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Das Stadio Nereo Rocco zählt zu den schönsten Arenen in ganz Italien. © Wikipedia

„Als wir in Lederhosen dastanden, haben sie Augen gemacht“

Der FC Südtirol steht vor dem wichtigsten Spiel seiner Vereinsgeschichte: Am Sonntag (14.30 Uhr/Liveticker auf SportNews) können die Weißroten den Aufstieg in die Serie B klarmachen – ausgerechnet im pompösen Stadion von Triestina, wo eine Südtiroler Mannschaft schon einmal für Aufsehen gesorgt hat.

Das Stadio Nereo Rocco in Triest zählt zu den schönsten und eindrucksvollen Fußball-Palästen in Italien. Auch in der Serie A würde die knapp 30.000 Fans fassende Arena eine gute Figur abgeben, aktuell ist sie aber „nur“ Austragungsort von Serie-C-Spielen und dient als Heimstätte von Triestina. Am Sonntag wird sich dort das Schicksal des FC Südtirol entscheiden, denn die Weißroten können den historischen Aufstieg in die Serie B eintüten.


Hannes Fischnaller fiebert dem Spiel schon entgegen. Der um ein Jahr ältere Bruder von Profi Manuel Fischnaller zieht beim FC Südtirol schon seit 10 Jahren im Hintergrund die Fäden. Er ist als Club-Manager tätig und deshalb verantwortlich für all jene Bereiche, die nicht das Sportliche betreffen. Und: „Fisch“ war früher ebenfalls Fußballer, hat beim FCS und in der Serie D gespielt und schließlich auch in der Oberliga, wo er sich in der Saison 2012/13 das Trikot von St. Martin überstreifte. Dabei kam es zu einem besonderen Erlebnis.

In Lederhosen im großen Fußball-Palast
Die Mortiner spielten damals eine überragende Oberliga-Saison und beendeten die Meisterschaft auf Platz 2. Folglich waren sie für die Playoffs berechtigt, wo kein Geringerer als der ehemalige Erstligist Triestina wartete – also der FCS-Gegner vom Sonntag. Der Traditionsverein machte dazumal eine schwere Zeit durch, musste wegen finanzieller Probleme von der dritten Liga absteigen und in der Oberliga neu starten. In der ersten Playoff-Runde kam es in Triest zum Duell mit St. Martin – für die Südtiroler ein einmaliges Erlebnis.

Hannes Fischnaller, Club-Manager des FC Südtirol und ehemaliger Spieler. © FC Südtirol


„Ich kann mich noch erinnern, dass wir damals alle in Lederhosen runtergefahren sind. Es war ein kleines Festchen, wir sind mit Lederhosen in das große Stadion einmarschiert, da haben die Gegner Augen gemacht“, erinnert sich Hannes Fischnaller, der schon während seiner Profi-Zeit im Stadio Nereo Rocco gespielt hatte, deshalb aber nicht weniger beeindruckt war. „Es ist eines der schönsten Stadien, die ich gesehen habe. Die Kurve war beim Spiel auch ganz schön voll, da waren ein paar tausend Leute. Auch aus St. Martin sind viele mit dem Auto oder dem Bus runtergefahren, es war eine Feststimmung.“
Gut performt, aber verloren
An jenem 26. Mai 2013 hielt der Dorfverein aus dem Passeiertal gegen den italienischen Traditionsklub – der mit ausschließlich Profis bestückt war – stark dagegen, am Ende musste man sich nur mit 1:2 geschlagen geben. Auch das Rückspiel in St. Martin endete mit diesem Ergebnis. Trotzdem: Für die Passeirer blieb es ein unvergessliches Erlebnis. Nun, neun Jahre später, kann der FC Südtirol in genau jenem Stadion Geschichte schreiben.

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