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Daniel Frank geht neue Wege abseits der Eisfläche.

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Daniel Frank geht neue Wege abseits der Eisfläche.

Nach Bozen-Aus: Daniel Frank hat genug vom Eishockey

Was macht Daniel Frank? Es war über Monate die meistgestellte Frage im Südtiroler Eishockey – bis der HC Bozen Klarheit schuf: Seine Zeit bei den Foxes ist vorbei. Jetzt zieht der langjährige Kapitän selbst einen definitiven Schlussstrich. Allerdings könnte es beim HCB zu einem Wiedersehen kommen.

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Die Beziehung zwischen dem HC Bozen und Daniel Frank bot in diesem Sommer reichlich Stoff für eine TV-Soap. Nach außen hin heile Welt, hinter den Kulissen wilde Gerüchte. Bleibt er bei seinem Herzensverein? Will ihn dieser überhaupt noch? Und wenn ja, in welcher Rolle? Jetzt ist die Romanze aus. Die Foxes und ihr langjähriger Fanliebling trennen sich.


Daniel Frank prägte eine Ära beim HC Bozen. Er war der einzige Spieler, der dem Klub vom EBEL-Beitritt an bis heute die Treue hielt. In diesen 13 Jahren sammelte er 2 Meistertitel, 715 Spiele, 166 Scorerpunkte – und vor allem: die Sympathien der Bozner Anhänger. Er war nie das größte Eishockeytalent. Dafür zeigte er, wie man es mit Willen, Herz und Leidenschaft bis nach ganz oben schaffen kann. Jetzt verlässt er Bozen als Vereinslegende.

„Der Verein hat völlig transparent gehandelt“ Daniel Frank

Doch wohin geht Daniel Frank? Die Antwort ist simpel, hat aber Gewicht: „In den Ruhestand“, sagt der 32-Jährige. Den SportNews-Lesern verrät er auch, warum: „Ich habe dem Eishockeysport mein Leben verschrieben, alles reingeworfen. Über Jahre. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, abzutreten.“

HCB-Boss Dieter Knoll und Daniel Frank trennten sich im Guten. © HCB

HCB-Boss Dieter Knoll und Daniel Frank trennten sich im Guten. © HCB

Zur Wahrheit gehört aber auch: Ganz freiwillig kam der erwähnte Zeitpunkt nicht. Beim HC Bozen, seinem Herzensverein, war für ihn keine zentrale Rolle mehr vorgesehen. „Ich hege aber keinen Groll. Wir standen über Wochen in engem Austausch, der Verein hat hier völlig transparent gehandelt. Ich habe meine Vorstellungen geäußert, genauso hat die Klubführung ihren Plan vorgelegt.“ Frank betont, dass sich Klub-Boss Dieter Knoll ihm gegenüber „wie ein Signore“ verhalten habe. „Da ist über all die Jahre etwas zusammengewachsen, das übers Sportliche hinausgeht.“

Eine Rückkehr in anderer Funktion?

Aussagen wie diese sind ein Indiz dafür, dass es für den langjährigen Kapitän beim HC Bozen womöglich in einer anderen Funktion weitergeht. Er könnte in der sportlichen Führung einsteigen, Gespräche soll es bereits gegeben haben. Frank allerdings bremst: „Ganz so schnell wird das nichts. Ich liebe diesen Verein, die Sparkasse Arena ist meine Heimat. Das bleibt auch so. Jetzt allerdings brauche ich erstmal eine Pause vom Leistungssport.“
„Das Eishockey in Meran ist mir wichtig, da macht man sich natürlich Gedanken“ Daniel Frank

Dabei gibt es etwas, das Frank die vergangenen Wochen ins Grübeln brachte: der HC Meran. „Das Eishockey in meiner Heimatstadt ist mir wichtig, da macht man sich natürlich Gedanken“, sagt Frank, der mit seiner Freundin in Untermais nur einen Steinwurf von der MeranArena entfernt lebt. „Ich bin aber jemand, der die Sachen ganz oder gar nicht macht.“

Der Meraner hat sich nämlich längst einem anderen Projekt verschrieben – einem, das zwar mit Eis, aber nicht mit Eishockey zu tun hat. „Gemeinsam mit einem Freund habe ich ein Unternehmen gegründet, das Eiswürfel produziert“, verrät er. Dafür haben die beiden eine Halle in Sinich angemietet, beliefert wird der Lebensmittelhandel und das Gastgewerbe bis über die Landesgrenzen hinaus. Es ist ein Fulltime-Job, der sich ohnehin kaum mit einer weiteren Saison als Eishockeyprofi hätte vereinbaren lassen

Daniel Frank war zuletzt der einzige zweifache ICE-Meister im Bozner Kader. © HCB

Daniel Frank war zuletzt der einzige zweifache ICE-Meister im Bozner Kader. © HCB


Frank hat an seinem neuen Arbeitsplatz gerade Hochsaison – und dennoch schweifen seine Gedanken immer wieder von den Eiswürfeln zurück aufs Eis. „Der zweite Meistertitel mit Bozen. Vom letzten Platz zum totalen Triumph, und dann diese unglaublich geile Truppe“, schwärmt er lächelnd. „Meine damaligen Mitspieler Alexander Egger und Trent Whitfield haben mich geprägt.“

Natürlich habe es auch ganz bittere Momente gegeben. „Unglaublich bittere sogar, wie das verlorene siebte Finalspiel gegen Salzburg“, erinnert sich der zuletzt dienstälteste HCB-Spieler. „Aber so ist das Eishockey, so ist das Leben: Mal gewinnt man, mal verliert man.“ Wichtig sei, so Frank, „dass man immer wieder aufsteht und nach vorne schaut.“ Genau das tut die Bozner Vereinslegende jetzt. Sie blickt nach vorne – in ein neues Kapitel. Eines mit Eis, aber ohne Eishockey. Vorerst zumindest.

Daniel Frank: Seine Karriere

AusbildungHC Meran, RB Salzburg, ESV Kaufbeuren
VereineHC Meran (2012-2013), HC Bozen (2013-2026)
EinsätzeICE Hockey League 681 Spiele (162 Punkte), Champions Hockey League 33 Spiele (4 Punkte), Serie B 39 Spiele (20 Punkte)
Nationalteam4 Weltmeisterschaften, 92 Einsätze
Erfolge2 Mal EBEL-Meister (2014, 2018), U20-Weltmeister 1. Division (2013)

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