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Barbian-Villanders-Trainer Hannes Klammer will ein verflixtes 7. Jahr verhindern.

Welche Rolle der Eisacktaler Wein für Barbian Villanders spielt

So langsam neigt sich die heurige Mittwochrubrik, in der jede Woche eine andere Mannschaft aus der 1. Amateurliga vorgestellt wurde, dem Ende entgegen. Heute an der Reihe: Barbian Villanders.

Platz 4 am Ende der Saison der 1. Amateurliga Gruppe B. 40 Punkte (11 Siege, 7 Unentschieden und 8 Niederlagen) sind die Ausbeute von Barbian Villanders. 24 Zähler nach der Hinrunde, „nur“ mehr deren 16 in der Rückrunde. Trainer Hannes Klammer erklärt im SportNews-Gespräch, wo die Gründe einer guten Hinrunde und einer durchwachsenen Rückrunde liegen, warum die 1. Amateurliga die richtige Liga für Barbian Villanders ist, warum er nach 6 Jahren als Trainer bei den Eisacktalern weiterzieht und welche Rolle der Eisacktaler Wein bei Barbian Villanders spielt.



SportNews: Hannes Klammer, wie zufrieden sind Sie mit den 40 Punkten?

„Wir haben eine starke Vorrunde mit 24 Punkten gespielt. Sobald ich alle Spieler zur Verfügung habe und diese auch regelmäßig trainieren, dann ist sehr viel Qualität in der Truppe und man ist auch imstande ansehnlichen Fußball zu bieten.“

„Ca. ein Drittel der Mannschaft sind Weinbauern.“ Hannes Klammer


Wie kommt es, dass nicht immer alle Spieler zur Verfügung stehen bzw. trainieren?

„Das ist recht einfach erklärt. Ca. 1/3 der Mannschaft sind Weinbauern und sobald die Weinlese beginnt, sind diese bei den Trainings nur mehr spärlich anwesend. Wenn sich’s ausgeht, dann sind sie am Sonntag bei den Spielen. Sobald das „Wimmen“ beendet ist, dann sind wieder alle an Bord. Welche Auswirkungen das hat, sieht man auch ganz klar bei den Ergebnissen. Vorher gut, dann ein Loch, danach wieder gut.“

Barbian Villanders (in gelb) hier gegen Rasen Antholz. © Giacomelli



Die Rückrunde war aber bedeutend schwächer, zumindest was die Punktausbeute anbelangt? Da war keine Weinlese?

„Das stimmt, aber zu Beginn der Rückrunde sind 3 Leistungsträger zugleich und für längere Zeit ausgefallen. Das hat man sofort gemerkt und es hagelte eine Serie von Niederlagen. Ein Schlüsselspiel war zudem das Duell am 1. April gegen Tabellenführer Gitschberg Jochtal. Das verloren wir mit 1:3 und das führte zu einem Knacks im Team. Danach folgten 3 Pleiten. Danach fingen wir uns wieder und es folgten 6 Spiele ohne Niederlage.“

„Ich glaube, dass die 1. Amateurliga die richtige Liga für einen Verein wie Barbian Villanders ist.“ Trainer Hannes Klammer


Kann für Barbian Villanders die Landesliga ein Ziel sein?

„Sollte es eine Jahr geben, wo einfach alles passt, dann könnte man vielleicht vom Aufstieg träumen. Ob das aber auch Sinn ergibt, ist eher fraglich. Man könnte es eher als ein „Zuckerle“ ansehen, denn es könnte wieder sehr schnell zurück gehen. Ich glaube, dass die 1. Amateurliga die richtige Liga für einen Verein wie Barbian Villanders ist.“


Kommt vom Jugendbereich genug Qualität nach, um eventuelle Lücken in den nächsten Jahre zu schließen?

„Die Jugendarbeit bzw. das Nachrücken von jungen Spielern in die 1. Mannschaft, könnte sich als ein Problem in den nächsten Jahren erweisen. Es gibt sowohl eine U12 und eine U11, die in meinen Augen Spieler haben, die sehr talentiert sind. Bei den Jahrgängen der Junioren, A-Jugend und B-Jugend schaut es eher mager aus.“

„Im A-Kreis der 1. Amateurliga wird mehr Fußball gespielt.“ Hannes Klammer


Wie schätzen Sie die Qualität der 1. Amateurliga ein?

„Ich glaube, dass die Qualität besser geworden ist. Im 1. Jahr in der 1. Amateurliga haben wir in der Gruppe A gespielt. Dort glaube ich, wird mehr Fußball gespielt und dieser Kreis würde uns mehr liegen. Im Kreis B mit vielen Pusterer Mannschaften ist der Einsatz, die Physis, die Intensität und die Kraft oft wichtiger, als die Technik.“


Bedeutet das, dass die Gruppe A stärker ist, als die Gruppe B?

„Nein, das will ich damit nicht sagen. Der Unterschied liegt einfach darin, dass in der Gruppe A mehr Technik gefragt ist und mehr Fußball gespielt wird. In der Gruppe B würde ich das eher als „Kick and Rush“ beschreiben. Um bestehen zu können, braucht es in beiden Ligen die entsprechenden Qualitäten, mein Team würde von der Spielanlage eher in die Gruppe A passen.“

Hannes Klammer wird Barbian Vilanders nach 6 Jahren verlassen.


Ist Hannes Klammer auch in der nächsten Saison noch als Trainer bei Barbian Villanders tätig?

„Nein, das hat sich schon nach der Hinrunde angedeutet. Ich war jetzt 6 Jahre als Trainer hier und deshalb bin ich der Meinung, dass die Mannschaft einen neuen Trainer mit neuen Impulsen braucht, um sich weiterzuentwickeln.“


War es nach 6 Jahren nicht mehr möglich die Spieler zu erreichen und auf sie einzuwirken?

„Nein, das nicht. Der Verein und die Spieler hätten auch gemeint, dass die Zusammenarbeit auch über 10 Jahre funktionieren kann. Ich habe aber gemerkt, dass nach einigen Jahren das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler zu kollegial wird. Diese zunehmende Kollegialität ist in meinen Augen nicht gut. Eigentlich hatte ich dieses Gefühl schon vor 3 Jahren, bin aber trotzdem noch 3 Jahre geblieben. Weiter wollte ich auch ein mögliches verflixtes 7. Jahr vermeiden, denn das riskiert man, wenn man eine Mannschaft zu sehr ins Herz schließt, denn dann könnte man leicht das Wesentliche aus dem Blickfeld verlieren. Die Rückrunde war für mich und meine Truppe eine gemeinsame Abschiedstour.“


Bei welchem Verein ist Hannes Klammer dann in der nächsten Saison an der Seitenlinie?

„Das will ich nicht verraten, da ich der Meinung bin, dass das Aufgabe des Vereins ist, den Namen des neuen Trainers offiziell zu machen.“

Zur Person:

  • Hannes Klammer ist 44 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat 3 Kinder. Die Mädchen sind 17 und 14 Jahre alt, der Jüngste ist 12 Jahre alt und spielt bei Latzfons Verdings.
  • Klammer ist bei der Universität Bozen am Standort Brixen, als technischer Angestellter beschäftigt.
  • Als Spieler war Hannes Klammer nur im Dress von Latzfons Verdings zu sehen. In diesen Jahren spielte er für seinen Verein von der Landesliga bis zur 2. Amateurliga.
  • Seine Trainerkarriere startete er als Jugendtrainer bei seinem Heimatverein Latzfons Verdings, wo er für 10 Jahre tätig war. Danach wechselte er in den Erwachsenenbereich zu Barbian Villanders, wo er 6 Jahre lang das Sagen an der Seitenlinie hatte.


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