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Martin Ritsch (links) steht vor dem Abschied von St. Georgen. © Franz Griessmair

Das Ende einer Ära? Ritsch vor Abschied aus St. Georgen

Er ist seit Jahren der beste Spieler in der Oberliga und hat heuer die beste Saison seines Lebens gespielt. Nun deutet aber alles darauf hin, dass sich Martin Ritsch von St. Georgen verabschiedet.

„Zu 90 Prozent ist es fix, dass ich nächstes Jahr nicht mehr bei St. Georgen spiele“, sagt Martin Ritsch im Gespräch mit SportNews. Der Mittelfeldspieler hatte schon zu Beginn der Saison durchklingen lassen, dass er mit dem Gedanken eines Abschieds spielt, nun nimmt dieser immer konkretere Formen an.


Der Grund dafür ist familiärer Natur. „Ich bin vor zwei Monaten erstmals Vater geworden, bin aber praktisch nie zu Hause. Wir trainieren in St. Georgen vier Mal, zudem arbeite ich in der Volksbank in Kiens. Das bedeutet, dass ich von Dienstag bis Freitag immer morgens starte und erst spät abends nach Hause komme. Das ist mir zu viel“, sagt Ritsch, der heuer in der Form seines Lebens ist. 22 Tore hat er in der laufenden Meisterschaft erzielt, so viele wie noch nie in einer Spielzeit. „Ja, man kann sagen, dass das die beste Saison meines Lebens ist.“

Ritsch hat eine Ära geprägt
In St. Georgen würde jedenfalls eine Ära zu Ende gehen. Seit 2014 spielt Ritsch für den wohl professionellsten Amateurligisten Südtirols. 187 Meisterschaftseinsätze absolvierte er dabei, unter anderem auch 33 in der Serie D (Saison 2018/19). Dabei gelangen „Ritschi“ 65 Tore, das ist für einen Mittelfeldspieler ein außergewöhnlicher Wert. Höhepunkt seiner Zeit bei den „Jergina“ war der Italienpokalsieg 2018: Damals kämpfte sich der 31-Jährige in Rekordtempo von einem Kreuzbandriss zurück und war in der entscheidenden Phase wieder mit dabei.

Ritsch ist heuer der überragende Spieler der Oberliga. © Franz Griessmair


Ganz zu ist die Tür in St. Georgen noch nicht. „In der nächsten Woche komme ich noch einmal mit Georg Brugger (Macher von St. Georgen, Anm. d. Red.) zusammen“, so Ritsch. Die Erfolgsaussichten dürften sich aber in Grenzen halten. Interessenten gibt es jedenfalls einige, vor allem im Brixner Raum, wo der begnadete Regisseur beheimatet ist. Die Landesliga-Klubs Milland (hier steht im nächsten Jahr Martins Bruder Thomas Ritsch als Trainer an der Seitenlinie) und Natz buhlen genauso wie Oberligist Brixen um die Gunst des wohl besten Mittelfeldspielers des Südtiroler Amateurfußballs. Wohin es ihn schlussendlich zieht, werden die nächsten Wochen zeigen.

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