Kontrolle, Samuelsson schlägt die freiliegende Scheibe nicht weg – und Olimpija sagt danke. Quince drückt das Ding über die Linie (26.).
Pollock rutscht ausDie Foxes suchen zaghaft den Weg nach vorne – und fallen dabei gnadenlos hin. Nach einer erfolglosen doppelten Überzahl rutscht Pollock an der blauen Linie hin, Olimpija fährt einen mustergültigen Konter und erhöht durch Drozg auf 2:0 (37.).
Harvey fällt hinErneut ein wildes Gestochere vor dem Gästetor, Harvey wirft sich in die Flugbahn des Pucks, er wehrt sich mit Händen und Füßen. Doch was will der Goalie ganz alleine gegen die Laibacher Stürmer machen? Kapel lupft das Gummi schließlich über Harveys Schoner ins Netz – 3:0 (40.).
Sabolic schlägt wild zuNach dem Empty-Net-Tor des ehemaligen Bozners Pance ist der Drops gelutscht (57.). Doch gerade jetzt kommen beim HCB erstmals Emotionen auf – und zwar in Form von Frust. Immer wieder fliegen die Fäuste, es hagelt Strafen. Der unrühmliche Höhepunkt der Raufereien: Ljubljanas Sabolic schlägt dem am Boden liegenden Misley mit der Faust auf den Hinterkopf. Danach ist Schluss, zum Glück für alle Beteiligten.

Jetzt übersiedelt die Serie wieder nach Bozen, wo die Füchse am Donnerstag (ab 19.45 Uhr) nochmal 60 Minuten Zeit haben, um sich wachzurütteln und gegen die Drachen aus Laibach zuzubeißen. Gelingt das nicht, heißt es: Ab in den Urlaub. Der HC Pustertal steht nach einem 2:1-Sieg nach Verlängerung hingegen schon im Halbfinale.


HK Olimpija Ljubljana – HCB Südtirol Alperia 4:0

Olimpija: Tokarski (Kolin); Cosic-Brennan, McNeill-Halbert, MacWilliam-Gregorc, Crnovic-Mehle; Meyer-Boychuk-Drozg, Sabolic-Petan-Mahkovec, Simsic-Quince-Kapel, Pance-Bericic-Bukovec.
Coach: Cooper

HCB: Harvey (Vallini); Gildon-Barberio, Samuelsson-Valentine, Miglioranzi-Seed; Schneider-Bradley-McClure, Pollock-Gersich-Gazley, DiGiacinto-Mantenuto-Frigo, Brunner-Misley-Frank, Marchetti.
Coach: Shedden

Tore: 1:0 Marly Quince (25.22), 2:0 Jan Drozg (36.14), 3:0 Rok Kapel (39.16), 4:0 Ziga Pance (56.11)

Zuschauer: 4.005

Stand in der Best-of-7-Serie: 3:1


Die weiteren Viertelfinalduelle:

HC Pustertal – EC Salzburg 1:1 (Spiel läuft noch)
Tore: 0:1 Schneider (17.29), 1:1 Purdeller (36.42)
Zuschauer: 3.104
Best-of-7-Serie: 3:0

Fehérvár AV – Klagenfurter AC 2:1
Tore: 0:1 Witting (4.48), 1:1 Mihaly (24.43), 2:1 Erdely (28.05)
Zuschauer: 3.193
Best-of-7-Serie: 1:1

Villacher SV – Graz 99ers 2:6
Tore: 0:1 Haudum (4.36), 0:2 Collins (6.14), 0:3 Swaney (6.25), 0:4 Conley (7.41), 0:5 Kotkansalo (12.19), 0:6 Conley (15.18), 1:6 Helewka (28.17), 2:6 Budgell (39.26)
Zuschauer: 3.287
Best-of-7-Serie: 0:4 – Graz im Halbfinale

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