
Die Mailänder Fans werden für die Gewalttaten belangt. © MHC
Nach Fan-Krawallen: So reagieren Mailand und Bozen
Es waren Bilder, die italienweit durch die Medien gingen und ein eigentliches Eishockeyfest in den Hintergrund rücken ließen. Mailänder Ultras griffen am Sonntag Bozner Fanbusse an. Jetzt äußern sich beide Vereine gemeinsam zu den Geschehnissen. Auch erste Sanktionen wurden getroffen.
12. Oktober 2026
Von: fop
Rund drei Stunden lang hatten fast 4.000 Fans das erstmalige Wiedersehen zwischen Mailand und dem HC Bozen in der neuen Fiera Ice Arena in Rho gefeiert. Und das selbst noch, als die Gäste in der Verlängerung den Sieg davontrugen. Viel später, im Außenbereich der Arena, schlug die sportliche Rivalität aber in pure Gewalt um.
Mailander Randalierer griffen die abfahrenden Bozner Fanbusse mit Steinen, Stangen und Gürteln an. Anhänger beider Lager prügelten sich minutenlang ehe die Polizeikräfte Herr der Lage wurde (SportNews berichtete). Glücklicherweise wurden keine Verletzten gemeldet, die Ermittlungen der Ordnungshüter laufen. Die Bilder der Ausschreitungen machten jedenfalls am Montagmorgen vielerorts die Runde und ließen einen sportlich außergewöhnlichen Eishockeyabend weit in den Hintergrund rücken.
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Auch in den beiden Vereinshäusern war man am Tag danach mit der Aufarbeitung der Vorfälle vor dem Stadion beschäftigt. Um 13 Uhr ging der Milano HC und der HC Bozen schließlich mit einer gemeinsam abgefassten Stellungnahme an die Öffentlichkeit. In dieser verurteilen sie die Vorkommnisse aufs Schärfste. Beide Vereine bekräftigen ausdrücklich, dass „die Rivalität zwischen den Mannschaften ausschließlich auf sportlicher Ebene ausgetragen werden darf. Gewalt, Aggression und respektloses Verhalten haben weder in den Sportstätten noch in deren Umfeld einen Platz.“
Mailand verhängt Stadionverbote
Beide Seiten wollen auch in Hinblick auf das nächste Aufeinandertreffen am 27. November in Bozen alles dafür tun, dass dieses Duell von Leidenschaft und gegenseitigem Respekt getragen wird. Außerdem unterstrich der HCB, dass er in Mailand „äußerst professionell empfangen wurde und die Sicherheitsmaßnahmen innerhalb des Stadions voll und ganz angemessen waren.“ Ein Beleg dafür, dass die Zusammenarbeit zumindest auf Vereinsebene bestens funktioniert.„Die Verantwortlichen wurden identifiziert“ Mailand-Präsident Christof Leitner
Laut Christof Leitner, dem Mailänder Vereinspräsidenten, wurden die Randalierer bereits ausfindig gemacht. „Leider haben sich die betreffenden Vorfälle außerhalb der Arena, auf den öffentlichen Verkehrswegen rund um das Messegelände, ereignet“, so Leitner, der wie folgt zitiert wird: „Die Verantwortlichen wurden identifiziert, bei den zuständigen Behörden wurden offizielle Anzeigen erstattet, und gegen die beteiligten Personen wurde ein Verbot des Zutritts zur Arena verhängt.“
Die Stellungnahme der beiden Vereine im Wortlaut:
- Der Milano Hockey Club und der HCB Südtirol Alperia verurteilen die Vorfälle im Anschluss an das Spiel am Sonntag, dem 11. Oktober, in der Fiera Ice Arena in Rho aufs Schärfste.
- Ein solches Verhalten ist inakzeptabel und widerspricht den Werten des Sports ebenso wie der Leidenschaft, dem Fairplay und dem gegenseitigen Respekt, für die die große Mehrheit der Fans beider Mannschaften steht.
- Das Duell zwischen Mailand und Bozen, das nach fast 14 Jahren erstmals wieder stattfand, bot vor rund 4.000 Zuschauern einen außergewöhnlichen Eishockeyabend. Die Begegnung war geprägt von großer Begeisterung, einer mitreißenden Atmosphäre und der gemeinsamen Leidenschaft für den Eishockeysport. Diese positiven Eindrücke verdienen es, so in Erinnerung zu bleiben und gewürdigt zu werden.
- Beide Vereine bekräftigen ausdrücklich, dass die Rivalität zwischen den Mannschaften ausschließlich auf sportlicher Ebene ausgetragen werden darf. Gewalt, Aggression und respektloses Verhalten haben weder in den Sportstätten noch in deren Umfeld einen Platz.
- Der Milano Hockey Club und der HCB Südtirol Alperia werden sich auch künftig gemeinsam für eine positive und verantwortungsbewusste Fankultur einsetzen, die von Leidenschaft, Fairplay und gegenseitigem Respekt getragen wird. Denn die Begeisterung für den Eishockeysport verbindet – Rivalität darf niemals zu Feindseligkeit werden.
- Abschließend möchte der HCB Südtirol Alperia unterstreichen , dass er vom Milano Hockey Club äußerst professionell empfangen wurde und die Sicherheitsmaßnahmen innerhalb des Stadions voll und ganz angemessen waren.
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