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Stefano Avanzo beim Training in St. Walburg. Seit dem Sommer spielt der Torhüter beim FC Ulten. © P. Egger

Die etwas andere Erfolgsgeschichte von Elfer-Held Stefano Avanzo

Als Ulten am Sonntagabend in der 1. Pokalrunde über Landesligist Eppan triumphierte, schwang sich Stefano Avanzo zum Helden auf. Der Torhüter des Vereins aus der 1. Amateurliga parierte im Elfmeterschießen zweimal und schrieb damit seine ganz persönliche Geschichte.

Im September feiert Stefano Avanzo seinen 29. Geburtstag. Dass es überhaupt dazu kommt, hat der Bozner seinem Schutzengel zu verdanken. Nach einem Autounfall in Truden, bei dem Avanzo mit seinem Fahrzeug frontal gegen einen entgegenkommenden PKW krachte, hing sein Leben 2017 am seidenen Faden. Der Torhüter hat sich zurück in das Leben gekämpft und will jetzt die Südtiroler Fußballwelt zurückerobern.


Vor dem Unfall spielte Avanzo mit Piani in der Landesliga. Als es an einem Donnerstagabend in Truden krachte, war seine erste Frage an die Rettungssanitäter: „Kann ich am Sonntag beim Meisterschaftsspiel im Tor stehen?“ Damals ahnte er noch nicht, wie schlimm es um ihn stand. Tage später teilten ihm die Ärzte im Bozner Spital mit, dass er nicht nur am Wochenende, sondern nie wieder ein Fußballplatz betreten können wird. Für den fußballbegeisterten Bozner brach nach dem bösen Autocrash eine weitere Welt zusammen.

Neustart bei Oberau und Ulten
Mittlerweile ist klar, dass die Diagnose der Doktoren nicht eingetroffen ist. Drei Operationen und zahlreiche Stunden im Krankenhaus und der Reha-Therapie später, stand Avanzo im Frühling 2020 wieder auf dem Trainingsplatz seines Jugendvereins Oberau Juventus Club: „Ich habe wirklich hart gearbeitet, denn ich wollte unbedingt wieder Fußballspielen. Ich muss mich wirklich bei Oberau für diese Chance bedanke.“ Doch die Corona-Pandemie setzte dem Comeback ein jähes Ende.

Stefano Avanzo stand bereits für Salurn, Bozen 96 oder Meran zwischen den Pfosten.

Nach einem weiteren Jahr (und einer abgebrochenen Meisterschaft) folgte im Sommer der Wechsel nach St. Walburg in Ulten. Beim Verein aus der 1. Amateurliga spielt sein guter Freund Gianvito De Meo, der seinen Namen ins Spiel brachte. Ulten suchte nach dem Abschied von Eigengewächs Matthias Thaler einen neuen Tormann und so kam der Deal zustande. „Sie waren der einzige Verein, der daran geglaubt hat, dass ich es noch einmal in einer wichtigen Meisterschaft wie der 1. Amateurliga schaffen kann“, so Avanzo, der sich im Ultental sehr wohl fühlt: „Meine Teamkollegen sind fantastisch. Sie haben mich vom ersten Moment an so aufgenommen, als wäre ich schon immer einer von ihnen gewesen.“
Elfmeter-Held im Pokalspiel gegen Eppan
Am Sonntag feierte Avanzo, der beim FC Südtirol in der Jugend gespielt hat und Oberliga-Einsätze sammeln konnte, die Rückkehr auf die große Bühne. Landesligist Eppan war beim Pokalspiel der Favorit, doch am Ende jubelte Ulten über den Einzug in die nächste Runde. Großen Anteil daran hatte Avanzo, der im Elfmeterschießen die ersten beiden Versuche von Fation Imeri und Kapitän Max Ruscelli parierte. „Ein Elferschießen ist immer eine Lotterie. Dieses Mal waren wir auf der glücklichen Seite“, so der Goalie, der laut eigenen Angaben kein Elfer-Spezialist ist. Aber: 2017 hielt er in einem Landesliga-Spiel gegen Terlan schon einmal zwei Strafstöße.

Ob er schon wieder der Alte ist, weiß Avanzo noch nicht: „Ich kann es noch nicht sagen, die Saison ist ja erst ein Spiel alt. Auf alle Fälle bin ich extrem motiviert und möchte zeigen, dass ich trotz meiner Vergangenheit noch auf diesem Niveau spielen kann.“

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