
Alle gegen alle: Pustertal und Ljubljana lieferten sich ein vogelwildes Match. © Domen Jancic
Pusterer Wild-West-Halbfinale: „So etwas noch nie erlebt“
Bereits am Donnerstag kehrt der HC Pustertal in den Ring zurück: Ab 19.45 Uhr (SportNews-Liveticker) treffen die Wölfe in der Intercable Arena im dritten Halbfinale auf Olimpija Ljubljana. Das Gesprächsthema ist aber auch in diesen Stunden noch das vogelwilde Match vom Dienstag. Nun hat sich Verteidiger Daniel Glira dazu geäußert.
02. April 2026
Von: det
Harte Checks, Bandenduelle, Scharmützel, Rudelbildungen: Dass in den Eishockey-Playoffs die Emotionen überhand gewinnen, kommt in gefühlt jedem Match vor und macht diesen Sport auch aus. Dass eine Partie aber so aus dem Ruder läuft wie am Dienstag zwischen Olimpija Ljubljana und dem HC Pustertal, das hat doch Seltenheitswert.
143 Strafminuten für Ljubljana, 93 für Pustertal, 236 in der Summe – es waren Wild-West-Szenen, die sich in der Hala Tivoli abspielten. Da verkam der Pusterer 3:0-Sieg (und somit der zweite Erfolg im zweiten Spiel der Serie) fast zur Randnotiz.
In den Schlussminuten ging es drunter und drüber. © Domen Jancic
Vor allem im Schlussdrittel brachen alle Dämme: Die frustrierten Ljubljana-Cracks, die sich bereits das gesamte Spiel über mit ihrem harten Spiel am Rande der Legalität bewegten, zettelten eine Massenschlägerei nach der nächsten an. Allein in den letzten zehn Minuten verteilten die Referees 185 Strafminuten, in den Kühlboxen saßen teilweise mehr Spieler als auf der Auswechselbank.
„Es war von Beginn an diese Spannung drin.“ Daniel Glira
„Nein, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Daniel Glira am Tag nach diesem Match. „Das waren schon enorm viele Strafen, die da gefallen sind. Man weiß ja, dass es in den Playoffs oft wild zugeht, vor allem, wenn eine Mannschaft im Rückstand ist und ein Zeichen setzen will. Das hat man bei Ljubljana gesehen.“
Auch Pustertals Austin Osmanski (in Gelb) ließ die Handschuhe fallen. © Domen Jancic
Der Toblacher Verteidiger ergänzt: „Es war von Beginn an diese Spannung drin, das hat sich immer weiter hochgeschaukelt, und dann ist eben das rausgekommen, was rausgekommen ist. Es war auch die eine oder andere fragwürdige Aktion darunter.“
Sperre für Petan
Trotz dieser enormen Strafenflut zeigte sich das Sportgericht gnädig: Lediglich gegen Olimpijas Alex Petan wurde eine Sperre von zwei Partien verhängt. Sein schmutziger Check gegen den am Boden liegenden Henry Bowlby war der Tiefpunkt an diesem Wild-West-Abend.„Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren.“ Daniel Glira
„Wir müssen schauen, dass wir uns davon nicht drausbringen lassen. Am Dienstag haben wir selbst auch viele Strafen genommen, ich denke, am Donnerstag erwartet uns in der Intercable Arena ein ähnliches Match. Wir müssen unbedingt kühlen Kopf bewahren“, gibt Glira die Marschrichtung vor.
Pasquale seit 208 Minuten unbezwungen
Die Trümpfe hat der HC Pustertal mittlerweile alle auf seiner Seite. Die Wölfe sind in einer berauschenden Form, haben alle sechs Playoff-Spiele gewonnen und in den beiden Halbfinalpartien gegen Ljubljana noch kein einziges Tor kassiert. Goalie Eddie Pasquale ist serienübergreifend seit 208 Minuten unbezwungen.„Wir spielen brutal stabil, lassen wenig zu, und wenn dann doch mal was durchgeht, dann ist unser Goalie Eddie zur Stelle. Die Serie gegen Salzburg hat uns mächtig Selbstvertrauen gegeben“, so Glira, der gleichzeitig betont: „Es liegt noch ein weiter Weg vor uns.“
ICE-Halbfinale, Spiel 3 (Best-of-7)
HC Pustertal – Olimpija Ljubljana (19.45 Uhr)Stand in der Serie: 2:0
Graz99ers – Fehervar AV19 (18.30 Uhr)
Stand in der Serie: 2:0
Profil bearbeiten
Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.




Kommentare (0)