a Amateurligen

In der Oberliga (hier eine Szene zwischen Brixen in blau und Tramin) rollt bald wieder der Ball. Doch einige Fragen sind noch offen. © A. Giacomelli

Die Krux mit der Sport-Visite: Wann darf ich wieder Fußball spielen?

Wie lange muss ich als Amateursportler warten, um nach überstandener Corona-Infektion wieder meinem Wettkampf nachgehen zu dürfen? Diese Frage stellen sich aktuell Fußballer, Volleyballer und Co. – auch, weil ein Tohuwabohu in den letzten Tagen für viel Verwirrung sorgte.

Von:
Thomas Debelyak

Die bisherige Regelung im Amateursport lautet wie folgt: Wenn ein Sportler mit Corona infiziert ist, verfällt die sportärztliche Visite. Nach seiner Genesung – sprich nach dem negativen Test – muss er 30 Tage warten, bis er einen neuen Termin beim Sportarzt ansuchen darf. Bedeutet in anderen Worten: Ein Amateurfußballer könnte nach einer Corona-Infektion rund anderthalb Monate ausfallen.


Anfang Jänner hat der italienische Sportmedizinverband (FMSI) auf der Grundlage einer Studie die Leitlinien aber geändert: Bei keinen bzw. leichten Symptomen während der Corona-Infektion ist es ausreichend, wenn man künftig nur mehr 7 anstatt 30 Tage nach der Genesung pausiert. Alles gut also? Mitnichten!

Ein Rückzieher
Am Freitag vor einer Woche wurden diese Leitlinien publiziert, doch am Dienstagabend folgte schon wieder die Annullierung. Grund dafür ist nicht etwa ein medizinisches, sondern vielmehr ein rechtliches Problem, wie der Südtiroler Primar für Sportmedizin, Stefan Resnyak, gegenüber SportNews klarstellt.
„Ich hoffe, es geht einigermaßen schnell über die Bühne.“ Stefan Resnyak, Primar der Sportmedizin

„Als Corona begann, wurde per Ministerial-Dekret festgehalten, dass die Leitlinie mit diesen 30 Tagen angewandt werden muss, ansonsten ist man gesetzeswidrig unterwegs. Wir müssen nun also warten, bis die neuen Regelungen in einem Dekret verabschiedet werden.“ Wie lange das dauert? „Das weiß ich nicht. In der Mitteilung der FMSI stand, dass es in kürzester Zeit erfolgen soll. Vorteil hier ist, dass es nicht mehr medizinisch evaluiert, sondern nur mehr bestätigt werden muss. Ich hoffe, es geht einigermaßen schnell über die Bühne.“
30-Tage-Regelung bleibt in Kraft – vorerst
Bedeutet: Aktuell ist wieder die 30-Tage-Regelung in Kraft. Sehr zum Leidwesen der Spieler, die nun auch bei einem milden Coronaverlauf lange Zeit aus dem Verkehr gezogen werden. Eine Tatsache, die auch Stefan Resnyak nachdenklich stimmt. „Wenn der Patient während der Infektion keine Symptome hatte und sich auch nach dem negativen Test wohl fühlt, absolut beschwerdefrei ist, getraue ich mich als Arzt zu sagen: Dem fehlt nix, der muss nicht 30 Tage warten. Aber in dem Moment, wo es mir als Gesetz anders vorgeschrieben ist, kann ich nichts tun.“
Unterschied zwischen Profi- und Amateursportler
Viele Amateursportler fragen sich trotzdem: Warum darf ein Profi-Fußballer einen Tag nach dem negativen Test schon wieder trainieren, während ich 30 Tage warten muss? „In den Leitlinien gibt es einen Unterschied zwischen Profi- und Amateursportlern. Profisportler dürfen gleich nach dem negativen Test die sportärztliche Visite machen, allerdings mit viel strengeren Auflagen. Sie müssen viel mehr Untersuchungen machen wie ein 24-Stunden-EKG oder ein Echokardiogramm, während sich die Amateursportler einer 'normalen' Visite unterziehen müssen.“

Klar ist: Sollte sich die Wartezeit nicht demnächst verkürzt werden, droht dem System Amateurfußball bzw. Amateursport der Kollaps. Denn es gibt in Südtirol und Italien wohl nicht viele Vereine, die wochen-, ja monateweise auf etliche Spieler verzichten können, die eigentlich fit wären, sich aber im Corona-Wartestand befinden.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.
Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen Sie Ihre Daten: Die Eingabe von Adresse, Ort, PLZ & Telefon ist verpflichtend, um einen Kommentar absenden zu können.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2022 First Avenue GmbH