Europeada

Die Spieler zeigen es an: Südtirol ist zum dritten Mal Europeada-Sieger (Fotos: Griessmair) Die Mannschaft jubelt: Soeben hat Thomas Piffrader das 2:1 erzielt Der Jergina-Wirbelwind (re.) war oft einen Schritt schneller als sein Gegenspieler Kapitän Roland Harrasser zeigte eine gewohnt solide Leistung

Südtirol gewinnt die Europeada 2016

Südtirols Fußballer bleiben auf Europas Thron der Sprachminderheiten: Die Villgrater-Truppe setzte sich am Samstagnachmittag im „Finale dahoam“ gegen Okzitanien mit 2:1 nach Verlängerung durch und kürte sich zum dritten Mal nach 2008 und 2012 zum Europameister der autochthonen nationalen Minderheiten.

Harrasser und Co. war der große Druck, der auf der Mannschaft lastete, kaum anzumerken. Die Südtiroler gingen von Beginn an konzentriert zu Werke und krönten eine perfekte Woche mit dem Titelgewinn vor eigenem Publikum. Der Finalsieg war jedoch ein hartes Stück Arbeit.

Im Gegensatz zu den vorhergegangenen K.o.-Spielen erwischten die einheimischen Kicker im Endspiel einen Traumstart. Bereits in der zweiten Minute gingen die Südtiroler durch Abwehrrecke Haller, der nach einem Greif-Freistoß zur Stelle war, in Führung. Anschließend hatten die Okzitanier zwar etwas mehr Feldanteile, zogen aus ihrem Ballbesitz jedoch keinen Nutzen. Bis auf einige Abschlüsse aus der Distanz hatten die Südfranzosen in der ersten Halbzeit wenig zu bieten.


Südtirol mit mehreren guten Gelegenheiten

Die Südtiroler konnten sich hingegen auf ihre starke Abwehrkette verlassen und setzten mit schnellen Gegenangriffen und mehreren Standards immer wieder gefährliche Nadelstiche. In der 13. Minute hätte Greif auf 2:0 erhöhen können, traf jedoch per Kopf nur die Torumrahmung. Zehn Minuten später landete ein weiter Piffrader-Einwurf im Strafraum, wo Hofer in optimaler Position das Leder komplett verfehlte. Auch eine schöne Kombination über Bacher und Piffrader, die Mair abschloss, fand den Weg ins Tor nicht (28.).

Wenige Augenblicke später schloss Piffrader aus der Distanz ab, verfehlte aber das Gehäuse. Für den Schlusspunkt der ersten Halbzeit sorgte Peter Mair, der nach Ritsch-Zuspiel mit einem Heber zu ungenau war (44.). So ging es mit dem Spielstand von 1:0 in die Kabinen.


Ein Sonntagsschuss bringt das 1:1

Nach dem Seitenwechsel waren die Okzitanier zunächst das präsentere Team. In der 51. Minute gab es für die Südfranzosen die erste große Möglichkeit, als ein Kopfball haarscharf am Tor vorbeizog. Nur 120 Sekunden später klärte die weiß-rote Hintermannschaft nach einem Eckstoß in höchster Not – der Ausgleich lag immer mehr in der Luft. Dieser fiel schließlich in der 68. Minute: Martinez fasste sich aus rund 20 Metern ein Herz und traf mit einem satten Schuss ins Kreuzeck zum 1:1.

Südtirol zeigte sich vom Gegentreffer jedoch alles andere als beeindruckt – im Gegenteil: Hofer zielte zuerst zu ungenau (71.), dann fand Mairmit einem Kopfball im gegnerischen Keeper seinen Meister (73.). Sechs Minuten später ließ Piffrader die größte Chance zum 2:1 liegen, als er nach einem Foul an Bacher einen Elfmeter vergab. Auch wenn der Strafstoß nicht ins Tor ging: Südtirol war nun ganz klar am Drücker. Unmittelbar vor dem Ende der regulären Spielzeit tauchte Ritsch noch einmal alleinstehend vor dem gegnerischen Schlussmann auf, scheiterte jedoch. Das Spiel musste also in der Verlängerung entschieden werden.


Spiel auf Messers Schneide

In den ersten 15 Zusatzminuten gab es Chancen auf beiden Seiten. Zunächst trafen die Okzitanier zum vermeintlichen 2:1 (99.), das jedoch aufgrund einer Abseitsposition nicht gegeben wurde. Danach versuchte es Greif aus der Distanz, blieb aber ebenso am Gästetorwart hängen, wie Aichner mit einem 25-m-Knaller kurze Zeit vor der Halbzeit der Verlängerung.

In der 108. Minute zwang der agile Greif mit einem Freistoß den südfranzösischen Keeper zur nächsten Glanzparade. Anschließend schwächte sich Okzitanien mit einer umstrittenen Roten Karte selbst. Der Platzverweis sorgte für eine große Aufregung, die eine mehrminütige Unterbrechung einschließlich Ausschluss des Gästetrainers zur Folge hatte. Die Südtiroler hingegen nutzten die numerische Überlegenheit ideal aus und erzieltendurch Piffrader, der einen Eckball direkt verwandelte,das spielentscheidende 2:1.

DerTrefferdes Flügelflitzerswar schließlich auch der Endstand und bedeutete den dritten SüdtirolerEuropeada-Triumph in Serie. In den letzten Augenblicken warfen die Südfranzosen zwar noch einmal alles nach vorne, ohne jedoch richtig gefährlich zu werden. Unmittelbar vor dem Abpfiff handelten sich die Okzitanier gar noch eine Rote Karte ein, sodass sie das Finale mit neun Akteuren beenden mussten.


Europeada 2016 – Finale

Südtirol – Okzitanien 2:1 (1:0)

Aufstellung TeamSüdtirol: Patrick Psenner, Lukas Aichner, Elmar Haller, Hannes Steger, Roland Harrasser, Simon Greif, Thomas Piffrader (ab 126. Prossliner), Martin Ritsch, Matthias Bacher (ab 81. Stefan Pareiner), Peter Mair, Lukas Hofer (ab 122. Martin Pichler)

Tore: 1:0 Elmar Haller (2.), 1:1 Martinez (68.), 2:1 Thomas Piffrader(119.)



Martin Straudi/SportNews.bz

Autor: sportnews

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