
Bozen jubelt über einen kuriosen Triumph. © Vanna Antonello
67 Schüsse bis zum Glück: Ein verrückter Bozen-Sieg
Eines ist klar: Beim HC Bozen kommt der Nervenkitzel in dieser Saison nicht zu kurz. Die Foxes spannten ihre Fans am Freitag lange Zeit so richtig auf die Folter – und ließen sie am Ende doch ganz laut jubeln.
16. Januar 2026
Aus der Sparkasse Arena

Von:
Thomas Debelyak
Fragt man bei Helferlein ChatGPT nach, wie viele Schüsse denn ein Eishockey-Team in einem Match so im Durchschnitt abgibt, dann spuckt das KI-Tool geschwind eine klare Zahl aus: Zwischen 25 und 35 sind normal, in einem dominanten Spiel können es auch gut und gerne mal 35 bis 45 sein. Aber 67? Das ist jenseits von Gut und Böse! Und doch hat der HCB am Freitag gegen Ferencvárosi TC dieses skurrile Kunststück vollbracht.
Warum die mehr als 3.000 Bozner Fans in der Sparkasse Arena dennoch bis zum Schluss zittern mussten? Das lag daran, dass die HCB-Stars nur drei (!) dieser 67 Schüsse im Tor unterbrachten und am Ende mit Ach und Krach mit 3:2 gewannen. Erst ein Treffer von Brad McClure in der 57. Minute erlöste die Weißroten. Der Gegner aus Ungarn schoss in dieser Partie übrigens 23 Mal aufs HCB-Gehäuse.
Ja, es war ein verrücktes Match, das die Fans in der Sparkasse Arena zu sehen bekamen. Nach einem soliden Startdrittel und einer Bozner 2:1-Führung wurde das Ferencvárosi-Tor plötzlich zu einem bombensicheren Safe, der einfach nicht zu knacken war. Dass Cole Schneider & Co. einen Gegner so sehr dominieren wie im Mitteldrittel, hat man lange nicht mehr gesehen. Teilweise spielten die Foxes im Fünf-gegen-Fünf so, als würden sie gerade in doppelter Überzahl agieren. Aber: 26:4 Torschüsse, 0 Tore.
Ferencvárosi-Goalie Bence Balizs zog den Bozner Cracks oft den Zahn. © Vanna Antonello
Im Schlussabschnitt waren es sogar 28 Versuche, die die Bozner Stürmer abgaben, und zum Glück für die Weißroten landete einer der Letzten – abgefeuert von McClure – im Tor zum 3:2. Sonst wäre es richtig ungemütlich geworden. Einer hätte sich jedenfalls gefreut: Ferencvárosi-Goalie Bence Balizs entschärfte sage und schreibe 64 Schüsse und wird diesen Abend wohl lange nicht vergessen. Ein Abend, an dem der HCB zwar bis zur allerletzten Sekunde zittern musste, am Ende aber doch drei Punkte mitnahm.
Die Highlights
| Es zappelt | Bozen startet stark ins Match und führt nach 14 Minuten mit 2:0. Zuerst wird Bradley im Powerplay von Mantenuto mit einem herrlichen No-Look-Pass bedient und schiebt zur Führung ein (10.), dann verwertet Pollock einen Abpraller zum 2:0 (14.). |
| Harvey-Patzer | Hier sieht Bozens Schlussmann nicht gut aus! Mit einem Distanzschuss erwischt Tammela Goalie Harvey auf dem falschen Fuß – durch die Hosenträger rutscht die Scheibe ins Tor (16.). |
| 26 Schüsse... | ... 0 Tore! Im Mitteldrittel bekommen die Fans ein seltenes, höchst skurriles Phänomen zu sehen. 26 Mal schießen die immens überlegenen Bozner aufs Tor, doch kein einziger Versuch geht über die Linie. Langsam wächst der Frust des HCB. |
| Wer sie vorne... | ... nicht macht, kriegt sie hinten. Das Schlussdrittel beginnt deshalb mit dem Ferencvárosi-Ausgleich: Antonen vernascht Bozens Neuzugang Cairns in ganz feinem Stil und macht das 2:2 (45.). |
| Verrückt | Erst wird Gersichs Treffer aberkannt, weil Gildon bei einem Konter völlig unnötig ins Abseits reingelaufen ist. Dann darf Bozen doch noch jubeln: Top-Torjäger McClure bekommt von Schneider die Scheibe auf dem Silbertablett serviert, trifft zum 3:2 ins Netz – und erlöst die Sparkasse Arena. |
Bereits am Sonntag geht es für den HCB weiter – und zwar mit dem Klassiker gegen Salzburg. Die Foxes sind ab 16.30 Uhr in der Mozartstadt zu Gast. Der HC Pustertal, der sich am Freitag knapp gegen Linz durchsetzte, trifft unterdessen zu Hause auf Ferencvárosi.
HC Bozen – Ferencvárosi TC 3:2
HCB: Harvey (Gamper); Samuelsson-Valentine, Gildon-Cairns, Miglioranzi-DiPerna; Frank-Misley-Brunner, Pollock-Gersich-Gazley, Schneider-Bradley-McClure, Frigo-Mantenuto-DiGiacintoCoach: Shedden
FTC: Balizs (Nagy); Bengtsson-Lindgren, Horvath-Luke Green, Hudec-Hadobas; Shaw-Kestila-Laskawy, Gordon Green-Coulter-Antonen, Sofron-Molnar-Tammela, Mihalik-Mattyasovszki-Galajda, Toth
Coach: Saarikoski
Tore: 1:0 Matt Bradley (9.13), 2:0 Brett Pollock (13.43), 2:1 Jussi Tammela (15.55), 2:2 Joose Antonen (44.26), 3:2 Brad McClure (56.01)
Zuschauer: 3.290
Die weiteren Spiele
HC Pustertal – Black Wings Linz 3:1 (hier geht's zum Artikel)Tore: 0:1 St-Amant (1.05), 1:1 Lobis (23.39), 2:1 Lipon (36.17), 3:1 Purdeller (59.31)
Zuschauer: 2.578
Klagenfurter AC – AV Fehérvár 3:2 n.V.
Tore: 1:0 Petersen (16.49), 2:0 Simovic (17.22), 2:1 Messner (21.12), 2:2 Bartalis (23.46), 3:2 Mursak (62.58)
Zuschauer: 4.005
Villacher SV – Red Bull Salzburg 2:5
Tore: 0:1 Nissner (5.08), 0:2 Bourke (9.04), 0:3 St. Denis (13.43), 1:3 Rebernig (33.00), 2:3 Hughes (44.20), 2:4 Coe (52.31), 2:5 Nissner (58.59)
Zuschauer: 3.324
HC Innsbruck – Graz 99ers 3:2
Tore: 1:0 Kudla (27.23), 1:1 Roy (35.40), 1:2 Feldner (36.26), 2:2 Rappold (53.20), 3:2 Benker (55.52)
Zuschauer: 1.800
Pioneers Vorarlberg – Vienna Capitals 4:0
Tore: 1:0 Kernberger (3.15), 2:0 Macierzynski (13.54), 3:0 Korecky (17.58), 4:0 Maier (57.53)
Zuschauer: 1.681
| SP | G | U | V | TV | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. EC Klagenfurt | 37 | 26 | 0 | 11 | 129:87 | 79 |
| 2. Graz99ers | 37 | 25 | 0 | 12 | 121:80 | 75 |
| 3. HCB Südtirol | 37 | 23 | 0 | 14 | 132:93 | 72 |
| 4. EC Salzburg | 38 | 25 | 0 | 13 | 126:78 | 72 |
| 5. Olimpija Ljubljana | 38 | 23 | 0 | 15 | 139:106 | 65 |
| 6. HC Pustertal | 36 | 21 | 0 | 15 | 125:98 | 63 |
| 7. Fehérvár | 38 | 17 | 0 | 21 | 91:119 | 53 |
| 8. Linz | 38 | 18 | 0 | 20 | 120:122 | 49 |
| 9. Ferencvárosi | 38 | 14 | 0 | 24 | 101:135 | 47 |
| 10. Vienna Capitals | 37 | 15 | 0 | 22 | 89:112 | 46 |
| 11. EC Villach | 36 | 14 | 0 | 22 | 110:125 | 44 |
| 12. Vorarlberg | 36 | 12 | 0 | 24 | 89:142 | 36 |
| 13. HC Innsbruck | 38 | 9 | 0 | 29 | 92:167 | 25 |
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