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Beim Duell Mailand gegen Bozen wurde großes Spektakel geboten, auf und abseits des Eises © MHC/Nicola Martello

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Beim Duell Mailand gegen Bozen wurde großes Spektakel geboten, auf und abseits des Eises © MHC/Nicola Martello

Mailand feiert Eishockeysport – und Bozen jubelt

Es war ein denkwürdiger Sonntag für den italienischen Eissport: Erstmals seit 14 Jahren standen sich die Hockey-Großmächte Mailand und Bozen gegenüber. Das Duell der Erzrivalen wurde zum berauschenden Fest – auch wenn es am Ende den „falschen“ Sieger gab.

Aus der Fiera Ice Arena in Mailand

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Als „Derby d'Italia“ hatten es beide Seiten breitspurig präsentiert. Ein Spiel, das Eishockey-Italien seit seiner Erstaustragung vor 92 Jahren in seinen Bann zieht wie kein anderes. Es sollte ein Spektakel werden mit besonderem Rahmen.


Mehr als 60 akkreditierte Journalisten waren dabei, fast 4.000 Zuschauer pressten sich in die Halle, es gab Sicherheitsvorkehrungen wie bei einem Fußballspiel, tagelang bereiteten sich Polizeikräfte aus beiden Städten auf dieses Duell vor. Es wurde schließlich ein riesengroßes Sportfest. Und das 63 Minuten lang – bis Bozens Cole Schneider die Feierlichkeiten beendete. Die Foxes gewannen in der Verlängerung mit 4:3. Erst weit nach Spielende kam es dann doch zu den befürchteten Unruhen, nämlich als Mailänder Randalierer die Bozner Fanbusse angriffen.

Bozen gleicht drei Mal aus

Drinnen in der Arena ließen sich die HCB-Cracks zuvor von den rund 200 mitgereisten Schlachtenbummlern für eine leidenschaftliche Vorstellung feiern. Gleich drei Mal machten sie einen Rückstand wett. Und dennoch: Der Gästesieg war an diesem Abend durchaus glücklich. In einer Partie voller Tempo, Emotionen, aber auch Fehler waren die Hausherren über weite Strecken tonangebend. Angeführt wurden sie dabei durch Kapitän und Ex-HCB-Crack Scott Valentine.

Dabei konnte Mailands Coach Doug Shedden, auch er ein letztjähriger Bozner, nur 17 Feldspieler aufbieten – darunter auch den Grödner Diego Kostner. Das dezimierte Aufgebot ließ sich die zurückliegenden, wochenlangen Reisestrapazen aber lange nicht anmerken. Erst in der Verlängerung setzte Bozen all seine Qualitäten – und auch die frischeren Beine – gekonnt in Szene. Dem zum Trotz ließen sich danach beide Teams wie Sieger von den jeweiligen Fankurven feiern.

Die Höhepunkte

Das Scheunentor......der Bozner steht sperrangelweit offen! Im Startdrittel bricht Mailand immer wieder durch, scheitert aber lange an Goalie Louis Domingue. In der 11. Minute muss aber auch er sich geschlagen geben: Zac Leslie lässt Nick Caamano ungehindert vors Tor ziehen und der trifft eiskalt zum 1:0.
Die Reaktion......folgt im Mitteldrittel. Cole Schneider fängt die Scheibe an der blauen Linie ab und spielt Turner Elson in den Lauf, der trifft staubtrocken (25.). Auf die Reaktion folgt aber die Gegenreaktion: Nur drei Minuten nach dem 1:1 bringt der frühere Meraner und Sterzinger Mailand mit einer Deflection wieder in Front.
Das Pech......klebt dem HCB lange auf der Kelle. Bereits vor der Mailänder 1:0-Führung war Enrico Larcher ein Tor wegen vermeintlicher Tormannbehinderung aberkannt worden, gegen Ende des Schlussdrittels trifft Schneider auch noch den Pfosten. Erst Isaac Ratcliffe sorgt mit einem Onetimer in der 43. Minute für das befreiende 2:2 (43.)
Der Ex-Wolf......Mikael Frycklund sorgt dafür, dass die Lombarden zum dritten Mal an diesem Abend in Führung gehen. Er spielt Last-Minute-Neuzugang David Lindquist frei, der zum 3:2 einnetzt (49.). Doch wieder sind die Foxes postwendend zur Stelle, diesmal durch Jackson Van de Leest, der mit seinem ersten HCB-Tor zum 3:3 trifft (55.).
Der Gamewinner......ist am Ende Cole Schneider! Er lässt den bis hierhin so starken Mailand-Goalie Jake Smith in der dritten Minute der Verlängerung aussteigen und erzielt den 4:3-Siegtreffer der Foxes. Es ist der Schlusspunkt dieses Eishockeyfestest, dieses „Derby d'Italia“.

Durch diesen Sieg steht der HC Bozen weiter an der Tabellenspitze – und zwar jetzt punktegleich mit Linz. Mailand liegt nach seiner vierten Pleite am Stück im Klassement unmittelbar vor dem HC Pustertal an Position sechs. Die Wölfe verloren am Sonntag bei Tabellennachbar Wien mit 2:3.


Milano HC – HCB Südtirol Alperia 3:4 n.V.

Milano: Smith (Berti); Valentine-Grant, Dello-Wylie, Albis Olmo-Gios; Pietroniro-Cuglietta-Madaschi, Caamano-McLaughlin-Hannoun, Frycklund-Lindquist-Chiodo, McKegg, Kostner.
Coach: Shedden

HCB: Domingue (Costantini); Van de Leest-Leslie, Hillman-Buono, Kivihalme-Larcher; Schneider-Elson-McClure, Ratcliffe-Bradley-Gazley, DiGiacinto-Mantenuto-Gellon, Frigo-Misley-Remolato
Trainer: Karhula

Tore: 1:0 Nick Caamano (10.39), 1:1 Turner Elson (24.17), 2:1 Lucas Chiodo (27.51), 2:2 Isaac Ratcliffe (42.10), 3:2 David Lindquist (48.56), 3:3 Jackson Van de Leest (54.19), 3:4 Cole Schneider (62.49)

Zuschauer: 3.750 (ausverkauft)


Die weiteren Sonntag-Spiele:

Vienna Capitals – HC Pustertal 3:2 (hier der Bericht)
Tore: 0:1 Lipon (35.23), 1:1 Vey (39.45), 1:2 Fitzgerald (46.24), 2:2 Bailen (52.26), 3:2 Gregoire (57.27)'
Zuschauer: 5.020

Fehervar – Graz 2:3 n.V.
0:1 Collins (04.52), 0:2 Lippitsch (14.12), 1:2 Zloty (18.57), 2:2 Ambrus (36.29), 2:3 Collins (63.27)
Zuschauer: 3.617

Ljubljana – Ferencvaros 5:1
1:0 Brennan (01.38), 2:0 Meyer (44.29), 2:1 Kestila (47.22), 3:1 Urbas (52.53), 4:1 Meyer (53.42), 5:1 Pance (55.10)
Zuschauer: 2.019

Klagenfurt – Salzburg 5:3
Tore: 1:0 Waschnig (2.28), 2:0 Göransson (2.56), 2:1 Huber (6.08), 3:1 Herburger (7.18), 3:2 Nienhuis (13.47), 4:2 Sablattnig (25.41), 5:2 Herburger (33.29), 5:3 Huber (41.31)
Zuschauer: 4.041

Innsbruck – Villach 3:2 n.V.
Tore: 1:0 Witting (8.31), 2:0 Wallenta (22.15), 1:2 Teasdale (48.40), 2:2 Owre (58.14), 3:2 Meyer (61.52)
Zuschauer: 2.000

Vorarlberg – Linz 1:4
Tore: 0:1 Wimmer (22.21), 0:2 Shaw (33.03), 0:3 Topping (36.21), 0:4 Shaw (37.56), 1:4 Seppälä (47.55)
Zuschauer: 1.264


SPGUVTVP
1. HCB Südtirol970235:2321
2. Linz1070339:2821
3. EC Klagenfurt1070342:3020
4. Olimpija Ljubljana960342:2617
5. HC Mailand1050530:3216
6. HC Pustertal850326:2214
7. Vienna Capitals950427:2614
8. Graz99ers1050526:2914
9. EC Villacher SV940525:2813
10. EC Salzburg1040633:3613
11. HC Innsbruck1050525:2813
12. Fehervar1030719:3311
13. Ferencvarosi830524:2910
14. Vorarlberg10001021:441

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