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Schluderns zählt zu den Überraschungsmannschaften in der 1. Amateurliga. © Sarah Mitterer

Schluderns im Höhenflug: „Die Mannschaft ist der Star“

In unserer Mittwochsrubrik nehmen wir eine Mannschaft aus der 1. Amateurliga genauer unter die Lupe. Heute an der Reihe: Der ASV Schluderns, der eine extrem starke Saison spielt.

Mit Salurn steht der Aufsteiger und Meister der 1. Amateurliga Gruppe A seit dem letzten Spieltag fest. Der Rest des Feldes spielt entweder gegen den Abstieg oder um einen gutes Meisterschaftsergebnis. Ein Verein, der mit dem Abstieg seit einiger Zeit nichts mehr zu tun hat, ist der ASV Schluderns.


Für Trainer Rainer Dengg ist es die 5. Saison als Trainer beim Vinschger Verein. Warum sein Team trotz eines Umbruches im vorderen Tabellenmittefeld zu finden ist, wie seine Zukunft als Trainer ausschaut, warum er den Trainerschein nicht in Südtirol, sondern in Bayern absolvierte und warum er eine eigene Rückrundentabelle führt, erklärt der 48-Jährige im SportNews-Interview.


SportNews: Rainer Dengg, wie lautet ihr Fazit für ihren Verein Schluderns nach 23 Spielen?

Rainer Dengg: „Ich bin sehr zufrieden und das bezieht sich nur auf die Punkteausbeute, sondern vor allem auf die Entwicklung der Mannschaft. Zu Beginn der letzten Saison mussten wir einige Abgänge verkraften. Diese haben wir mit Spielern aus unserer Jugendabteilung kompensiert und die Leistungen dieser Spieler haben uns gezeigt, dass das genau der richtige Weg war. Nach 23 Runden sind wir eigentlich viel weiter vorne, wie wir uns das zu Beginn der Saison erhofft haben.“

„Wir spielen oft mit einem Durchschnittsalter von 22/23 Jahren.“ Trainer Rainer Dengg


Was ist der Grund für diesen unverhofften Höhenflug?

„Ein Grund ist mit Sicherheit, dass das ganze Team sehr fleißig trainiert und sich weiterentwickelt hat. Unter der Woche wird hart trainiert und gearbeitet, um am Wochenende die Ernte einzufahren. Zudem haben die jungen Spieler sofort Verantwortung übernommen. Wir spielen oft mit einem Durchschnittsalter von 22/23 Jahren. Spieler die den Unterschied ausmachen habe ich kaum. Im Grunde ist die Mannschaft der Star.“


In der Vorrunde holte Schluderns 19 Punkte. Diese Marke hat ihre Mannschaft jetzt schon erreicht und es fehlen noch 5 Spiele. Was ist der Grund für die bisherige starke Rückrunde?

„Wir sind relativ gut mit 2 Siegen und einem Remis in die Meisterschaft gestartet. Dann kam eine Phase mit 3 Niederlagen in Folge. Dadurch, dass die Mannschaft sehr jung ist, fehlt uns die Konstanz. Zudem unterschätzt eine so junge Mannschaft oft den Gegner, wenn er in der Tabelle weiter hinten zu finden ist. Gegen Mannschaften die vorne zu finden sind, haben wir kaum Punkt liegen gelassen. Auf der anderen Seite haben wir Niederlagen gegen Schlanders oder Ulten einstecken müssen, die gegen den Abstieg kämpfen.“

Die Schludernser eilen in der Rückrunde von Sieg zu Sieg.


Anscheinend haben Sie aber ein Mittel gefunden, diesen Umstand in der Rückrunde zu verbessern?

„Das weiß ich noch nicht, denn jetzt stehen noch eine ganze Reihe von Spielen gegen Mannschaften die gegen den Abstieg kämpfen an. Auf jeden Fall haben wir aber eine Rückrundentabelle eingeführt, d.h. wir tun so als ob es die Vorrunde nicht gäbe. In dieser Tabelle sind wir bis dato an 2. Stelle. Das glaube ich, gibt der Mannschaft Auftrieb und sie hat die Absicht diesen Platz zu verteidigen.“


Den Trainerschein haben Sie nicht in italien bzw. in Südtirol gemacht. Warum?

„Das stimmt. Ich habe den UEFA-B-Trainerschein in Deutschland, genauer gesagt in Bayern an der Sporthochschule Oberhaching gemacht. Der Grund ist eigentlich ganz einfach. Dort kann man seine Muttersprache verwenden und sich in Diskussionen einbringen und Fragen stellen. Bei den meisten Kursen die der italienische Verband abhält, ist die Kurssprache italienisch und ist es einfach schwierig, sich einzubringen. Zudem werden die Kurse in Deutschland im Wochenrhythmus abgehalten, d.h. man konzentriert sich für eine Woche auf Fußball. Bei uns werden die Kurse am Abend gemacht, meist muss man weit fahren und man ist am Abend auch nicht mehr so aufnahmefähig nach der Arbeit. Etwas was mich zudem angespornt hat, ist, dass man mit einem entsprechenden Abschluss des B-Scheines, die Berechtigung für den A-Schein (Profibereich) bekommt. Diesen A-Schein bin ich gerade dabei abzuschließen. Etwas was in Italien meist nur Profis oder Trainern mit besonderen Verdiensten vorbehalten ist. Diese beiden Scheine habe ich bzw. mache ich aber nicht, damit ich die Berechtigung zum Trainer habe, sondern dass ich viele lerne und mich auch als Trainer weiterentwickeln kann.“

Rainer Dengg (links) ist seit 5 Jahren Schluderns-Trainer.


Ihr Trainerauftrag bei Schluderns wurde vor kurzer Zeit verlängert. Welche Ziele hat der Trainer Rainer Dengg für die Zukunft mit Schluderns?

„Für mich war zuallererst wichtig zu erfahren, ob der Verein mit meiner Arbeit zufrieden sei. Weiter war für meine Verlängerung entscheidend, ob der Verein diesen Weg mit dem Einbau von eigenen Jugendspielern weitergehen will. Einen Aufstieg in die Landesliga forderte mittelfristig niemand von mir, nicht einmal ganze vorne mitspielen zu müssen. Nachdem sich das alles zum Positiven geklärt hatte, war es mir eine große Freude, um ein weiteres Jahr zu verlängern. Ich bin mir sicher, dass der Verein mit dieser Philosophie sich für die nächsten 10 Jahre gut aufstellen kann.“

Zur Person:

  • Rainer Dengg wurde am 12. Juli 1973 geboren und arbeitet seit mehr als 30 Jahren in einer Siebdruckerei. Nebenbei ist er auch für das Torhütertraining in der Sportoberschule Mals verantwortlich.
  • Aktiv war der heute 48-Jährige in der Jugend beim ASV Schluderns. Danach folgten Jahre bei seinem Heimatverein in der 1. Amateurliga und Landesliga, aber auch Abstecher zu Laas (Aufstieg in die 1. Amateurliga) und Prad.
  • Als Trainer war der Vinschger in Laatsch Taufers (Aufstieg von der 3. in die 2. Amateurliga), in Mals, in Schlanders (jeweils 1. Amateurliga) und seit 5 Saisons in Schluderns (gemeinsam mit seinem Co-Trainer Slawomir Plaskazc) tätig. Mit Schluderns feierte er auch den Aufstieg von der 2. in die 1. Amateurliga.

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