
Im Derby wurde auch richtig zugelangt. © I. Foppa / HC Pustertal
Bozner Jubel und Pusterer Frust: Die Derby-Stimmen
Dieses Derby war beste Werbung für den Südtiroler Eishockeysport: Der HC Pustertal und der HC Bozen haben sich am Samstag ein hochklassiges und mitreißendes Duell geliefert, nach dem die Gefühlswelten gespalten waren. Wir präsentieren die Stimmen.
04. Januar 2026
Aus der Intercable Arena

Von:
Thomas Debelyak
„Das hat heute echt Spaß gemacht“, sagte Bozens Kapitän Daniel Frank am späten Samstagabend im Kabinentrakt der Intercable Arena. Mit seinem HCB hat der Meraner gerade einen 5:3-Sieg über den Erzrivalen HC Pustertal errungen. Ein Sieg, der besonders süß schmeckte, immerhin war es ein enorm umkämpftes Derby, in dem das Momentum ständig hin und her wechselte; ein Derby, das bis zuletzt auf des Messers Schneide war; ein Derby, in dem sich zwei Teams mit offenem Visier und auf Augenhöhe begegneten.
„Wir haben vorne unsere Chancen eiskalt genutzt“, meinte Frank und fügte im selben Atemzug an: „Jeder von uns hat heute alles reingeworfen. Man sieht den Aufschwung unseres Teams. Es war eine geile Atmosphäre.“ Warum es beim HC Bozen, der nun sieben seiner letzten acht Partien gewonnen hat, plötzlich wieder so läuft? „Man merkt, dass wir wieder Selbstvertrauen haben. Der neue Trainer hat an einigen Stellschrauben gedreht, zuallererst in unserer eigenen Zone, dann im Forechecking. Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft sind, und nun konzentriert sich einfach jeder darauf, seinen Job zu erledigen.“
Die Pusterer machten ein starkes Spiel, blieben aber ohne Punkte. © I. Foppa / HC Pustertal
Beim HC Pustertal herrschte nach dem Match dagegen Frust vor. „Dieses Spiel zu verlieren, ist natürlich brutal bitter. Bozen ist unser Erzrivale, da wollten wir unbedingt gewinnen. Sie haben ihre Chancen aber genutzt, wir nicht“, so Tommy Purdeller, der am Samstag zu den besten Akteuren auf dem Eis zählte. Mit seinem Doppelpack hielt er die Pusterer Hoffnung auf einen Sieg lange am Leben. „Im Endeffekt zählt aber, ob man gewinnt, und das haben wir nicht geschafft.“
Frust, aber auch Zuversicht
Pustertal hat nun sieben seiner letzten zehn Partien verloren und ist damit auf Rang sechs des Klassements abgerutscht. „Wir müssen zu unserem Spiel zurückfinden und wieder die Mentalität eines Underdogs finden. Dann sind wir für jeden ein harter Gegner. Trotzdem denke ich, dass das heute ein Schritt in die richtige Richtung war“, so Purdeller. In eine ähnliche Kerbe schlägt sein Trainer Jason Jaspers. „Wenn du verlierst, ist das immer frustrierend. Wir haben heute aber ein gutes Match gemacht, viele unserer Cracks haben richtig stark gespielt. Leider haben uns die Special Teams etwas im Stich gelassen. Trotzdem war es ein Schritt nach vorne.“Für Pustertal und Bozen stehen nun zwei Kracher an. Am Montag sind die Wölfe bei Spitzenreiter Klagenfurt zu Gast (19.15 Uhr), während Bozen ab 19.45 Uhr in der Sparkasse Arena Red Bull Salzburg empfängt. Die Bullen haben am Samstagabend ihren 10. Sieg in Folge (!) gefeiert. Damit treffen zwei Teams in absoluter Hochform aufeinander.
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