a Amateurligen

Der FC Meran mit Trainer Massimo Bertinato (ganz rechts) will unter neuem Namen hoch hinaus.

Neuanfang: In Meran träumt man von der Oberliga

Der Name Meran war im Fußball über Jahrzehnte lang, stark mit dem Namen Passer Meran verbunden. Oberligameisterschaften und Aufstiege in die Serie D wurden gefeiert. Nun wagt man in der Kurstadt einen erneuten Neuanfang.

Mitte der 1990er Jahre verschwand der Verein von der Bildfläche und damit ein Stück Meraner Fußballgeschichte. In den darauffolgenden Jahren wurden immer wieder Vereine gegründet, Fusionen wurden durchgeführt, die dem Meraner Fußball neuen Glanz verleihen sollten. Alle Projekte scheiterten bis dato. Daneben entwickelte sich der FC Obermais zum wichtigsten und erfolgreichsten Fußballverein in Meran.


Jetzt startet das x-te Projekt, mit dem Meran wieder an die Erfolge der früheren Jahre anknüpfen will. Vor kurzem gab es in Meran erneut eine Fusion: Diesmal einigten sich Olimpia Meran und der FC Meran, nach mehrjähriger Zusammenarbeit, auf ein gemeinsames Ziel. In 5 Jahren will man in der Oberliga sein und dann weiter nach oben streben. Wie das funktionieren soll und wie der bisherige Verlauf der Meisterschaft des FC Meran in der 1. Amateurliga Gruppe A zu bewerten ist erzählte Massimo Bertinato, Trainer und Vorstandsmitglied des Vereins, im SportNews-Gespräch.


SportNews: Herr Bertinato, die Fusion zwischen Olimpia Meran und dem FC Meran unter dem neuen Namen Olimpia Meran ist unter Dach und Fach. Welches Ziel verfolgt der neue Verein?

Massimo Bertinato: „Nach den all bekannten Problemen der letzten Jahre, ist der FC Meran bereits in der letzten Saison mit einem neuen Projekt gestartet. Wir haben eine Mannschaft in die 1. Amateurliga geschickt, deren Spieler fast alle noch bei den Junioren hätten Spielen können. Es sind Fußballer die zwischen 2000 und 2004 geboren sind.“


Zurzeit hat Meran 37 Punkte und liegt auf Platz 7. Zufrieden mit dem Verlauf?

„Auf jeden Fall. Wir trainieren 4 Mal die Woche und der Erfolg stellt sich langsam aber sicher ein. In der Vorrunde haben wir 15 Punkte gesammelt, jetzt in der Rückrunde bereits 22 Zähler. Am letzten Sonntag besiegten wir Aufsteiger Salurn auswärts mit 1:0. Beeindruckend war dabei, dass Salurn nicht einmal gefährlich vor unser Tor kam. Dass bei ihnen die Luft nach dem Meisterschaftssieg draußen ist, kann sein, aber wenn eine Mannschaft in 90 Minuten keine Torchance hat, dann ist schon aussagekräftig. Dass die Mannschaft jung und zum Teil unerfahren ist, haben wir in einigen Spielen gesehen, als wir uns in der Schlussphase noch Punkte nehmen haben lassen. Ich würde sagen, dass uns dadurch 6 bis 7 Punkte fehlen.“

Die Spieler von Meran (in Rot, hier gegen Kaltern) trainieren 4 Mal in der Woche. © M. Dorn


Sie trainieren 4 Mal die Woche. Das macht kaum ein Oberligaverein...

„Das stimmt. Virtus Bozen und St. Georgen vielleicht, aber vermutlich auch nicht immer. Andere Mannschaften in unserem Kreis begnügen sich mit 2maligem Training. In meinen Augen zu wenig, vor allem wenn man jung ist. Mit qualitativem und quantitativem Training kann man in diesem Alter sehr viel erreichen und große Qualitätssprünge machen. In meinen Augen kommen 90% der Spieler dort hin wo sie sind, mit Training. Die restlichen 10% haben Talent. Logischerweise wäre ideal zu den 10% talentierten Spielern zu gehören und gut zu trainieren. Dann kann man es weit bringen.“


Welche Ziele strebt dieser neue Verein an?

„Heuer schaffen wir vermutlich Platz 6 oder 7 und das mit einer schlechten Vorrunde. Im nächsten Jahr müssen wir weiter vorne dabei sein. Das Ziel ist in den nächsten 2 Jahren in die Landesliga zu kommen und in den nächsten 5 Jahren in die Oberliga. Dort würde dann wieder eine neue Zeitrechnung beginnen. Dann müsste man als Ziel die Serie D ausgeben.“


Sie haben jetzt eine ganze Reihe von jungen und talentierten Spielern. Läuft man da nicht Gefahr, dass Vereine der Landes- oder Oberliga diese versuchen abzuwerben?

„Das ist auch schon passiert. Vor der letzten Saison wechselten 4 Spieler zu einem anderen Verein. Dort spielten sie relativ wenig, mit dem Resultat, dass 2 von diesen dem Fußball den Rücken gekehrt haben. Deshalb ist unser Versprechen an junge Spieler, dass sie 4 Mal in der Woche ein qualitativ hochwertiges Training bekommen und regelmäßig bzw. fast immer spielen. Zudem und das zeigt sich gerade jetzt wieder, wenn man in diesem Alter Leistung in der 1. Amateurliga liefert, dann wird man von den Vereinen die höher spielen trotzdem gesehen oder vermutlich gerade deswegen, weil man regelmäßig spielt. Zudem bietet das neue Combi-Stadion ein besonderes Flair. Auch das kann ein Ansporn sein, weiterhin in Meran Fußball zu spielen.“

Im Südtiroler Fußball bekannt wie ein bunter Hund: Massimo Bertinato (hier unter Palmen).


Wird der neue Verein Olimpia Meran keine Spieler außerhalb von Meran verpflichten?

„Grundsätzlich ist der Verein für die Jugendspieler da, damit diese wachsen, in der Hoffnung, dass der Verein mitwächst, sprich aufsteigt. Sollten wir der Meinung sein, dass ein Spieler notwendig ist um eine Kategorie aufzusteigen, dann werden wir uns diesbezüglich umsehen. Wo wir aktuell Probleme haben ist bei den Torhütern, auch weil wir diesen bis dato kein entsprechendes Training anbieten konnten. Vor kurzem hat der Verein beschlossen, das Geld nicht in einen auswärtigen Spieler zu stecken, sondern in einen Torwarttrainer, damit die Torhüter, die wir haben, besser werden.“


Wird Trainer Bertinato auch in der nächsten Saison an der Seitenlinie von Meran stehen?

„Mit Sicherheit. Ich bin früher auf vielen Plätzen außerhalb von Meran tätig gewesen. Ich bin überzeugt, dass die Zeit gekommen ist, dass ich in Meran, in meiner Heimatstadt, noch etwas bewegen kann und muss. Deshalb werde ich dieses Projekt so lange als möglich als Trainer begleiten. Später vielleicht auch in einer anderen Funktion.“

Zur Person

  • Der heute 63-jährige Meraner ist seit 30 Jahren verheiratet und seit 47 Jahren mit derselben Frau zusammen. Bertinato ist stolzer Vater zweier Töchter, Giada und Julia. Seit kurzem ist der in ganz Südtirol bekannte Fußballlehrer auch Großvater geworden.
  • Seine ersten Sporen in einer 1. Mannschaft hat sich Bertinato bei Passer Meran verdient. Danach wechselte er zu den Profis, wo er unter anderem beim AC Bozen (C2), bei Trient, Taranto und Salerno (immer C1) spielte. Seine letzte Profistation war in der C2 bei Fermana. Danach wechselte er am Ende seiner Spielerkarriere zurück zu Passer Meran.
  • Als Trainer ist der Meraner seit 28 Jahren tätig und trainierte Teams wie Naturns, Meran Sinich, St. Martin in Passeier, Schlanders, Virtus Don Bosco Bozen und Meran. Während dieser Trainerzeit konnte er auch zahlreiche Aufstiege feiern.


Schlagwörter: Fussball Amateurligen

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