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Patrizio Morini gibt ab sofort nicht mehr die Kommandos in St. Georgen. © David Laner

Plötzliches St.-Georgen-Aus: Jetzt spricht Trainer Morini

St. Georgen und Patrizio Morini gehen getrennte Wege. Das ist seit Sonntag beschlossene Sache. Eine Meldung, die im Südtiroler Amateurfußball hohe Wellen geschlagen hat. Jetzt bezieht Trainer Morini ausführlich Stellung.

Anfang Juni sagte Patrizio Morini in einem Interview mit SportNews, dass er nach wie vor für St. Georgen brennt und im Herbst seine 13. Saison in Folge bei den Jergina in Angriff nehmen will. Zwei Wochen später sieht die Welt aber ganz anders aus: Seit Sonntag gehen der Klub und der renommierte Übungsleiter getrennte Wege.


Warum diese plötzliche Kehrtwende? Warum diese unerwartete Trennung? Georg Brugger, Präsident von St. Georgen, sagte gegenüber s+, dass es einige Vorfälle gegeben habe, die sich auf das Vereinsumfeld ausgewirkt haben. Viel klarer wird auch Morini nicht. „Die Gründe sind sicher nicht fußballerischer Natur. Wir haben heuer wirklich eine herausragende Meisterschaft gespielt, haben zwei zweite Plätze (Oberliga und Oberliga-Italienpokal) sowie einen ersten Platz (Südtirol Cup) erreicht. Wir hatten den zweitbesten Angriff und die zweitbeste Abwehr. Kurz gesagt: Es war eine herausragende Meisterschaft.“

„Ich will klarstellen, dass es keine Probleme mit Spielern gab.“ Patrizio Morini

Morini weiter: „Nach 12 Jahren kann es passieren, dass sich die Wege trennen. Ich will klarstellen, dass es keine Probleme mit Spielern gab. Klar kann es sein, dass der eine oder andere Spieler nach 12 Jahren stuff ist. Auf der anderen Seite bin auch ich nach 12 Jahren vom einen oder anderen Spieler stuff. Aber das ist eine ganz normale Sache. Jedenfalls hat der Verein vor kurzem ein Treffen mit mir gewollt, bei dem wir einige Punkte besprochen haben. Wir sind dann einvernehmlich zum Schluss gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit aufzulösen.“ Konkrete Gründe nennt Morini nicht, auch wenn zwischen den Zeilen herauszuhören ist, dass es vereinsinterne Unstimmigkeiten gegeben hat.
Geht's jetzt nach Österreich?
Der pensionierte Lehrer macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er schon länger mit dem Gedanken spielt, eine neue Herausforderung anzugehen. „Es war schon immer mein Traum, außerhalb der Region zu trainieren. Doch die Beziehung mit der Mannschaft und unsere vielen Erfolge haben mich stets bei St. Georgen gehalten. Jetzt ergibt sich die Möglichkeit für etwas Neues“, so Morini.

Trophäensammler: Patrizio Morini ist der erfolgreichste Trainer im Südtiroler Amateurfußball. © Dieter Runggaldier


„Tief in mir drinnen“, führt der 65-Jährige aus Perugia weiter aus, „hatte ich schon im Februar das Gefühl, dass es das letzte Jahr in St. Georgen sein könnte. Seit jener Zeit arbeite ich auch mit einem Berater zusammen. Ich möchte auf jeden Fall weitertrainieren, aber eben außerhalb von Südtirol. Ob das dann in Italien oder Österreich ist, wird sich zeigen.“ Morini ist in Besitz der UEFA-Pro-Lizenz, er könnte also in allen Fußball-Meisterschaften dieser Welt trainieren. „Ich werde alle Anfragen, die ich bekomme, in Betracht ziehen und dann entscheiden. Dass ich in Südtirol bleibe und warte, bis ein Trainerposten frei wird, das ist nicht mein Ziel.“
Die schönsten Momente
Patrizio Morini blickt jedenfalls mit Freude auf seine Zeit in St. Georgen zurück. „Das war eine fantastische Zeit“, erklärt der 65-Jährige, der mit seinen Jergina 12 Trophäen in der Oberliga gewinnen konnte und zudem drei Jahre lang in der Serie D gespielt hat. Seine schönsten Momente? „Da sind mir zwei in Erinnerung geblieben. Einerseits der Klassenerhalt in der Serie D (2012/13), andererseits der Sieg des nationalen Italienpokals 2018.“ Nun ist die erfolgreichste Ära, die ein Trainer im Südtiroler Amateurfußball je geprägt hat, zu Ende.

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