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Jan Martin Vinatzer läuft heuer für Gröden in der 1. Amateurliga auf. © A. Giacomelli

1. Amateurliga | Zahlreiche Hochkaräter bereichern den Osten

In Gruppe B der 1. Amateurliga tummeln sich haufenweise starke Mannschaften. SportNews blickt auf die Meisterschaft voraus.

Die 1. Amateurliga Gruppe B muss in der Saison 2022/23 ohne Landesligaaufsteiger Gitschberg Jochtal und den Absteigern in die 2. Amateurliga Feldthurns, Plose und Mareo St. Vigil auskommen. Dafür wird die Liga mit den Aufsteigern Terenten und dem FC Gröden und den Landesligaabsteigern Freienfeld und Natz bereichert. SportNews geht der Frage nach, wer die Aufstiegsfavoriten sind und wer gegen den Abstieg kämpfen wird.


Vor Meisterschaftsbeginn sind die Rollen im Normalfall klar verteilt. Absteiger aus der höheren Liga gehören automatisch zu den Aufstiegsfavoriten, auch jene Mannschaften die dem letztjährigen Aufsteiger den Klassensprung vermiesen wollten. Aufsteiger aus der unteren Kategorie eher zu den Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen. In der 1. Amateurliga Gruppe B könnte diese Logik ein wenig aus dem Gleichgewicht kommen.

Die Favoriten
Ein gewichtiges Wort im Kampf um den Aufstieg mitreden, wird auf jeden Fall Vizemeister Latzfons Verdings. Die Mannschaft um Neo-Trainer Hannes Klammer, er kam von Ligakonkurrent Barbian Villanders, blieb fast ident. Nur Abwehrspieler Lukas Brunner steht momentan aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung.

Zu den Aufstiegskandidaten zählt auch Gröden: Wer Spieler eines Kalibers wie Michael Bacher und Jan Martin Vinatzer in der 1. Amateurliga in seinen Reihen hat, muss zwangsläufig zu den Aufstiegskandidaten zählen. Ob es zum Durchmarsch in die Landesliga reicht, wird vor allem von der Hintermannschaft abhängen.

Hannes Klammer coacht heuer Latzfons Verdings.


Seit Jahren immer vorne dabei ist Lüsen. Die Eisacktaler müssen aber heuer ohne Torhüter Alex Piok (wechselte zu Vahrn) und Innenverteidiger Alex Pernthaler auskommen. Besonders bitter ist die Knieverletzung von Kapitän und Abwehrchef Marvin Lechl, der erst in der Rückrunde zum Einsatz kommen wird.

Einiges zuzutrauen ist Kiens. Die Kiener zeigten in der abgelaufenen Saison des Öfteren ansehnlichen Fußball, belohnten ich aber einige Male nicht mit Siegen. Das soll mit dem Königstransfer der 1. Liga anders werden. Mit Martin Ritsch wird der wohl beste Oberligaspieler in den letzten Jahren Kiens verstärken. Verkraften muss man aber den Abgang von Jonas Wierer zum SSV Ahrntal. Sicherheit in der Hintermannschaft soll ein weiterer Neuzugang ausstrahlen. Von Vahrn kommt mit Damian Töchterle, ein erfahrener Torhüter, der bereits bei St. Georgen und Stegen unter Vertrag stand.
Die Herausforderer
Absteiger Freienfeld musste seinen Torjäger Justin Pfeifer (16 Treffer) zu Stegen ziehen lassen. Dafür wurde Manuel Hofer ins Wipptal geholt. Dass Hofer weiß, wo der Kasten steht, bewies er spätestens in der Saison 2018/19, als er nicht weniger als 32 Treffer für Natz in der 1. Amateurliga erzielte. Von Rasen Antholz kommt Tobias Pichler.
Apropos Natz: Der Landesliga-Absteiger will über kurz oder lang wieder in die Landesliga zurück. Den 1. Schritt in die richtige Richtung soll der neue Trainer Raffaele Trovato setzen. Zurück zu alter Wirkungsstätte kehrt Angreifer Patrick Graus. Nach 3 Jahren in den Nachwuchsabteilung des FC Südtirol kehrt Defensivallrounder Patrick Prosch (Jahrgang 2005) zu seinem Stammverein zurück. Die meisten Spieler die in der Landesliga aufliefen, halten ihrem Verein auch in der 1. Amateurliga die Stange.

Manuel Hofer (in weiß) geht künftig für Freienfeld auf Torjagd. © Andrea Giacomelli


Bei Vahrn blieb fast alles beim Alten. Für den zu Kiens abgewanderten Damian Töchterle, verpflichtete man von Ligakonkurrent Lüsen Alex Piok. Vom Absteiger Feldthurns holte man Peter Edenhauser. Dazu gesellen sich noch eine ganze Reihe von Jugendspielern, die an die 1. Mannschaft herangeführt werden sollen. Wenig Änderungen gab es auch bei Schabs. Angreifer Alex Vecchio verließ die „Schabma“ in Richtung Gitschberg Jochtal, Aufsteiger in die Landesliga.

Gespannt kann man auf den 2. Aufsteiger Terenten sein. Die Terner bewiesen bereits im vorigen Jahr im Aufstiegsduell gegen das favorisierte Team aus Steinhaus, dass sie das Zeug zu Höherem haben. Mit der Euphorie des Aufstiegs und mit der richtigen Einstellung und Kampfkraft ist ihnen einiges zuzutrauen.

Barbian Villanders ist seit Jahren immer vorne mit dabei, was bisher fehlte, war die Konstanz. Laut dem ehemaligen Trainer Hannes Klammer ist ein Grund, dass vor allem im Herbst der Großteil der Spieler mit der Weinernte beschäftigt ist und unregelmäßig trainiert bzw. eingesetzt werden kann. Wie schnell es gehen kann, bewies Rasen Antholz in der abgelaufenen Saison. Am 6. Spieltag forderte man ohne Punktverlust den späteren Aufsteiger Gitschberg Jochtal heraus. Danach ging es stetig abwärts. Wenige Spieltage vor Schluss sah man sich sogar gezwungen einen Trainerwechsel durchzuführen, um nicht komplett in die 2. Amateurliga zu versinken. Heuer muss die Biathlonhochburg um Neo-Trainer Markus Schwienbacher auf Torhüter Elias Zitturi verzichten, der es beim Oberligisten St. Georgen versucht. Geblieben ist hingegen Bruder Fabian Zitturi, der sich mit Neuzugang Jakob Hochgruber vom ASV Percha um den Platz im Tor rittern wird. Das Mittelfeld wurde mit Manuel Auer vom ASC Olang verstärkt. Mit der Verpflichtung von Simone Dalle Grave von Reischach wurde ein Spieler verpflichtet, der einen guten Zug in Richtung gegnerisches Tor hat. Zudem wechselte Abwehrspieler Gregor Dipoli zu Bruneck, Tobias Pichler hingegen zu Ligakonkurrent Freienfeld. Ebenfalls zu Ligakonkurrenten zog es Florian Sagmeister und Hannes Keusch, die zu Reischach wechselten. Verletzungsbedingt muss man zudem auf Michael Taferner und Gabriel Messner verzichten.
Der Abstiegskampf
Wer am Ende in den sauren Apfel, sprich Abstieg, beißen muss, ist wie immer schwierig vorherzusagen. Wenn die Meisterschaft ähnlich verläuft wie im vorigen Jahr, dann sind bis wenige Spieltag vor Saisonende ein Großteil der Mannschaften in diesen verwickelt, auch wenn es heuer nur 2 Absteiger geben sollte. Gsies im vorigen Jahr nach einigen Spieltagen gemeinsam mit Mareo St. Vigil als Fixabsteiger gehandelt, rappelte sich gegen Ende der Hinrunde auf und sicherte sich dank einer zufriedenstellenden Rückrunde den Verbleib in der 1. Amateurliga. Ein ähnliches Husarenstück soll Peter „Schmittla“ Unterregelsbacher auch heuer, diesmal mit Reischach vollbringen, wo er bereits von 2002 bis 2005 und von 2008 und 2010 tätig war. Dort soll der erfahrene Trainer ein junges Team zum Klassenerhalt führen. Dass das gelingt wurden mit Boris Simonic (Mühlwald), Lukas Hellweger von Gais und von Ligakonkurrenten Rasen Antholz Florian Sagmeister und Hannes Keusch interessante Spieler verpflichtet. Nach Rasen Antholz hingegen musste man Simone Dalle Grave ziehen lassen.
Der Königstransfer

Martin Ritsch jubelt künftig für Kiens. © Franz Griessmair

Im ersten Moment mag die Verpflichtung von Martin Ritsch von Kiens als Königstransfer gelten. Er galt seit Jahren bei St. Georgen als der beste Mittelfeldspieler in der Oberliga und krönte sich in der abgelaufenen Saison zum Torschützenkönig. Nicht zu vernachlässigen ist aber die Verpflichtung des Duos Michael Bacher (Virtus Bozen) und Jan Martin Vinatzer (SSV Brixen) von Gröden. Sollten beide von Verletzungen verschont bleiben, dann könnte dieses Zweigespann für Furore sorgen.

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