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Der HC 3 Zinnen Dolomites zog sich zurück. © Icebears

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Der HC 3 Zinnen Dolomites zog sich zurück. © Icebears

Paukenschlag in der IHL: Toblach zieht sich zurück

Noch vor dem Start der neuen Saison in der Italian Hockey League (IHL) hat der HC 3 Zinnen Dolomites einen Paukenschlag vermeldet. Das Team aus Toblach zog seine Teilnahme zurück.

Zwölf Teams – davon vier aus Südtirol – soll die neue IHL-Saison umfassen. Doch am Montagmittag zogen sich die Eisbären aus Toblach zurück. Das gaben sie anhand einer ausführlichen Pressemitteilung bekannt: „Mit großem Bedauern müssen wir bekannt geben, dass der HC 3 Zinnen Dolomites für die kommende Saison keine Seniorenmannschaft stellen wird und sich – vorerst für diese Saison – aus der IHL zurückzieht.“


Die Hochpusterer, die in der Vorsaison die Qualification Round auf dem letzten Platz beendet hatten, führten ihre Erläuterungen fort: „Dieser Rückzug ist kein finanzielles Scheitern – unser Budget für die Saison wäre gedeckt gewesen. Es ist eine bewusste, strategische Entscheidung: ein klares Zeichen gegen ein System, das Nachwuchsarbeit und kleinere Standorte zu wenig schützt. Auch wir wissen bis dato nicht, wie es in Zukunft um die Seniorenmannschaft steht.“

Damit bleiben in der IHL nur mehr drei Südtiroler Teams übrig: Der HC Eppan, der SV Kaltern und der HCP Junior, der heuer erstmals dabei ist. Die Brixen Falcons hatten bereits Anfang Mai ihren Rückzug erklärt. Nachfolgend gibt es den gesamten Wortlaut, in dem der HC 3 Zinnen Dolomites seinen Rückzug erklärte.

Das Statement des Vereins

Bis zuletzt gekämpftDie sportliche Entwicklung der vergangenen Jahre hat die Spielerlandschaft im italienischen Eishockey deutlich verändert. Besonders kleinere Vereine stehen dadurch vor der Herausforderung, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Diese Entwicklung respektieren wir – sie war für uns jedoch Anlass, unseren eigenen Weg neu zu definieren.
Wir hätten zwar eine Mannschaft melden können, waren jedoch nicht bereit, eine Saison mit einem Kader zu beginnen, der weder unseren sportlichen Ansprüchen noch unserer Verantwortung gegenüber Spielern, Liga und Verein gerecht geworden wäre.
Spieler treffen ihre Entscheidungen aus unterschiedlichen sportlichen und persönlichen Gründen. Diese respektieren wir.
Gleichzeitig haben wir erkannt, dass wir unseren Verein konsequent nach unseren eigenen Werten weiterentwickeln möchten.
Unsere Strukturen, unsere Organisation und unser ehrenamtliches Engagement bilden ein starkes Fundament. Darauf möchten wir konsequent aufbauen.
Da uns derzeit noch nicht genügend junge Spieler zur Verfügung stehen, um eine Seniorenmannschaft zu tragen, wollen wir diese Zeit nutzen, um in unseren Nachwuchs zu investieren und ihn gezielt auf eine sportliche Karriere im Seniorenbereich vorzubereiten.
Bereits in der kommenden Saison stellen wir gemeinsam mit Cortina eine U16-Mannschaft, während mehrere unserer Spieler bereits Erfahrungen in der U19 sammeln. Dort entsteht die Mannschaft der Zukunft.
Als Sportverein eines kleinen Ortes wie Toblach, mit einer im Jahr 2030 hundertjährigen Geschichte, ist dieser Schritt keine Aufgabe, sondern eine bewusste Entscheidung für die Zukunft unseres Vereins.
Ein Wort an den VerbandAn dieser Stelle möchten wir auch eine grundsätzliche, aber sachliche Kritik nicht verschweigen:
Die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen hat in den vergangenen Jahren zu oft dem Eigeninteresse Einzelner Platz gemacht.
Das derzeitige System begünstigt jene Vereine mit den größten finanziellen Mitteln, die dadurch die besten Spieler an sich binden können – ein Umstand, der langfristig nicht dem Sport in seiner Gesamtheit zugutekommt.
Diese Entscheidung war keine Notlösung, sondern ein bewusster Schritt – nicht aus finanzieller Not, sondern weil kurzfristige Lösungen nicht zu unserer Vorstellung von verantwortungsvoller Vereinsarbeit passen, und weil wir ein Zeichen setzen wollen gegen ein System, das Nachwuchsarbeit und kleinere Standorte zu wenig schützt.
Wir richten diese Kommunikation nicht mit Bitterkeit, sondern mit dem Wunsch, dass sich das System weiterentwickelt – zum Wohl aller, auch der kleineren, traditionsreichen Vereine.

Schlagwörter: Eishockey ihl Toblach

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