a Amateurligen

Stegen (in blau) gegen Bruneck – ob es dieses Duell im nächsten Jahr in der Landesliga wieder geben wird? © Laner

Das Wirrwarr im Amateurfußball neigt sich dem Ende zu

Seit nunmehr 3 Monaten ist im Südtiroler Amateurfußball die Ungewissheit vorherrschend. Zunächst, ob wegen der Corona-Pandemie weitergespielt werden kann. Und nun, wie die abgebrochene Meisterschaft gewertet wird. In der 2. Amateurliga gibt’s einen kuriosen Fall, der wohl einzigartig in ganz Italien ist.

„Es ist alles noch in der Schwebe“, sagt der Bozner Verbandspräsident Paul Georg Tappeiner über die aktuelle Situation. Seit Mitte Mai ist fix, dass die Meisterschaften in den Amateurligen nicht mehr fortgesetzt werden. Die nächste Frage ist, wie die Saison gewertet wird. „Am 8. Juni gibt es eine Sitzung des Verbandes, bei der entschieden wird, wie es mit der Serie D weiter geht. Daran hängt auch das Schicksal der Amateurligen, das entweder am 8. Juni oder in den Tagen danach geklärt wird“, erklärt Tappeiner.


Verständlich, dass in einer solchen Situation viele Gedankenspielereien die Runde machen. Dass die Meisterschaften komplett annulliert werden, das ist mittlerweile so gut wie ausgeschlossen. Dafür geht die Tendenz dahin, dass die Tabellenersten aufsteigen. Ob es Absteiger gibt, ist die große Frage, die zurzeit vielen betroffenen Vereinen Kopfzerbrechen bereitet. „Bis spätestens Mitte Juni müssen wir Klarheit schaffen und den Vereinen sagen, wo sie im nächsten Jahr spielen werden“, betont der Südtiroler Präsident.

Eine kuriose Situation in der 2. Amateurliga
Eine faire Lösung wird es bei einer abgebrochenen Meisterschaft also so oder so nicht geben. Dafür ist schon jetzt klar, dass sich einige sehr kuriose Situationen ergeben können. Beispiel Landesliga: Hier hat Stegen am letzten noch ausgetragenen Spieltag erstmals in dieser Saison die Tabellenführung erklommen und könnte nun unverhofft in die Oberliga aufsteigen. Noch skurriler ist die Situation jedoch in der 2. Amateurliga Gruppe C. Hier gibt es einen Fall, der wohl einzigartig ist in ganz Italien.

Stegen steht vor einem unverhofften Aufstieg. © David Laner


Laut Tabelle nach dem Abbruch steht Olang mit 19 Punkten – gemeinsam mit Val Badia – auf Platz 1. Das Problem: Der Tabellendritte Mareo – der seinerseits 18 Zähler auf dem Konto hat – hat ein Spiel weniger bestritten. Die Partie gegen St. Lorenzen ist im November nämlich in der 60. Minute und beim Stand von 1:0 für Mareo wegen heftiger Regenfälle abgebrochen und nie nachgeholt worden. Während in allen anderen Ligen die vorderen Teams zumindest alle gleich viele Spiele bestritten haben, ist dies hier nicht der Fall. „Ich habe diesen Sachverhalt an Rom weitergeleitet mit dem Vorschlag, das abgebrochene Mareo-Spiel mit 1:0 zu werten“, erklärt Tappeiner. In diesem Fall stünde – falls der Liga-Primus aufsteigt – Mareo als Meister fest.

Aktuell sind das aber nicht mehr als Spekulationen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieses Konzept über den Haufen geworfen wird und etwa die Tabellenstände nach der Hinrunde gewertet werden. Eines ist aber sicher: Am 1. Juli wird die Saison 2020/21 offiziell beginnen – und die Ungewissheit bei tausenden von Amateurfußballern endlich passe sein.

Autor: det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210