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Der Jubel in Vicenza war am Montagabend grenzenlos. © Instagram/lrvicenza

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Der Jubel in Vicenza war am Montagabend grenzenlos. © Instagram/lrvicenza

Mythos-Klub im Aufstiegsrausch – und ein Brixner mittendrin

Großer Jubel in Vicenza: Am Montagabend sicherte sich Drittliga-Dominator LR Vicenza den Aufstieg in die Serie B. Nach vier Jahren kehrt einer der kultigsten Klubs Italiens zurück in die zweithöchste Spielklasse – und mit ihm freut sich auch ein Fußballmanager aus Südtirol.

Alexander Foppa

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Alexander Foppa

Hier haben Legenden wie Paolo Rossi oder Roberto Baggio gespielt. Hier war die Serie A drei Jahrzehnte lang zuhause. Hier träumte man im Europapokal-Halbfinale der Pokalsieger 1998 gegen Chelsea von ganz Großem. Fest steht: Vicenza ist definitiv einer der außergewöhnlichsten „Kleinen“ im italienischen Profifußball. Ab kommender Saison spielt er wieder in der Serie B.


Die „Lanerossi“ krönten eine Saison, die von Beginn an von Dominanz geprägt war. Im Drittliga-Kreis C gab Vicenza früh den Ton an, setzte sich von Verfolger Brescia ab und entschied das Aufstiegsrennen nun frühzeitig mit 20 (!) Punkten Vorsprung. Der Klassensprung wurde am Montagabend vor 12.000 begeisterten Fans mit einem 2:1 gegen Inters U23 besiegelt.

Eine ganze Stadt im Ausnahmezustand

Nun hat die 110.000-Einwohner-Stadt im Veneto die zweite Liga wieder – und der FC Südtirol, sofern er denn in der Serie B bleibt, demnächst eine attraktive und kurze Auswärtsfahrt mehr in seinem Programm. Dann gibt es auch ein Wiedersehen mit dem ehemaligen FCS-Manager Werner Seeber. Der 62-jährige Brixner ist nämlich seit drei Jahren der Geschäftsführer von Vicenza.
„Es war schlichtweg der Wahnsinn!“ Vicenza-Geschäftsführer Werner Seeber

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hat am Morgen nach der Aufstiegsnacht mit Seeber gesprochen. „Ich bin jetzt doch schon ein paar Jährchen im Geschäft, doch so etwas habe ich noch nie erlebt. 12.000 Fans haben das Stadion in einen Hexenkessel verwandelt, danach wurde in den Straßen der Stadt weitergefeiert“, schildert der Südtiroler, „Es war schlichtweg der Wahnsinn!“

Werner Seeber hält in Vicenza als Geschäftsführer die Strippen in der Hand. © LR Vicenza

Werner Seeber hält in Vicenza als Geschäftsführer die Strippen in der Hand. © LR Vicenza


Seeber gilt als enger Vertrauter von Klub-Boss und Mode-Unternehmer Renzo Rosso (er gründete die Marke DIESEL). Der Eisacktaler war bereits während der Saison 2018/19 in Vicenza tätig, damals als Sportdirektor. Davor und danach arbeitete der Ex-Profi unter anderem für Cittadella, Triestina, den FC Südtirol, Lecco, Bassano, St. Georgen, Trient und Virtus Bozen. „Mein Vertrag läuft im Sommer aus, aber ich denke, ich werde hier noch ein Jahr dranhängen. Serie B in dieser Stadt, das möchte ich mir unbedingt noch geben“, so Seeber. Er lebt und arbeitet in Vicenza, kommt aber mindestens einmal wöchentlich zu Besuch in seine Südtiroler Heimat.

Wiedergutmachung für düstere Jahre

Der Aufstieg ist für Vicenza und Seeber zugleich die perfekte Antwort auf die Enttäuschung der vergangenen Saison. Nach einem erbitterten, monatelangen Zweikampf mit Padova musste man vor einem Jahr in die Playoffs und scheiterte dort im Halbfinale an Ternana. „Wir waren mehrfach so nah dran – jetzt ist das Werk endlich vollbracht!“, so Seeber, der am Morgen nach der wilden Aufstiegsnacht bereits wieder hinter seinem Schreibtisch saß.


Jetzt sind die „Lanerossi“ aus Vicenza jedenfalls zurück – und mit ihnen ein Verein, der die Serie B ein Stück weit attraktiver macht. Nicht nur für den FC Südtirol.

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