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Thomas Nonnato ist schon lange im Fußball-Business unterwegs, der Meistertitel mit der Weinstraße Süd ist sein bisher größter Erfolg. © www.runggaldier.it / Dieter Runggaldier

Emotionen, schwere Momente & der Torjäger: Das große Meister-Interview

Am Donnerstag ist die Landesliga-Saison 2021/22 zu Ende gegangen. Die Weinstraße Süd steigt nach einer herausragenden Rückrunde, in der 42 von 45 möglichen Punkten geholt wurden, in die Oberliga auf. SportNews hat sich ausführlich mit Meistertrainer Thomas Nonnato unterhalten.

Von:
Christian Staffler


Thomas Nonnato, nach vielen Jahren als Jugendtrainer ist der heurige Landesliga-Titelgewinn Ihr bisher größter Erfolg. Wie haben Sie den Moment des Triumphes wahrgenommen?

Nonnato: „Das Remis in Bruneck, das den Titel besiegelt hat, hat unglaubliche Emotionen in mir hervorgerufen. Die Erleichterung und Genugtuung waren riesig, selten in meinem Leben habe ich so starke Emotionen erlebt. Die Bilder der Spieler, die sich nach dem Schlusspfiff alle in den Armen gelegen sind, gehen mir nicht mehr aus dem Kopf.“


Das Match in Bruneck war ein echtes Finale, wenngleich Ihre Mannschaft den Vorteil hatte, nicht gewinnen zu müssen. Wie nervös waren Sie vor dem Spiel?

„Ich muss zugeben, dass es eine verdammt schwierige Partie war. Bruneck musste gewinnen und ich denke, dass sie in der Breite gesehen die stärkste Mannschaft der Liga hatten. Es war also nicht einfach und dass wir dort gewonnen haben zeigt, dass wir eine bärenstarke Leistung abrufen konnten. Wenn man 78 Punkte holt, ist der Meistertitel verdient. Dasselbe gilt für Bruneck und Mister Fuschini, keine Frage.“


Was hat den Ausschlag für die Weinstraße Süd gegeben?

„Ein Titel ist immer der Verdienst einer gesamten Mannschaft. Vom Bomber bis zum Jungen hat jeder sein Bestes gegeben. Der wichtigste Moment war das Hinspiel gegen Bruneck. Wir hatten damals große Schwierigkeiten, von 4 vorherigen Spielen hatten wir 3 verloren. Mit enormen Willen, Leidenschaft und etwas Glück konnten wir das Bruneck-Match gewinnen und dadurch an der Spitze dranbleiben.“

„Er wurde geboren, um Tore zu schießen.“ Thomas Nonnato über 37-Tore-Mann Fabio Bertoldi

Was war die größte Stärke Ihrer Mannschaft in der abgelaufenen Saison?

„Das ist eine gute Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Ich denke, es sind mehrere. Zum einen natürlich herausragende Spieler, wie Joao Loyola, Armando Dauti, Michael Palma oder Matthias Pernstich. Über Fabio Bertoldi und Max Dalpiaz muss man ohnehin nichts mehr sagen. Dazu sind wir in den wichtigen Spielen immer drangeblieben. Die Mannschaft hatte die Fähigkeit, aus schweren Momenten stärker hervorzugehen. Und natürlich, 42 Rückrunden-Punkte sind eine fantastische Ausbeute.“


Wir müssen über Fabio Bertoldi sprechen. 37 Tore in einer Landesliga-Saison, das ist vorher noch nie jemanden gelungen. Wie gut ist er wirklich?

„Ich war viele Jahre lang Spieler und habe dabei auch in der Serie D gespielt. Viele gute Stürmer haben meinen Weg gekreuzt, aber ganz ehrlich? So einen wie Bertoldi habe ich noch nie gesehen. Er wurde geboren, um Tore zu schießen. Er hat das einfach im Blut. Man sieht es bei jedem Training. Bertoldi ist körperlich und technisch herausragend, aber sein unbändiger Torhunger macht ihn aus. Er ist ein fantastischer Spieler.“

Kongeniales Duo: Fabio Bertoldi (r.) und Max Dalpiaz werden auch kommende Saison für die Weinstraße Süd spielen. © www.runggaldier.it / Dieter Runggaldier


Zusammen mit Dalpiaz bildet er ein kongeniales Duo. Dieser soll Gerüchten zufolge aber vor einem Wechsel stehen. Wie wird die Weinstraße Süd die Oberliga angehen?

„Der Verein hat mich als Trainer bestätigt und möchte auch den Großteil der Mannschaft halten. Auch Max Dalpiaz wird bei uns bleiben. Leider hören Palma und Tormann Andrea Donato auf. Die Abwehr müssen wir verstärken, dort haben wir nicht viele Spieler. Weil die Meisterschaft sehr lang war und wir bis zum Schluss nicht wussten, ob es die Ober- oder die Landesliga wird, konnten wir noch nicht sehr viel planen.“


Kommen wir noch zur neuen Jugendregel, die in der Oberliga deutlich schwieriger zu erfüllen ist, als in der Landesliga. Ist der Verein darauf vorbereitet?

„Wir hatten heuer einige junge 2002er, zum Beispiel Gabriel Dindo oder Simon Plancher, die die Jugendbestimmungen mit Bravour erfüllt haben. Sie fallen nächstes Jahr aus der Jugendregel heraus. Der Verein ist immer bemüht, den eigenen Jungen den Vortritt zu lassen. Ob das für nächste Saison reicht, müssen wir noch beurteilen. Ich denke, es geht vielen Vereinen so. Mit Samuel Villgrattner haben wir auch einen ganz jungen Spieler, Jahrgang 2006, im Kader. Ich bin also zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden.“

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