a Amateurligen

Verteidiger Thomas Seiwald ist plötzlich Tormann. © Erich Innerbichler

RÜCKPASS | Two and a half Tormänner

Torhüter-Nöte im Gsiesertal und Frühlingsgefühle in Milland: Der erste Spieltag nach der langen Corona-Unterbrechung brachte schon schöneren Stoff mit als so mancher Star-Designer zur Fashion-Week in Mailand. Knickste auf dem Laufsteg ungeschickt um: Der SportNews-Rückpass.

TATORT 1. Amateurliga, Gruppe B: Actimel aktiviert Abwehrkräfte
Thomas Seiwald von der SPG Gsies erging es am Samstag so wie hunderten Fußballern hierzulande. Endlich hatte das Warten ein Ende, endlich durfte wieder Meisterschaftsfußball gespielt werden. Also folgten auch für den kompromisslosen Verteidiger – übrigens der Bruder der Mountainbikerin Greta Seiwald – die gewohnten Rituale: Sich aufs Spiel einstellen, sich vornehmen, was man gegen den Gegner besonders gut machen will, vielleicht auch die eine oder andere Szene im Kopf durchimaginieren. Denn Matches gegen Taufers, eines der Top-Teams der Liga, sind für einen Verteidiger für gewöhnlich wie eine Büro-Rückkehr nach dem dreiwöchigen Urlaub: Da wartet jede Menge Arbeit.


Als sich die SPG Gsies am Samstag vor dem Spiel jedoch auf dem örtlichen Fußballplatz einfand, da fehlten plötzlich zwei Spieler, die für eine Mannschaft – gelinde ausgedrückt – nicht ganz unwichtig sind. Stammtorhüter Daniel Appenpichler hatte seine Absenz aus Arbeitsgründen schon im Vorfeld angekündigt, deshalb sollte Torwarttrainer Wilfried Taschler den Kasten hüten – doch auch er sagte im letzten Moment ab, weil er es wegen eines Feuerwehrwettbewerbs nicht zum Spiel schaffte. Kurzum: Die SPG Gsies hatte fürs Tor ähnlich viele Abwehrkräfte wie ein seit zwei Jahren abgelaufenes Actimel.

Thomas Seiwald, Verteidiger mit Torhüterqualitäten der SPG Gsies.


Das war also das Stichwort für Verteidiger Thomas Seiwald, der aus seiner Tasche ein Paar Handschuhe hervorkramte und zur improvisierten Nummer 1 wurde. Denn Seiwald und die Torhüterposition – das ist ein bisschen wie „Two-and-a-half-men“-Star Charlie Sheen und der gute alte Whiskey in der unteren Küchenschublade: Ziehen sich in regelmäßigen Abständen magisch an. Schon in der Saison 2014/15 musste er gegen Lana wegen akuten Torhütermangels in den Kasten. Und wenn sich ein Gsieser Portier mal frühzeitig unter die Dusche verabschiedet, dann springt auch Seiwald in die Bresche. Gegen Taufers spielte der Verteidiger mit den magischen Händen übrigens zu Null und sicherte seiner Mannschaft beim 0:0 einen Punkt. Thomas Seiwald aktiviert eben Abwehrkräfte – und das ganz ohne Actimel.
TATORT Landesliga: El Pistolero
Dinge, die zurzeit nur schwer bis unmöglich zu lösen sind: Kylian Mbappe einen Mietvertrag in Paris über den Sommer 2022 hinaus anzudrehen. Cristiano Ronaldo zu einem Italienisch-Kurs zu überreden. Und mitzuzählen, wie viele Frühlings es in der Karriere des Alex Feltrin schon gegeben hat. Stolze 39 Jahre ist das Stürmer-Schlitzohr mittlerweile schon alt, gespielt und getroffen hat er gefühlt überall in Fußball-Südtirol. Und doch wird Feltrin nicht müde.

Alex Feltrin (beim Jubel) hat es wieder getan. © S. Mitterer


Heuer spielt er für Milland in der Landesliga und hat dort am Sonntag zum Saisonauftakt prompt zwei Mal zugeschlagen. Zuerst in feinster Stürmer-Manier per Abpraller, danach – beim Stand von 2:3 aus Sicht seines Teams – mit einem herrlichen Volleyschuss, der das 3:3 gegen den Top-Favoriten Naturns besiegelte. Alex Feltrin bleibt also auch im fortgeschrittenen Fußballalter eine Torgarantie. Oder wie es ein italienischer Sommerhit heuer passend ausdrückte: Un vero Pistolero!

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In der Rückpass-Rubrik arbeitet die SportNews-Redaktion jede Woche besondere und kuriose Ereignisse im Südtiroler Amateurfußball mit etwas Witz und Heiterkeit auf.

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