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Markus Fiechter wurde am Sonntag gebührend verabschiedet. © facebook/ssv brixen fußball

Markus Fiechter: „Bertoldi war mein härtester Gegenspieler“

Markus Fiechter verabschiedete sich am Wochenende nach exakt 400 Oberligaspielen von seinem Verein, dem SSV Brixen, für den er seit 2001 in der Kampfmannschaft seine Knochen hingehalten hatte. Im SportNews-Interview hat der mittlerweile 35-Jährige unter anderem verraten, für welchen Verein er in der nächsten Saison auflaufen wird.

Die Punkteteilung zwischen Brixen und Lana verkam zum Saisonkehraus zur Randnotiz. Vielmehr stand ein Spieler im Mittelpunkt, der für die Brixner ein rundes Jubiläum feierte: Markus Fiechter absolvierte am Sonntag sein 400. Oberligaspiel für die Blau-Weißen. Es war gleichzeitig Fiechters Abschiedsvorstellung für den SSV Brixen.

Begonnen hat die Karriere des 35 Jahre alten Defensivspezialisten in der Saison 2001/2002, als er als 17-Jähriger beim Stand von 0:4 gegen Arco eingewechselt wurde. Doch Fiechter hat noch nicht genug vom Fußball: Der Innenverteidiger hat gegenüber SportNews bestätigt, dass er in der nächsten Saison für Albeins in der Landesliga spielen wird. Dies wurde in den letzten Tagen unter Dach und Fach gebracht.

SportNews : Herr Fiechter, wie schwer fällt Ihnen der Abschied aus Brixen?
Markus Fiechter: Sehr schwer, denn ich habe beim Verein meine ganze fußballerische Karriere verbracht. Als Albeinser bin ich bereits in der Jugend für die Spielgemeinschaft aufgelaufen, dann folgten 400 Spiele in 18 Oberliga-Jahren für die erste Mannschaft des SSV. Wenn ich so zurückdenke, dann ist es schon komisch. Die Zeit ist sehr schnell verflogen. Ich kann es fast nicht glauben, dass ich so viele Spiele absolviert habe.

„Platz fünf hätten wir vor der Saison sofort unterschrieben“

Wie zufrieden sind Sie mit der kürzlich zu Ende gegangenen Saison?
Es war eine sehr erfolgreiche Saison, schließlich haben wir sie als zweitbeste Südtiroler Oberliga-Mannschaft auf Rang fünf beendet. Wenn uns das vor der Spielzeit jemand gesagt hätte, hätten wir das sofort unterschrieben. Vor allem in der Hinrunde haben wir viele Punkte geholt. In der Rückrunde liefen dann einige Episoden gegen uns. Wir haben gerade die engen Spiele – anders als noch in der Hinrunde – häufig nicht zu unseren Gunsten entscheiden können. Aber daraus kann eine junge Mannschaft nur lernen.

Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?
Ich habe in dieser Saison nicht mehr so häufig gespielt, was auch völlig okay so war. Der Trainer hat viel rotiert und auch jungen Akteuren reichlich Spielpraxis gegeben. Zudem war ich öfters verletzt bzw. angeschlagen.

Was können Sie über Trainer René Rella sagen, der erst zu Saisonbeginn kam?
Der Trainer hat das sehr gut gemacht. Die Mannschaft hat schnell verstanden, was er will. Er lässt einen Fußball spielen, der gut zum aktuellen Team passt. Er will, dass die Mannschaft Fußball spielt und nicht nur lange Bälle nach vorne schlägt. Das predigt er auch in jedem Training.

Wie sehen Sie den SSV Brixen generell für die kommenden Jahre aufgestellt?
Ich sehe den Verein für die Zukunft gut aufgestellt. In Brixen kommen traditionsgemäß gute Jugendspieler in die erste Mannschaft hoch. So war es auch in den letzten Jahren. Der Kader ist weiterhin jung. Nun gibt es aber mittlerweile einige Spieler mit Mitte 20, die bereits einige Oberliga-Saisonen auf dem Buckel haben. Dementsprechend wird das Ziel in den kommenden Jahren sein, oben anzugreifen.

Ist der Verein bemüht, irgendwann den Sprung in die Serie D zu schaffen?
Schwieriges Thema… Vor allem, da dann das Training aufgestockt werden muss usw... Diese Erfahrung haben wir bereits mit Alfredo Sebastiani ( Anm. d. Red.: coachte in der Saison 2016/17 Brixen) gemacht, als wir vier Mal pro Woche trainiert haben und nicht wie gewohnt dreimal.
„Vier Mal pro Woche trainieren ist für den Kopf schwierig“

Was ist Ihnen sonst noch aus dem Jahr mit Sebastiani in Erinnerung geblieben, der es in dieser Saison mit Virtus Bozen sogar bis in die Playoffs der Serie D schaffte?
Sebastiani ist unbestritten ein sehr guter Trainer. Seine Erfolge sprechen für sich. Für ihn war das eine Jahr in Brixen sicherlich auch eine anderweitige Erfahrung, schließlich kommt er aus dem Profibereich. Für die Spieler war die Tatsache, dass wir vier Mal pro Woche trainiert haben nicht einfach. Vor allem für den Kopf, schließlich gehen wir alle einer Arbeit nach. Aber ich bin überzeugt, dass sich das häufige Training – über Jahre gesehen – bezahlt machen würde.

18 Jahre Oberliga. Wer waren Ihre härtesten Gegenspieler bzw. an welchen Moment können Sie sich aus dieser langen Zeit noch besonders erinnern?
Also der beste Stürmer, auf den ich getroffen habe war Fabio Bertoldi. Auch gegen Enrico Gherardi, der für Trient spielte, war es sehr schwierig, zu verteidigen. Das sind – auf Oberliga-Niveau gesehen – Ausnahmefußballer, die kaum vom Ball zu trennen sind.
Besonders erinnern kann ich mich noch an die Saison 2007/2008, die wir auf Tabellenplatz zwei abgeschlossen haben und in welcher wir anschließend in den Aufstiegsspielen knapp scheiterten.
„Entweder ich beende meine Karriere oder ich spiele für Albeins“

Sie haben uns verraten, dass Sie kommende Saison für Ihr Heimatdorf Albeins in der Landesliga spielen werden. Wie kam es zu diesem Schritt?
Ich stehe mit dem Verein bereits seit einigen Jahren in Kontakt. Aber ich wollte so lange wie möglich Oberliga spielen. Zum Ende dieser Saison gab es dann zwei Überlegungen: Entweder ich beende meine Karriere oder ich werde nächste Saison für Albeins spielen. Eine andere Option wäre für mich nicht denkbar gewesen. Schließlich habe ich mich für letzteres entschieden.

Wie lang haben Sie noch vor, aktiv Fußball zu spielen?
Diese Frage überlassen wir der Zukunft (lacht).

Autor: dl

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