
Bozen (in Rot) und Ljubljana lieferten sich einen wilden Fight. © Matteo Groppo / DLife
38 Albtraum-Sekunden: Bozen und 4.000 Fans sind entsetzt
Was für ein Drama, was für unglaubliche Szenen: Der HCB Südtirol Alperia hat am Samstag gegen Olimpija Ljubljana den Sieg innerhalb von einer Minute aus der Hand gegeben. Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht.
14. März 2026
Aus der Sparkasse Arena

Von:
Thomas Debelyak
Eishockey ist als die schnellste Mannschaftssportart der Welt bekannt. Manchmal kann Eishockey aber auch die verrückteste sein. So wie an diesem Samstagabend in der Sparkasse Arena. Im dritten Viertelfinale führte ein lange Zeit entfesselt aufspielender HC Bozen bis weit ins Schlussdrittel hinein mit 2:0 und hatte den Sieg bereits fest vor Augen. Doch dann passierte das Unglaubliche.
Ljubljana, das bis dahin von den Boznern gut in Schach gehalten wurde, stellte das Match innerhalb von einer Minute auf den Kopf. Oder präziser ausgedrückt: In nur 38 Sekunden erzielten die Slowenen drei Tore. 4.000 Fans verfielen in einen kollektiven Schockzustand – und die 2:3-Niederlage war Realität. Wie schon in Spiel 1 gab der HCB zu Hause also einen 2:0-Vorsprung aus der Hand. In der Best-of-7-Serie geht Ljubljana mit 2:1 in Führung und zieht das Momentum wieder auf seine Seite.
Dabei sah es an diesem Samstag lange Zeit so gut aus für die Foxes! Zwei Drittel lang zelebrierten die Weißroten das langersehnte starke Playoff-Eishockey, traten geschlossen als Team auf, warfen sich in die Schüsse, rasselten in die Banden, legten sich so richtig ins Zeug! Der Doppelpack von Matt Bradley und die 2:0-Führung sorgten für eine rauschende Party auf den Rängen – doch dann kam die verhängnisvolle 48. Minute. Dann wurde es im Bozner Eishockeytempel plötzlich ganz leise.
Plötzlich zerfällt der HCB
Innerhalb von 38 Sekunden fiel der HCB in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Marcel Mahkovec (47.01), Andrew MacWilliam (47.15) und Nicolai Meyer (47.39) sorgten für ein unglaubliches Playoff-Comeback – und für einen unerklärlichen Bozner Blackout. Von dieser schallenden Ohrfeige, von diesem Schock konnten sich die Foxes an diesem Abend nicht mehr erholen.Die Höhepunkte
| Doppelter Bradley | Bozen gibt zwei Drittel lang Vollgas und geht mit 2:0 in Führung. Verantwortlich dafür: Matt Bradley! Zuerst trifft er im Slot nach Schneiders Zuckerpass (3.), dann nutzt er ein Wechsel-Chaos von Ljubljana aus, zieht nach Gildons Vorlage alleine vors Tor und bleibt vor Tokarski eiskalt (28.). |
| 47.01 Minute | Ljubljana startet mit viel Power ins Schlussdrittel. Zunächst ist noch an Harvey Schluss, der mit einem Monster-Save den Anschluss verhindert (46.). Dann beginnt jedoch die Horror-Minute: Mahkovec verkürzt im Powerplay auf 1:2. |
| 47.15 Minute | Mit One Touch zum Ausgleich: Drozg spielt zu Gregorc, der weiter zu MacWilliam leitet – und der trifft mit einem abgefälschten Onetimer genau unter die Latte. 2:2, so einfach kann Eishockey sein. |
| 47.39 Minute | Der Schock ist perfekt: Nach einem schnellen Angriff spielt Drozg quer zu Liga-Topscorer Meyer, der vor Harvey eiskalt bleibt. Das Match ist gedreht, die Sensation perfekt. |
Die große Frage lautet: Wie konnte so etwas passieren? Wie konnte der bis dahin so starke HCB plötzlich in all seine Einzelteile zerfallen? Lange Zeit zum Analysieren haben die Foxes nicht, denn bereits am Dienstag steht Viertelfinale 4 an. Dann will sich der HCB in die Serie zurückbeißen. Der HC Pustertal, der am Samstag seinen dritten Sieg gegen Red Bull Salzburg feierte, kann dagegen ins Halbfinale einziehen.
HC Bozen – Olimpija Ljubljana 2:3
HCB: Harvey (Vallini); Gildon-Seed, Samuelsson-Valentine, Barberio-DiPerna; Schneider-Bradley-McClure, Pollock-Gersich-Gazley, DiGiacinto-Mantenuto-Gennaro, Frigo-Misley-Frank, BrunnerCoach: Shedden
OLL: Tokarski (Kolin); Cosic-Brennan, McNeill-Halbert, MacWilliam-Gregorc, Crnovic-Mehle, Meyer-Boychuk-Drozg, Sabolic-Petan-Mahkovec, Simsic-Quince-Kapel, Pance-Bericic-Bukovec
Coach: Cooper
Tore: 1:0 Matt Bradley (2.52), 2:0 Matt Bradley (27.24), 2:1 Marcel Mahkovec (47.01), 2:2 Andrew MacWilliam (47.15), 2:3 Nicolai Meyer (47.39)
Zuschauer: 3.920
Stand in der Best-of-7-Serie: 1:2
ICE Hockey League:
Red Bull Salzburg – HC Pustertal 3:4Tore: 1:0 Bourke (2.50), 1:1 Bardreau (13.33), 1:2 Frycklund (21.40), 2:2 Nienhuis (27.29), 2:3 Lauridsen (35.24), 3:3 Auer (37.33), 3:4 Blum (37.51)
Zuschauer: 3.400
Stand in der Serie: 0:3
Graz 99ers – Villacher SV 3:1
Tore: 1:0 Swaney (10.18), 2:0 Huber (13.30), 2:1 Wall (26.52), 3:1 Kotkansalo (35.04)
Zuschauer: 4.126
Stand in der Serie: 3:0
Klagenfurter AC – Fehervar AV19 – Spiel 1 am Sonntag
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