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Die besten Teams der Oberliga-Saison 2021/22: Virtus Bozen (in schwarz) und St. Georgen. © F. Grießmair

Zeugnis-Tag: Diese Noten bekommen die Oberligisten

Die längste Oberliga-Spielzeit aller Zeiten ist zu Ende. 34 Runden in einer einzigen Spielzeit, das hat es bisher noch nie gegeben. Für die SportNews-Redaktion ist nun die Zeit gekommen, das Abschneiden der verschiedenen Südtiroler Teams genauer unter die Lupe zu nehmen – und dabei auch klassische Schulnoten zu vergeben.

Eines hat die Oberliga-Saison 2021/22 gezeigt: Die Südtiroler Teams haben den Trentiner Mannschaften mittlerweile den Rang abgelaufen. Auf den ersten 10 Positionen finden sich gleich 8 (!) Teams aus der Provinz Bozen wieder. Virtus Bozen ist aufgestiegen, den Gang in die Landesliga müssen mit Gardolo, Rotaliana und Dro ausschließlich Mannschaften aus dem Trentino antreten. Das Abschneiden der Südtiroler war also durch die Bank positiv – auch wenn nicht alles Gold ist was glänzt.

Virtus Bozen (Platz 1)
Das sagt SportNews: Vor einem Jahr ist die Truppe von Trainer Alfredo Sebastiani nach einem dramatischen Entscheidungsspiel gegen Montebelluna von der Serie D in die Oberliga abgestiegen und ging mit einem nominell schwächeren Kader ins regionale Fußballoberhaus. Doch Elis Kapitna & Co. haben im Laufe der Saison bewiesen, dass sie die stärkste Mannschaft der Oberliga sind und fixierten 2 Spieltage vor Schluss den Titelgewinn. Und das mit einer blutjungen Mannschaft – Chapeau!

Das sagt der Verein: „Wir sind natürlich sehr zufrieden mit der Saison. Mit der jüngsten Mannschaft der Liga haben wir den Aufstieg geschafft. Dabei haben viele junge Spieler eine wichtige Rolle eingenommen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit ein paar Neuverpflichtungen im Sommer in der Serie D mithalten können“, sagte Virtus-Präsident Robert Oberrauch.

SportNews-Note: 9/10
St. Georgen (Platz 2)
Das sagt SportNews: St. Georgen ging als einer der Top-Favoriten auf den Meistertitel in die Saison. Am Ende wurde dieser um 5 Punkte verfehlt – auch weil die Morini-Truppe im April eine Schwächephase hatte. Trotzdem war die Spielzeit mit 71 eingefahrenen Punkten eine erfolgreiche. Mit einem Pokalsieg am Samstag (18 Uhr) könnte man diese noch krönen. Hervorzuheben ist die Traum-Saison von Mittelfeldmotor Martin Ritsch (25 Tore).

Das sagt der Verein: „Bis dato sind wir sehr zufrieden mit der Saison – auch, wenn wir immer wieder vom Verletzungspech verfolgt waren. Wir haben zwei Finals erreicht und theoretisch immer noch die Chance, aufzusteigen“, erklärte St. Georgens Sportchef Georg Brugger.

SportNews-Note: 8+
Lana (Platz 3)
Das sagt SportNews: Schon vor der Saison war klar, dass sich Lana dank einem Topkader und einer eingespielten Mannschaft nicht mehr verstecken kann. Der Start war dann nicht ideal, doch am Ende steht mit Rang 3 die beste Platzierung der Vereinsgeschichte zu Buche – herausragend. Obwohl ein Knipser fehlte (die Elfmeter-Spezialisten Andreas Nicoletti und Luca Sorrentino sind mit 8 bzw. 7 Toren die besten Torjäger), zeigte Lana im Kollektiv gute Leistungen und konnte sich auch aus Tiefs immer wieder befreien. Einziges Manko: Gegen die drei Topteams Virtus Bozen, St. Georgen und Tramin gab es in 6 Duellen keinen einzigen Sieg.

Zwei Topteams der abgelaufenen Saison: Lana und Tramin. © www.runggaldier.it / Dieter Runggaldier


Das sagt der Verein: „Wir sind absolut glücklich mit der Saison“, so Sportchef Davide Penasa. Die Gründe für den Erfolg? „Wir hatten einen guten und breiten Kader, deshalb sind wir auch bei einem engen Spielplan gut über die Runden gekommen.“

SportNews-Note: 8
Tramin (Platz 4)
Das sagt SportNews: Tramin hat diese Gabe, immer wieder zu überraschen. Nach einem Umbruch im Sommer schlugen die Unterlandler neue Wege ein und setzten auf ein Spieler-Trainer-Paket aus dem Trentino. Der Schachzug ging voll auf, denn der Trentiner Coach Mauro Bandera wurde genauso wie die neuen Spieler um Nicola Dalla Valle sofort warm mit dem geselligen Unterlandler Traditionsverein. Dass es am Ende der starke 4. Platz wurde, liegt aber vor allem an den drei Ausnahmekönnern Alex Pfitscher (20 Tore), Simon Greif (11 Treffer) und Stefan Rellich.

Das sagt der Verein: „Die Saison war überraschend phänomenal gut“, so Sektionsleiter Peter Gutmann. „Wir hatte uns erwartet, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben, aber dass es eine so überragende Meisterschaft wird, das kam überraschend.“

Die SportNews-Note: 8
Bozner FC (Platz 5)
Das sagt SportNews: Von den spielerischen Qualitäten durfte man den Bozner FC in der oberen Tabellenregion erwarten. Die Frage war: Bringen die Talferstädter auch den nötigen Biss und den unbedingten Willen auf, vorne mitzuspielen? Die Antwort lautet: Ja! Vor allem dank einer bärenstarken Rückrunde haben sich die „Orangen“ im Spitzenfeld des Klassements festgesetzt und durften sich über eine mehr als gelungene Meisterschaft freuen.

Das sagt der Verein: „Vor der Saison habe ich schon auf eine Top-5-Platzierung gehofft“, so Joachim Degasperi, der sportliche Leiter des Bozner FC. „Im September haben wir aber mit Alessio Orfanello und Andrea Gasparini (beide Kreuzbandriss) zwei Top-Leute verloren. Da hatte ich leise Zweifel, doch in der Rückrunde haben wir großartig gespielt. Auch die Jungen haben es sehr gut gemacht.“

Die SportNews-Note: 7/8
Obermais (Platz 8)
Das sagt SportNews: Dass Obermais zu Saisonende satte 18 Punkte hinter dem Meister liegt, hätte vor der Saison niemand unterschrieben. Die zahlreichen Ausfälle von Leistungsträgern (Verletzungen, während der Saison abgesprungen) zwangen Trainer Luca Lomi zum vermehrten Einbau von Jugendspielern – was als der größte Erfolg in dieser kritischen Spielzeit zu werten ist. Sportlich blieben die Meraner deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nach einem Zwischenhoch in der Rückrunde ging Obermais am Ende wieder die Luft aus (nur 3 Punkte aus den letzten 5 Spielen) – das wirkte sich verheerend auf die Tabellensituation aus.

Das sagt der Verein: „Wir sind aufgrund der Personalmisere gar nicht so unzufrieden. Natürlich ist einiges nicht nach Wunsch gelaufen und es gibt viele Dinge, die wir nächste Saison besser machen wollen. Eines davon ist sicherlich, weniger Tore zu kassieren“, lautet das Fazit von Michael Höller, dem sportlichen Leiter der Obermaiser.

Die SportNews-Note: 6
SSV Brixen (Platz 9)
Das sagt SportNews: Der SSV Brixen hat eine Saison mit zwei Gesichtern hinter sich. In der ersten Meisterschaftshälfte spielten die Eisacktaler vorne mit, waren zwischenzeitlich sogar auf Top-3-Kurs. Doch dann kam im Frühjahr der Wurm rein. Zu der sportlichen Talfahrt und einem nicht enden wollenden Verletzungspech gesellten sich auch interne Querelen, weshalb Trainer Raffaele Trovato zwei Spieltage vor Schluss seinen Hut nahm. Am Ende wurde es Platz 9 – ein Resultat, das Brixens Potenzial nicht widerspiegelt.

Das sagt der Verein: „Das war eine typische SSV-Brixen-Saison“, meint Armin Forer, der sportliche Leiter des Traditionsvereins. „Wir schaffen es nicht, eine ganze Meisterschaft konstant durchzuspielen. Dass wir es drauf hätten, haben wir immer wieder bewiesen. Aber es gelingt uns nicht, die Spannung und die Leistung über die gesamte Spielzeit hochzuhalten.“

Die SportNews-Note: 6

Liga-Mittelmaß: Brixen (hier mit Jan Martin Vinatzer) und St. Pauls (Jakob Hofer) sind mit ihren Spielzeiten unterschiedlich zufrieden. © www.runggaldier.it / Dieter Runggaldier

St. Pauls (Platz 10)
Das sagt SportNews: In einer Saison mit Höhen und Tiefen konnte sich St. Pauls nie weit von der Gefahrenzone entfernen, ist aber auch nie richtig in Abstiegsnot geraten. Das ist bemerkenswert, denn die Überetscher mussten sich mit (beinahe schon chronischen) Verletzungssorgen herumschlagen. Voll eingeschlagen haben die Neuzugänge: Thomas Mair (11 Tore) war die erhoffte Sturm-Verstärkung, Mittelfeldspieler Davide De Vito (6) und Flügelsprinter Simon Oberrauch (5/beide kamen aus der 1. Amateurliga) haben ebenfalls eine mehr als ordentliche erste Oberligasaison hinter sich. Das große Highlight der Saison für die Fußballer aus dem Weindorf: Das Südtiroler Pokalfinale.

Das sagt der Verein: „Wir sind zufrieden, denn die Saison war geprägt von vielen Ausfällen. Hier muss man dem Trainerteam um Alex Mayr ein großes Lob aussprechen, denn sie haben trotz aller Probleme immer eine schlagfertige Mannschaft auf das Feld geschickt“, so der sportliche Leiter Markus Pircher.

Die SportNews-Note: 7
Stegen (Platz 12)
Das sagt SportNews: Vor der Saison als einer der Abstiegskandidaten gehandelt, hat Stegen den Klassenerhalt ganz sicher eingetütet. Vor allem die Entwicklung einiger junger Spieler ist bemerkenswert. Die Piffrader-Truppe präsentierte sich als wahre Einheit auf dem Platz – aber auch außerhalb des grünen Rasens.

Das sagt der Verein: „Über die ganzen Prognosen hinweg haben wir eine sehr gute Meisterschaft gespielt, obwohl wir Startschwierigkeiten hatten. Am meisten hat mich gefreut, dass gerade auch die jungen Spieler dem Ziel Oberliga zu spielen, viel untergeordnet haben“, erklärte der scheidende Trainer Thomas Piffrader.

SportNews-Note: 8+

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