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Kevin Tarneller, Matchwinner von Goldrain

RÜCKPASS | Unglaubliche Schlussphase: Kevin allein in Goldrain

Kevin Tarneller ist eigentlich ein solider Außenverteidiger in der 3. Amateurliga – und doch legte er am Samstag einen der denkwürdigsten Auftritte der bisherigen Saison hin. Der SportNews-Rückpass.


TATORT 3. Amateurliga : Familienfoto mit Dirk Nowitzki

Am Ende war selbst Willi Platzgummer, Vinschger Trainer-Urgestein und nun Coach von Goldrain in der 3. Amateurliga, sprachlos. „So etwas habe ich in meiner Karriere auch noch nie erlebt“, konstatierte der Coach nach einer Schlussphase, die ähnlich spannend war wie Micaela Schäfers BH.

Mitverantwortlich, pardon hauptverantwortlich dafür war Kevin Tarneller. Eigentlich ein solider Außenverteidiger, der hinten mit der Souveränität eines Buchhalters dicht macht und auf der auf der rechten Flanke immer wieder mal ähnlich viel Druck ausübte wie das Sauerkraut am Tag nach dem traditionellen Firmen-Törggelen. Dass der Kerl aber auch für Tore und vor allem denkwürdige Schlussphasen zu haben ist, wurde am Samstag deutlich.

Lange Zeit schien das Spiel seiner Goldrainer gegen Tscherms auf ein 1:1 hinauszulaufen. Tarneller brachte seine Vinschger in der ersten Hälfte per Kopf mit 1:0 in Führung, die von den Gegnern nach Seitenwechsel aber egalisiert wurde. So weit, so gut. Dann aber brach die 88. Minute an – und es wurde so richtig kurios.


Der Kopfball-Hattrick - doch am Ende zählte alles nichts

Goldrain, zurzeit an dritter Stelle der Tabelle und folglich nicht zufrieden mit der Punkteteilung, warf alles, inklusive Tarneller, nach vorne – und siehe da: Nach einer Flanke flog die Kugel direkt auf den Schädel des Außenverteidigers zu, der sie elegant zum 2:1 in die Maschen weiterleitete. Der Siegtreffer – dachten sich wohl alle Anwesenden. Alle, bis auf den eingewechselten Stefan Alber von Gegner Tscherms. Nur Sekunden vor Ablauf der vierminütigen Nachspielzeit schlug ein Abwehrkollege die Kugel nach vorne, ein hin- und her im Goldrainer Strafraum, und plötzlich stand da Alber, der das Leder präzise in den Winkel bugsierte. Der Last-Minute-Ausgleich – er war geglückt.

Denkste! Denn obwohl die vier Minuten Nachspielzeit schon verstrichen waren, der Schiri schon Luft für die abschließenden drei Pfiffe inhaliert hat, ja Tscherms die Kiste Belohnungs-Bier wohl schon in der Kabine geparkt hat – da spielte Goldrain noch einmal an und bolzte die Kugel in einer letzten Verzweiflungstat nach vorne. Und wer stand da? Ja genau, Kevin Tarneller. Wieder flog der Ball auf ihn zu, wieder hielt er seine Birne hin, wieder landete das Spielgerät in den Maschen. 3:2 – und der Sieg für Goldrain war perfekt.

Wir fassen zusammen: Ein Verteidiger, ein Hattrick, alle drei Tore per Kopf, zwei davon in den letzten Sekunden des Spiels – ja, der Auftritt von Kevin Tarneller erinnert ein bisschen an Basketballer Dirk Nowitzki auf Familienfotos: Schlicht und einfach herausragend. Und wir müssen Coach Willi Platzgummer recht geben: So etwas haben auch wir echt noch nie erlebt.

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Nachtrag: So kurios die Geschichte rund um Kevin Tarneller auch war - am Ende kam doch alles ganz anders. Wie aus dem Donnerstags-Rundeschreiben des Verbandes hervorgeht, setzte Goldrain einen nicht spielberechtigten Akteur ein. Folglich wurde das Spiel auf dem grünen Tisch mit 0:3 verloren.



SN/td

Autor: sportnews