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Bozens Brad McClure kassierte gegen Fehérvár  eine Niederlage. © Alle Fotos: Soos Attila

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Bozens Brad McClure kassierte gegen Fehérvár eine Niederlage. © Alle Fotos: Soos Attila

Blutiges Bozen-Match: Zwei Zähne weg, zwei Punkte auch

Vor der Länderspielpause steht für den HC Bozen noch ein Roadtrip an. Allerdings gab es am Freitagabend in Székesfehérvár kein Erfolgserlebnis, dafür aber eine üble Szene.

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Nach fünf zum Teil spektakulären Siegen in Folge musste der HC Bozen am Freitagabend erstmals wieder als Verlierer vom Eis gehen: Im schwierigen Auswärtsmatch gegen Fehérvár AV19 gab es eine 2:3-Niederlage nach Overtime. Bitter, weil der Spitzenreiter bis kurz vor Schluss noch mit 2:1 in Führung lag, am Ende aber doch in den sauren Apfel beißen und sich mit einem Zähler begnügen musste.


Apropos beißen: Dieses Match wird man Bozens Angreifer Daniel Gellon wohl noch länger ansehen. Der Meraner Neuzugang bekam bereits im ersten Drittel einen Puck mit voller Wucht ins Gesicht. Dabei verlor der 25-Jährige nicht nur viel Blut, sondern ersten Informationen zufolge auch zwei Zähne. In der Kabine musste er mit acht Stichen genäht werden. Was für ein harter Bursche dieser Gellon ist, beweist die Tatsache, dass er im Laufe des Matches trotzdem aufs Eis zurückgekehrt ist.


Am Willen mangelte es also nicht, dafür waren dem HCB am Freitag die Strapazen der letzten Wochen (elf Spiele im Oktober) anzusehen. Die Länderspielpause (ab Sonntag steht für fast zwei Wochen kein Match mehr an) wird den Weißroten gut tun – auch mental, denn gegen Fehérvár machte sich der HCB das Leben oft selbst schwer. Sieben zum Teil leichtfertige Strafen sorgten dafür, dass die Ungarn, die ebenfalls nicht ihr bestes Eishockey zeigten, immer an den Sieg glauben durften. Und diesen am Ende auch einfahren konnten.

Ende einer beeindruckenden Serie

Beim HCB ging unterdessen eine spektakuläre Serie zu Ende. Goalie Marco Costantini, der zuletzt zwei Shutouts gefeiert hatte, kassierte erstmals nach 198 Minuten wieder einen Gegentreffer. Den Bozner Allzeitrekord von Gianluca Vallini (204 Minuten) verpasste der Kanadier knapp. Auch für Costantini war es nicht der beste Abend: Beim entscheidenden Fehérvár-Treffer sah der Bozner Backup unglücklich aus, zumal er sich die Scheibe mit dem Schlittschuh selbst über die Linie drückte.

Die Highlights

Blutiger StartDer Aufreger des ersten Drittels? Die Gellon-Verletzung. Der Meraner bekommt aus kürzester Distanz einen Schuss ins Gesicht und verliert zwei Zähne. Trotzdem kehrt er im Laufe des Matches aufs Eis zurück.
Bann gebrochenBozen geht nach einer halben Stunde in Führung: Ein Schuss von Leslie prallt an die Bande und an die Kelle von Schneider, der die Übersicht für Bradley hat – und schon steht’s 1:0 (39.).
1:1 statt 2:0Der HCB jubelt wenig später erneut, als McClure mit einem satten Schuss zum 2:0 trifft. Nach minutenlangem Videostudium wird der Treffer aber zurückgenommen: Bradley hatte unerlaubterweise den Torhüter behindert. Quasi im Gegenzug fällt der Ausgleich: Im Powerplay erwischt Terbocs den HCB-Goalie Costantini genau unter die Hosenträger (39.).
Lucky PunchIm Schlussdrittel gelingt Bozen zunächst die neuerliche Führung, als Schneider ein No-Look-Traumassist auf Mantenuto auspackt (45.). Doch dann beweist Fehérvár Herz und stellt das Ergebnis auf den Kopf. Kuralt erzielt aus dem Getümmel heraus den 2:2-Ausgleich (54.), in der Overtime fällt der Siegtreffer dann höchst kurios. MacPherson spielt die Scheibe von hinter dem Tor blind nach vorne, und von Costantinis Schlittschuh kullert das Spielgerät über die Linie (63.).

Der HCB-Tross, der die Tabelle weiterhin anführt, reist nun nach Wien, wo am Sonntag ab 17.30 Uhr das letzte Match vor der Länderspielpause steigt. Danach sind die Foxes erst wieder am 13. November im Einsatz. Der HC Pustertal hat am Freitagabend einen 3:1-Sieg gegen Salzburg gefeiert, während der Milano HC beim 7:3 gegen Vorarlberg den langersehnten Befreiungsschlag landen konnte.

Fehérvár AV19 – HC Bozen 3:2 n.V.

AVS: Reijola (Hedegüs); Stipsicz-Campbell, MacPherson-Persson, Kiss-Horvath, Falus; Cheek-Mihalik-Farren, Erdely-Cyr-Kuralt, Hari-Nemeth-Terbocs, Kulmala-Farkas-Ambrus
Coach: Dent

HCB: Costantini (Domingue); van de Leest-Leslie, Hillman-Buono, Kivihalme-Larcher; Schneider-Bradley-McClure, Fuchs-Elson-Gazley, DiGiacinto-Mantenuto-Gellon, Frigo-Misley-Remolata
Coach: Karhula

Tore: 0:1 Matt Bradley (28.38), 1:1 Istvan Terbocs (38.41), 1:2 Daniel Mantenuto (44.26), 2:2 Anze Kuralt (53.03), 3:2 Justin MacPherson (62.19)

Zuschauer: 3.788

Die weiteren Spiele

HC Pustertal – Red Bull Salzburg 3:1
Tore: 1:0 Fitzgerald (16.55), 2:0 Di Tomaso (31.57), 2:1 Claesson (38.04), 3:1 Bardreau (52.22)
Zuschauer: 3.088

Graz99ers – EC KAC 3:1
Tore: 1:0 Currie (35.41), 2:0 Conley (46.51), 3:0 Conley (48.22), 3:1 Sablattnig (54.24)
Zuschauer: 4.126

Olimpija Lubljana – Vienna Capitals 3:1
Tore: 1:0 Halbert (14.13), 1:1 Antonitsch (26.13), 2:1 Brennan (43.26), 3:1 Lawrence (57.55)
Zuschauer: 2.136

HC Milano – Pioneers Vorarlberg 7:3
Tore: 1:0 Hannoun (4.32), 2:0 Lindquist (5.33), 3:0 Pietroniro (9.55), 4:0 Dello (14.24), 4:1 Serdachny (21.02), 4:2 Allan (25.49), 5:2 Saracino (36.51), 6:2 Valentine (37.04), 6:3 Kallionkieli (45.46), 7:3 Frycklund (58.40)
Zuschauer: 1.645


SPGUVTVP
1. HCB Südtirol16120466:3837
2. Linz16120464:4036
3. Olimpija Ljubljana16110567:4232
4. HC Pustertal14100443:3229
5. EC Klagenfurt1690758:4927
6. Graz99ers1690746:4627
7. EC Salzburg1680848:5025
8. HC Mailand17701054:5523
9. Fehervar17701036:5421
10. EC Villacher SV1460839:3920
11. Vienna Capitals1570839:4220
12. Ferencvarosi1460840:5017
13. HC Innsbruck16601034:5315
14. Vorarlberg17001736:801

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