
Matthias Mantinger, Stürmer des HC Pustertal. © HC Pustertal
„In unserer Kabine war der Schock riesig“
Nach dem Overtime-Sieg zum Playoff-Start gegen Red Bull Salzburg ist die Euphorie beim HC Pustertal groß. Allerdings gingen die schlimmen Geschehnisse der letzten Stunden auch an den Wölfe-Cracks nicht spurlos vorbei.
12. März 2026
Von: det
Es gibt eine Zahl, die relativ gut untermauert, dass Red Bull Salzburg eine Mannschaft ist, die dem HC Pustertal liegt. Seit dem Liga-Eintritt der Wölfe gab es zwischen den beiden Klubs 21 Duelle – 12 Mal hieß der Sieger Salzburg, neun Mal verließ Pustertal das Eis als Sieger. „Eine solche Bilanz gegen den vierfachen Serienmeister ist nicht schlecht“, meint Matthias Mantinger, Stürmer der Wölfe, im Gespräch mit SportNews.
„Wir haben in den letzten Jahren – aus welchem Grund auch immer – einen Weg gefunden, um den Salzburgern weh zu tun“, so der 29-jährige Kalterer. Heuer lautet die Bilanz bislang: Vier Pusterer Siege, ein Salzburger Triumph, wobei den Wölfen am Dienstag mit dem Auswärtscoup zum Playoff-Start der süßeste Sieg gelang. „Es war ein Duell auf Augenhöhe, das zeigen auch die Statistiken. Es hat Momente gegeben, in denen drückten uns die Bullen minutenlang hinten rein. Unser schnelles Umschaltspiel und die Disziplin haben uns aber sehr geholfen“, analysiert Mantinger.
„Hier geht es um ein Menschenleben, das ist 100.000 Mal wichtiger als der Sport.“ Matthias Mantinger
Das alles ist am Dienstag jedoch in den Hintergrund gerückt: Im Viertelfinalduell zwischen Klagenfurt und Fehervar erlitt KAC-Defender Jordan Murray auf dem Eis einen Herzstillstand. „Der Schock in unserer Kabine war riesig, als wir das erfahren haben“, erklärt Mantinger.
Jordan Murray musste wiederbelebt werden.
„In so einem Moment rückt das Sportliche total in den Hintergrund. Ich muss sagen, dass die Euphorie, die Stimmung nach dem Sieg schnell weg war, als wir das gehört haben. Hier geht es um ein Menschenleben, das ist 100.000 Mal wichtiger als der Sport. Wir sind in Gedanken bei Jordan Murray und hoffen, dass er das übersteht.“
Die gute Nachricht: Murray ist auf dem Weg der Besserung. Am Mittwochvormittag hatte der KAC vermeldet, dass der 33-jährige Kanadier stabil sei. Am Nachmittag berichtete die Krone dann, dass Murray aus dem künstlichen Tiefschlaf erwacht und ansprechbar sein soll.
Die Intercable Arena wird am Donnerstag wohl ausverkauft sein. © HC Pustertal
Diese guten Nachrichten machen es nun deutlich leichter, sich mit viel Freude auf das Eishockey zu konzentrieren. Am Donnerstag ab 19.15 Uhr will der HC Pustertal in der Intercable Arena gegen Salzburg nachlegen. Immer mehr drängt sich die Frage auf: Sind die Bullen heuer etwa zu knacken? „Ich bin der Meinung, dass jede Mannschaft schlagbar ist – warum dann nicht auch Salzburg? Wir werden alles daran setzen, eine starke Serie zu spielen und das Viertelfinale zu überstehen. Und in den Playoffs ist immer alles möglich.“
Wie reagiert der HC Bozen?
Der HC Bozen sinnt am Donnerstag unterdessen im Auswärtsspiel in Ljubljana auf Wiedergutmachung. Die Foxes mussten zum Auftakt am Dienstag eine bittere Pille schlucken: Bis 36 Sekunden vor Schluss lagen die Weißroten mit 2:1 in Führung, kassierten dann aber noch den Ausgleich und in der Overtime schnell den Treffer zum 2:3, der die Niederlage besiegelte.Trotzdem: Auch wenn Bozen gegen Liga-Topscorer Nicolai Meyer & Co. nicht geglänzt hat, so kontrollierten die Foxes über weite Strecken das Spiel. Das gibt Mut für den Donnerstag. Nicht mit dabei sind Enrico Larcher (angeschlagen) und Pascal Brunner, der für Meran in der Alps Hockey League aufläuft.
ICE-Viertelfinale, Game 2 (Best-of-7) – Donnerstag, 19.15 Uhr
HC Pustertal – Red Bull SalzburgStand in der Serie: 1:0
Olimpija Ljubljana – HC Bozen
Stand in der Serie: 1:0
Villacher SV – Graz99ers
Stand in der Serie: 0:1
Klagenfurter AC – Fehervar AV19 (verschoben)
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