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Die Foxes durften gegen die Wölfe reihenweise jubeln. © Vanna Antonello

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Die Foxes durften gegen die Wölfe reihenweise jubeln. © Vanna Antonello

Schon wieder: Bozen vermöbelt Pustertal

HC Bozen gegen HC Pustertal. Dieses Eishockeyspiel fasziniert die Südtiroler Sportwelt, es bewegt Fans in Massen. Knapp 7.000 Zuschauer strömten am Sonntag in die ausverkaufte Bozner Arena – und sie wurden Augenzeugen des nächsten denkwürdigen, völlig verrückten Derby-Abends.

Aus der Sparkasse Arena in Bozen

Alexander Foppa

Von:
Alexander Foppa

Es war der 31. Oktober 2025, als die SportNews-Redakteure von „blankem Wahnsinn“ und einem „Derby, das in die Annalen eingeht“ berichteten. Es war der Tag des 9:1-Heimsiegs des HC Bozen. Nun, drei Monate später, müssen wir unsere Wortwahl wiederholen: Im nächsten blanken Derby-Wahnsinn wurde der HC Pustertal mit 7:2 aus der Sparkasse Arena befördert.


Es war dies wahrlich kein Eishockeyspiel erster Güte. Es gab keine Spannung, keine Brisanz. Und dennoch wird auch diesen Abend keiner der 6.738 anwesenden Zuschauer je vergessen wird. Für die 500 Fans in Gelb und Schwarz wurde er zur Schmach, für die restlichen in Weiß und Rot zum wahren Freudenfest, das ausgelassen gefeiert wurde.

Jeder Schuss ein Tor

Der HC Bozen nahm Pustertal auseinander wie einen klapprigen Ikea-Schrank und zerlegte diesen artig in Einzelteile. Aus den ersten fünf Powerplays machten die Foxes fünf (!) Tore. In der Defensive, in der neutralen Zone, im Angriffsdrittel – überall war Bozen dem Gegner in allen Belangen überlegen. Brad McClure und Co. lieferten eine wahre Show.

Die Foxes bespielten die Schwachstellen der Wölfe mit gnadenloser Wucht. Und die größte Schwachstelle war an diesem Abend der Torhüter. Jakob Rabanser musste für die erkrankte Nummer eins Eddie Pasquale in den Kasten – und er war der Situation nicht gewachsen. Gleich mehrere Gegentore gingen auf seine Kappe. Den 25-jährigen Sterzinger als Schuldigen für die Schmach auszumachen, wäre aber nicht fair. Er hat noch nie vor so einer Kulisse gespielt, in dieser Saison überhaupt erst acht Einsätze verbucht.

Dieser Goalie kann einem leidtun

Rabanser wurde von einer Mannschaft im Stich gelassen, die Zusammenhalt, Moral und taktische Disziplin vermissen ließ. Apropos Taktik: Warum Trainer Jason Jaspers seinen HCP zum zweiten Mal ohne jegliche Intervention so ins Verderben schlittern ließ, ist absolut schleierhaft. So gab es am Ende auf Brunecker Seite nur einen Gewinner: der Harte kern der mitgereisten Fans, der über all dies hinwegsah und bis zur letzten Minute versuchte, sich im Bozner Hexenkessel Gehör zu verschaffen.

Die Derby-Timeline

Drei Tore im ersten DrittelSchon nach 16 Minuten ist klar: Bozen wird das Ding heute schaukeln. Schneider im Powerplay (2.), Mantenuto mit einem Rebound (5.) und McClure (16.) wieder in Überzahl stellen die Weichen früh auf Sieg. Eine Pusterer Gegenwehr? Fehlanzeige!
Vier im MittelabschnittNach der ersten Pause lädt Pustertal weiter zum Torschießen ein: HCP-Verteidiger Zanatta lenkt einen Gazley-Schuss ins eigene Netz (22.), Rueschhoff legt Pollock das 5:0 auf (31.), dann darf sogar mal Verteidiger Dylan DiPerna (32.) und schließlich trifft McClure ein weiteres Mal im Powerplay (36.). Es ist der 27. Saisontreffer des HCB-Toptorjägers.
Entwarnung bei HarveyEinen kleinen Party-Dämpfer der Bozner Freudentag aber: Im Schlussdrittel musste der kaum geprüfte Torhüter Harvey verletzt runter, Vallini nimmt seinen Platz ein. Nach Spielende gaben die Bozner aber Entwarnung, es waren nur Krämpfe.
Mini-Reaktion der WölfeIn der Schlussphase schaltet der HCB zwei Gänge zurück, jetzt kommt Pustertal doch nochmal vorsichtig nach vorne. So dürfen Ticar (45.) und Bowlby (54.) noch etwas Ergebniskosmetik betreiben.

Egal wie diese Saison am Ende auch enden mag: Mit dem dritten Sieg im vierten Derby hat der HCB seinen Status als Südtirols Eishockey-Nummer eins zementiert. Zugleich haben die Foxes auch den vierten Tabellenplatz abgesichert.

Jetzt gemeinsam zu Olympia

Für beide Teams geht es nun in die fast dreiwöchige Ligapause. Wobei: Für acht Bozner und sechs Pusterer gibt es bereits am Montagvormittag ein Wiedersehen, wenn sie mit Italiens Nationalteam in die Olympia-Vorbereitung starten – und das pikanterweise am Schauplatz dieses denkwürdigen Derbys, der Bozner Sparkasse Arena.



HCB Südtirol Alperia – HC Falkensteiner Pustertal 7:2

HCB: Harvey (ab 46.31 Vallini); Gildon-Seed, Samuelsson-Valentine, Miglioranzi-DiPerna, Cairns-Larcher; Schneider-Bradley-McClure, Pollock-Gersich-Gazley, Frigo-Mantenuto-DiGiacinto, Frank-Misley-Brunner.
Coach: Shedden

HCP: Rabanser (Mair); Lauridsen-Di Tomaso, Zanatta-Blum, Almquist-Osmanski, Glira; Mantinger-Andergassen-Deluca, Lobis-Bardreau-Bowlby, Rueschoff-Ticar-Purdeller, Ierullo-Frycklund-Saracino.
Coach: Jaspers

Tore: 1:0 Cole Schneider (1.33), 2:0 Daniel Mantenuto (4.59), 3:0 Brad McClure (15.14), 4:0 Dustin Gazley (21.37), 5:0 Brett Pollock (30.31), 6:0 Dylan DiPerna (31.13), 7:0 Brad McClure (35.01), 7:1 Rok Ticar (44.42), 7:2 Henry Bowlby (53.34)

Zuschauer: 6.738 (ausverkauft)


Die weiteren Sonntag-Spiele:

Klagenfurt - Linz 4:0
Tore: 1:0 Petersen (6.45), 2:0 van Ee (7.49), 3:0 Schwinger (32.01), 4:0 Matt Fraser (59.33)
Zuschauer: 4.198

Villach - Ljubljana 8:5
Tore: 1:0 Hancock (3.40), 1:1 Quince (13.14), 2:1 MacPherson (19.19), 3:1 van Nes (28.24), 4:1 van Nes (28.24), 4:2 Drozg (32.05), 4:3 MacWilliam (32.29), 5:3 Helewka (33.55), 5:4 Sodja (37.15), 6:4 Helewka (44.57), 7:4 van Nes (56.51), 7:5 Boychuk (58.24), 8:5 Boychuk (58.24)
Zuschauer: 3.414


SPGUVTVP
1. EC Klagenfurt4330013153:10391
2. Graz99ers4229013141:9087
3. EC Salzburg4429015148:9684
4. HCB Südtirol4326017153:11580
5. Olimpija Ljubljana4327016162:12377
6. HC Pustertal4325018145:12075
7. Vienna Capitals4320023108:12361
8. EC Villach4218024133:14255
9. Linz4320023134:13955
10. Fehérvár421702596:13354
11. Ferencvárosi4215027111:15150
12. Vorarlberg4213029101:16139
13. HC Innsbruck449035105:19426

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