a Amateurligen

Dietenheim Aufhofen holte sich einen denkwürdigen Sieg. © Social Media

RÜCKPASS | Pipi-Alarm mitten im Spiel

Guter, alter Amateurfußball: Auch am vergangenen Wochenende haben die Kicker hierzulande wieder geliefert. Nicht nur Tore und Punkte, sondern auch Kuriositäten. Ein Ereignis in der 3. Amateurliga hat dabei alles getoppt.

TATORT 3. Amateurliga: Der Druck war zu groß

Es mag zwar kurios klingen, aber diesen Text müssen wir mit einer Entschuldigung beginnen. Eine Entschuldigung an Hannes Winkler. Hannes ist Verteidiger, der sich in dieser Saison in der 3. Amateurliga bei Dietenheim Aufhofen in die Pässe, Schüsse, wahlweise auch mal in die Schienbeine der Gegner wirft. Und ein Verteidiger, der offenbar auch als Buch- und Zeitungsproduzent eine grundsolide Figur abgeben würde: So gut, wie der junge Pusterer mit Druck umgehen kann.


Im Match gegen Gitschberg Jochtal B, das die Dietenheimer relativ ungefährdet mit 9:2 nach Hause schaukelten, gelang Winkler ein lupenreiner Hattrick. Und zwar im knappen Zeitfenster von nur elf Minuten. Und, das eigentlich Kuriose an der ganzen Sache: Alle drei Tore erzielte Winkler per Elfmeter. Klar, man könnte auch bemängeln, dass die Gitschberger in ihrem Strafraum unbeholfener zu Werke gegangen sind als zwei Teenies bei ihrem allerersten Kino-Schmuser. Aber trotzdem: Wer drei Elfmeter innerhalb von nur elf Minuten verwandelt, der hat sich die gratis Extra-Portion Popcorn allemal verdient.

Hannes Winkler sorgte für einen Elfmeter-Hattrick. © fabianleitner


Warum also entschuldigen wir uns bei Hannes Winkler? Ganz einfach: Eigentlich müsste dieser Text hier einzig und alleine von seinem Kunststück handeln, das es in dieser Form in diesem Fußballjahr (ja, vielleicht auch in diesem Fußballjahrzehnt) wohl nicht mehr geben wird. Müsste, denn das tut dieser Text nicht. Die Show wurde Winkler nämlich in der ersten Halbzeit von jemand anderem gestohlen.

Und plötzlich passiert es am Spielfeldrand

Als das Spiel so vor sich hinplätscherte (das Wort musste jetzt sein), bekam es einer der Reservespieler (wir wollen an dieser Stelle nicht näher auf Mannschaft, Position, Identität eingehen, Zwinker-Smiley) ebenfalls mit Druck zu tun. Es war aber nicht jene Art von Druck, den Hannes Winkler am Elfmeterpunkt verspürte. Es war vielmehr – sagen wir – ein körperliches Bedürfnis. Denn plötzlich musste jener Reservespieler dringend Wasser lassen. Die Kabine? Zu weit weg. Ein Plätzchen außerhalb des Feldes? Ebenfalls unerreichbar. Da blieben also nicht mehr viele andere Möglichkeiten übrig. Und so musste wohl oder übel der Spielfeldrand herhalten.

Unmittelbar neben der Ersatzbank bewies unser heimlicher Held, dass er durchaus auch mit einer solchen Stresssituation umgehen kann. Denn der aufmerksame Schiedsrichter bemerkte die Geschehnisse am Seitenrand und unterbrach das Spiel für kurze Zeit. Folglich waren die Augen von 22 Akteuren auf dem Feld (und wohl die vielen Blicke der Zuschauer) auf unseren Reservespieler gerichtet, der sein Geschäft unter Hochdruck verrichten musste. Und das erledigt er, nun ja, so souverän wie Hannes Winkler zuvor seine Elfmeter verwandelt hat. Bleibt also nur noch eine, extrem knifflige Frage: Wer ist denn nun der wahre „Man of the Match“?

___________________
In der Rückpass-Rubrik arbeitet die SportNews-Redaktion regelmäßig besondere und kuriose Ereignisse im Südtiroler Amateurfußball mit etwas Witz und Heiterkeit auf.

Schlagwörter: Fussball Amateurfußball

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.
Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen Sie Ihre Daten: Die Eingabe von Adresse, Ort, PLZ & Telefon ist verpflichtend, um einen Kommentar absenden zu können.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2022 First Avenue GmbH